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Radibor will unansehnlichen Platz attraktiv gestalten

Parkplätze, Ladesäulen, Info-Punkt: Die Gemeinde plant neue Angebote für Rad- und Wandertouristen. Auch an ein wichtiges Bedürfnis wird dabei gedacht.

Von Uwe Menschner
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Große Pläne für einen derzeit noch unansehnlichen Platz in Radibor: Bürgermeisterin Madeleine Rentsch (li.) und Bauamtsleiterin Nicole Stephan präsentieren den Entwurf für einen Touristenparkplatz mit vielfältigen Angeboten.
Große Pläne für einen derzeit noch unansehnlichen Platz in Radibor: Bürgermeisterin Madeleine Rentsch (li.) und Bauamtsleiterin Nicole Stephan präsentieren den Entwurf für einen Touristenparkplatz mit vielfältigen Angeboten. © Uwe Menschner

Radibor. Derzeit präsentiert sich der Platz zwischen der Caminaer Straße und der in Richtung Luppa führenden Lilienstraße in Radibor noch ziemlich unansehnlich. Eine wellige Schotterfläche, auf der sich ein paar abgestellte Autos verlieren und die bei Regen ausgiebig Platz für Pfützen lässt. Von Grün weit und breit keine Spur. Doch das soll sich ändern.

„Hier wollen wir im kommenden Jahr einen Touristenparkplatz mit etwa 20 Stellflächen errichten“, erklärt Bürgermeisterin Madeleine Rentsch (parteilos). Eine dieser Stellflächen soll Behinderten vorbehalten bleiben, eine weitere mit einer Ladesäule für Elektrofahrzeuge ausgestattet werden.

Doch das ist noch lange nicht alles: „Wir planen, auch Fahrradtouristen eine Lademöglichkeit für ihre E-Bikes anzubieten. Eine Infotafel soll über Radibor und seine Umgebung Auskunft geben. Eine Sitzgruppe und Fahrradständer sollen zum Verweilen einladen“, kündigt die Bürgermeisterin an.

QR-Code führt zu Infos über Sehenswertes

Mittels QR-Codes sollen die Rastenden ausführliche Informationen über Sehenswürdigkeiten und touristische Angebote abrufen können. Kurz und gut: Ein zeitgemäßer touristischer Mittelpunkt für einen wichtigen Ort innerhalb einer sich entwickelnden Urlaubsregion. Mittelpunkt? Ein Blick auf die Karte zeigt, dass sich der künftige Rastplatz eher am Rande von Radibor befindet.

Madeleine Rentsch hält den Standort dennoch für gut geeignet: „Hier zweigen Straßen in viele Richtungen ab – nach Milkel und weiter zum Bärwalder See, Großdubrau, Bautzen mit der Talsperre und Kleinwelka mit dem Saurierpark. Außerdem führen mit dem Seeadler-Radweg und der Tour Sorbische Impressionen zwei überregional bedeutsame Radwanderwege hier entlang“, begründet sie.

Und nicht zuletzt schreit die Freifläche aufgrund ihres derzeitigen Zustands geradezu nach einer grundlegenden Neugestaltung, stellt sie doch nicht gerade ein Schmuckstück für Radibor dar.

Standort für öffentliche Toilette wird gesucht

Für die Planung konnte die Gemeinde das in Oppach ansässige Büro Neuland gewinnen, das bereits zahlreichen touristisch geprägten Park- und Rastplätzen in der Oberlausitz seinen Stempel aufgedrückt hat. Jüngstes Vorzeigeprojekt ist der Wanderrastplatz in Friedersdorf (Stadt Neusalza-Spremberg), wo noch ein Spielplatz, eine Grillhütte und eine öffentliche Toilette dazukommen.

Ganz so umfassend sind die Pläne für Radibor nicht, das zuletzt Genannte spielt aber auch in den hiesigen Überlegungen eine wichtige Rolle. „Jeder, der auf längeren Strecken mit dem Fahrrad unterwegs ist, weiß, wie unangenehm die Suche nach einem Örtchen werden kann“, sagt Madeleine Rentsch. Das Thema öffentliche Toiletten bildet auch einen Bestandteil des gemeinsamen Tourismuskonzeptes, das die Gemeinden Radibor, Großdubrau und Malschwitz derzeit erstellen.

„Wir arbeiten im Rahmen unseres grundzentralen Verbundes eng zusammen und wollen die Region unmittelbar nördlich von Bautzen für Besucher attraktiver machen“, spricht die Radiborer Bürgermeisterin auch für ihre Amtskollegen. Im Konzept sollen auch die Standorte für die „Örtchen“ festgelegt werden. Der Rastplatz selbst kommt dafür allerdings nicht in Frage, „hier fehlen die entsprechenden Möglichkeiten.“ Doch gerade bei diesem Thema gibt es in jüngster Zeit auch private Initiativen.

Private Initiativen verschönern das Ortsbild

So hat der Milkler Schlossherr Hermann Fuchs in einem der Kavaliershäuser eine öffentliche Toilette errichtet, und auch am Radiborer Inselteich gibt es eine von der gleichnamigen Gemeinschaft geschaffene Möglichkeit, sich zu erleichtern. Dort steht seit Kurzem auch eine Allwetter-Infohütte, die durch ein Preisgeld im Ideenwettbewerb der Leader-Region Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ermöglicht wurde.

Privater Initiative kommt für Madeleine Rentsch ohnehin eine große Bedeutung zu, und derzeit erlebt sie gerade in Radibor Hochkonjunktur. So erstrahlt das Torbogenhaus als Eingangsbereich zum Schlossgelände in frischem Glanz, und auch am Schloss selbst wird es bald sichtbare Zeichen des Fortschrittes geben.

Auf dem Gelände des Traditionsgasthauses Meja dreht sich ein Baukran, hier entstehen Übernachtungsmöglichkeiten. „Das alles trägt zu einem schöneren Ortsbild und zu einer Belebung des Tourismus bei“, freut sich die Bürgermeisterin.

Viele gute Gründe also auch für die Gemeinde, diesen Rückenwind aufzunehmen und ihrerseits die positive Entwicklung voranzutreiben. Ein wenig dauern wird die Neugestaltung des Park- und Rastplatzes allerdings noch: „Den Förderbescheid aus dem Programm Vitale Ortskerne über 74.000 Euro haben wir schon erhalten. Derzeit bereiten wir die Ausschreibungen vor. Beginnen wollen wir allerdings erst nach Ostern, um die Osterreiter-Prozessionen nicht durch die Bauarbeiten zu behindern“, skizziert Madeleine Rentsch den aktuellen Stand.

Bis zum Jahresende 2022 soll die Aufgabe bewältigt sein. Dann werden auch einzelne Bäume und Grünflächen den Platz strukturieren. Die Ausfahrt ist, wie auch schon jetzt, nur auf die Lilienstraße möglich, da sich auf der Caminaer Straße eine schlecht einsehbare Kurve befindet.