merken
PLUS Bautzen

Bautzen: Konto bei der Volksbank wird teurer

Kunden müssen ab 2021 höhere Gebühren zahlen. Die Bank nennt dafür mehrere Gründe. Wie reagieren die Sparkassen im Kreis Bautzen?

Ab dem 1. Januar 2021 kostet die Kontoführung bei der Volksbank Dresden-Bautzen mehr Geld.
Ab dem 1. Januar 2021 kostet die Kontoführung bei der Volksbank Dresden-Bautzen mehr Geld. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Ab dem kommenden Jahr müssen die 84.000 Girokontoinhaber der Volksbank Dresden-Bautzen mehr für ihr Konto bezahlen. So wird von den meisten Privatkunden ab 1. Januar 2021 monatlich zwei Euro mehr für die Kontoführung verlangt. Der Preis für das Privatkontomodell VR-Direkt steigt um einen Euro pro Monat. Geschäftskunden müssen ebenfalls zwei Euro mehr bezahlen. Das Jugend-Girokonto bleibt kostenlos.

Dass die Genossenschaftsbank plötzlich mehr Geld fürs Konto haben will, ist nichts Außergewöhnliches. „In den letzten Jahren haben viele Banken die Kontogebühren erhöht“, sagt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen. Die Sparkassen im Landkreis Bautzen wollen im Gegensatz zur Volksbank ihre Kontogebühren vorerst aber nicht erhöhen. Sowohl die Kreissparkasse Bautzen als auch die Ostsächsische Sparkasse, die im Raum Kamenz präsent ist, teilen auf Anfrage von Sächsische.de mit, dass keine Erhöhung der Kontogebühren geplant sei.

Anzeige
Wir gegen Corona!
Wir gegen Corona!

Gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten hat die Staatsregierung weitere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie beschlossen.

Wichtige Einnahmequelle ist weggebrochen

Die Volksbank dagegen hält diesen Schritt für unumgänglich. Begründet wird er mit den seit Jahren herrschenden niedrigen Zinsen. „Im aktuellen Zinsumfeld ist eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit schwierig zu erreichen“, erklärt Unternehmenssprecher Andreas Wanitzek. „Für eine regionale Genossenschaftsbank, wie wir es sind, ist dies aber der kritische Erfolgsfaktor für ein selbstbestimmtes und kundenzentriertes Handeln.“ Lange Zeit sei das Zinsgeschäft eine erhebliche Einnahmequelle gewesen. „Seit der Bankenkrise 2007 wird in diesem Bereich aber nichts mehr verdient“, sagt Andreas Wanitzek.

In einem Schreiben, welches vor gut einer Woche an die Kunden verschickt worden ist, wird die Erhöhung außerdem mit „steigenden Kosten durch höhere gesetzliche Anforderungen“ begründet. Auf Nachfrage von Sächsische.de erklärt Andreas Wanitzek: „Seit der Bankenkrise werden die Banken in Deutschland durch die Bankenaufsicht stärker kontrolliert. Wir haben dabei strengere Auflagen zur erfüllen, wofür wir mehr Personal beschäftigen müssen.“ Dementsprechend würden auch die Personalkosten wachsen.

Bargeldabheben bleibt kostenlos

Ebenso seien bei der Preiserhöhung künftige Mehrausgaben berücksichtigt worden. Man wolle in den nächsten Jahren besonders in die Digitalisierung investieren. „Unsere Kunden nutzen unsere digitalen Zugangswege immer öfter. Vor allem in diesem Bereich wird es ständig Änderungen und Verbesserungen geben. So passen wir zum Beispiel permanent unsere Homepage an oder bringen neue Banking-Apps in die Anwendung, um dass Banking für unsere Kunden noch komfortabler zu gestalten“, erklärt Andreas Wanitzek. Dabei wolle man aber auch die persönliche Beratung nicht vernachlässigen, betont der Unternehmenssprecher.

Neben der monatlichen Grundgebühr für Privat- und Geschäftskonten ändert sich ab Januar auch der Preis für die Echtzeitüberweisung. Statt 24 Cent wird von Privatkunden künftig das Doppelte verlangt. Geschäftskunden müssen ebenfalls maximal 48 Cent zahlen. Der Preis für eine Girokarte erhöht sich für Geschäftskunden von 60 auf 80 Cent pro Monat. So viel müssen auch Privatkunden maximal für ihre Bankkarte im Monat zahlen.

Höhere Gebühren werden auch für Kontoauszüge am Drucker erhoben. Bei zwei Kontomodellen werden künftig 50 Cent pro Vorgang fällig. Bargeldeinzahlungen und -auszahlungen bleiben dagegen auch in Zukunft kostenlos.

Banken müssen bei Kontowechsel helfen

Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale hält die Erhöhung von Kontogebühren grundsätzlich für legitim. Aber es gebe diesbezüglich einige gesetzliche Regeln zu beachten. „Zum Beispiel müssen die Kunden mindestens zwei Monate vor Wirksamwerden der Preiserhöhung darüber schriftlich informiert werden“, sagt sie.

Wer dennoch nicht mit der Erhöhung einverstanden ist, könne das Konto kündigen und den Anbieter wechseln. „Der Banken- und Kontowechsel ist im Vergleich zu früher heute nicht mehr so schwierig. Die Banken sind dazu verpflichtet, bei dem Wechsel zu helfen“, so Heyer. Wer also sein Girokonto auflösen und bei einem anderen Institut eröffnen möchte, kann bei der Umstellung von Daueraufträgen, Lastschriften und Überweisungen auf die Kontowechselhilfe der Bank setzen.

Eine Alternative zur Kündigung ist der Widerspruch. Das Konto wird dann zu den bisherigen Konditionen fortgeführt. Aber: „Wenn man widersprecht, kündigt die Bank womöglich das Konto. Dann müsste man sich auch nach einem neuen Anbieter umsehen“, erklärt Andrea Heyer. Über Vergleichsanbieter oder Stiftung Warentest sei das aber kein großes Problem. Wegen der zweimonatigen Kündigungsfrist bleibe genug Zeit, sich ein anderes Geldinstitut zu suchen. Dazu könne man sich auch von der Verbraucherzentrale beraten lassen.

Weiterführende Artikel

Wegen Corona: Hunderte Kredite gestundet

Wegen Corona: Hunderte Kredite gestundet

Plötzlich arbeitslos oder in Kurzarbeit, kein Geld für die Tilgung - die Sparkassen und die Volksbank im Kreis Bautzen halfen schnell. Aber die Krise hat Konsequenzen.

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Für den kostenlosen Newsletter „Kamenz kompakt“ können Sie sich hier anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen