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Bautzen: Baustart für neuen Möbelmarkt in Sicht

Nachdem Sconto vor zwei Jahren die Ansiedlung in der Kreisstadt angekündigt hat, werden die Pläne jetzt konkret. So könnte die Zeitschiene aussehen.

Noch liegt in Bautzen neben der Kreckwitzer Straße, gegenüber des Roller-Marktes, ein freies Feld. Doch ab kommendem Jahr will hier mit Sconto ein weiterer Möbelhändler eine Filiale errichten.
Noch liegt in Bautzen neben der Kreckwitzer Straße, gegenüber des Roller-Marktes, ein freies Feld. Doch ab kommendem Jahr will hier mit Sconto ein weiterer Möbelhändler eine Filiale errichten. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Ab 2023 bekommen Möbelkäufer in Bautzen noch mehr Auswahl. Dann will die Handelskette Sconto einen Möbelmarkt im Gewerbegebiet Ost nahe Marktkauf eröffnen. Der Stadtrat will noch in diesem November sowie im Januar 2021 die letzten nötigen Beschlüsse für die Ansiedlung fassen, damit der Investor anschließend bauen kann, teilte Stadtsprecherin Laura Ziegler auf Anfrage von Sächsische.de mit.

Sconto, eine Tochtergesellschaft des Möbelriesen Höffner, hatte die Ansiedlung in Bautzen im Frühjahr 2018 angekündigt. Das Unternehmen hatte ein Auge auf die etwa 2,3 Hektar große freie Fläche zwischen McDonalds und dem Briefzentrum der Deutschen Post geworfen. Bislang wird diese Fläche landwirtschaftlich genutzt. Sconto hat das Areal im Herbst 2018 gekauft. Die Kommune erhielt dafür rund 207.000 Euro.

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Stadt ließ Straße zum künftigen Parkplatz verlängern

Seit der Ankündigung ließ die Stadt für rund 300.000 Euro bereits die Baschützer Straße verlängern. Sie existierte anfangs nur als etwa 50 Meter lange Zufahrt zum Briefverteilzentrum, jetzt ist sie etwa 100 Meter länger. Sie endet dort, wo der künftige Sconto-Parkplatz beginnen soll. Entlang der Kreckwitzer Straße, die als Hauptstraße durch das Gewerbegebiet führt, soll ein Fußweg entstehen. Die Stadt lässt offen, ob die Baschützer Straße in Zukunft noch länger werden könnte. Zwischen dem künftigen Sconto-Markt und der Autobahn ist noch reichlich Platz für weitere Ansiedlungen.

Doch zunächst kommt der Möbelmarkt. Dafür stehen nur noch die letzten Beschlüsse aus, darunter der städtebauliche Vertrag, mit dem sich der Stadtrat voraussichtlich in der Sitzung am 25. November beschäftigen wird. Der sogenannte Durchführungsvertrag liege der Stadtverwaltung vor, bestätigt Laura Ziegler. Im Januar soll den Stadträten dann noch der letzte Satzungsbeschluss vorgelegt werden.

Die Entwürfe sowohl für die Verlängerung der Straße als auch für den Bau des Möbelmarktes hatten 2018 in der Stadtverwaltung öffentlich ausgelegen. Einen damals angesprochenen Kritikpunkt gibt es inzwischen nicht mehr. Damals befand sich an der Ecke Kreckwitzer Straße/Baschützer Straße, also direkt neben dem Briefverteilzentrum, noch ein Briefkasten. Weil dieser noch spätabends geleert wurde, hielten an der Ecke oft Autos, deren Insassen Post einwarfen. Wenn auf der Baschützer Straße dann wegen Sconto mehr Verkehr herrscht, hätte es zu Komplikationen kommen können. Mittlerweile wurde der Briefkasten abmontiert.

Mehr Verkaufsfläche als der Nachbar

Anfang 2021 rechnet die Stadtverwaltung nun mit dem Bauantrag des Investors. Sobald dieser bestätigt ist, will der Möbelhändler mit dem Bau beginnen. Die Stadtsprecherin  rechnet damit, dass ab Ende 2021 die Baufahrzeuge rollen. 2023 soll der Sconto-Markt fertig sein.

Das neue Möbelhaus soll eine Gesamtverkaufsfläche von 10.000 Quadratmetern bieten. Auf 9.200 Quadratmetern davon werden Möbel angeboten. Die Stadt hatte festgelegt, dass auf maximal 800 Quadratmetern ein Sortiment angeboten werden darf, das dem innerstädtischen Handel Konkurrenz machen könnte. Das betrifft etwa Haushaltwaren, Heimtextilien und Wohnaccessoires. Weiterhin ist unter anderem festgelegt, dass die Dachfläche des Marktes begrünt werden soll.

Mit dieser Verkaufsfläche gerät Sconto etwas größer als Nachbar Roller. Beide Möbelmärkte werden dann nur durch die Kreckwitzer Straße voneinander getrennt sein und stehen Rücken an Rücken zueinander. Die Kunden finden dann zwei Märkte der niedrigeren Preisklasse direkt nebeneinander. Roller ist seit 1993 im Marktkauf-Gewerbegebiet ansässig. Zur bevorstehenden Ansiedlung eines Wettbewerbers gleich nebenan gibt es aus der Unternehmenszentrale in Gelsenkirchen keinen Kommentar.

Branche macht Milliardenumsätze

Beide Handelsketten gehören zu Deutschlands größten Möbelhändlern. Dem Statistischen Bundesamt zufolge brachte es Marktführer Ikea im vergangenen Jahr auf  fast 5,3 Milliarden Umsatz. Auf Platz drei rangierte mit fast 2,3 Milliarden Euro Umsatz die Höffner-Gruppe mit Sitz in Schönefeld bei Berlin, zu der auch die Sconto-Märkte gehören. Mit gut 1,5 Milliarden Euro kam 2019 die Gelsenkirchener Tessner-Gruppe, zu der Roller gehört, auf Platz fünf der umsatzstärksten Möbelhändler in Deutschland.

Der Bautzener Sconto-Markt wird der erste in der gesamten Oberlausitz. Zurzeit befinden sich die nächstgelegenen Filialen der Kette in Dresden-Nickern sowie in Coswig. Wettbewerber Roller hingegen ist in der Region außer in Bautzen auch in Görlitz vertreten.

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