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Begleiterinnen bis zum Tod

Diana Fischer und Ute Reichelt sind ausgebildete Sterbebegleiter beim Verein Lebenszeit. Sie arbeiten für den Hospizdienst.

© Dietmar Thomas

Von Doreen Hotzan

Leisnig. Ein Anfang ist gemacht. Der Verein Lebenszeit hat für seinen geplanten Hospizdienst die ersten beiden Sterbebegleiter. Diana Fischer aus Leisnig und Ute Reichelt aus Brösen haben von April bis Dezember letzten Jahres eine Ausbildung bei der Diakonie in Geringswalde absolviert. „Ich habe mich für das Thema interessiert und bin über den Verein dazu gekommen, das zu machen“, erzählt die 53-jährige Ute Reichelt. Auch die 42-jährige Diana Fischer ist Mitglied im Verein und über diesen auf die Ausbildung aufmerksam geworden. Sie konnte sich gut vorstellen, Menschen bis zum Lebensende zu begleiten, sagt sie. In der Ausbildung sind beide Frauen auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet worden. „Dort haben wir uns persönlich mit dem Tod auseinandergesetzt, mit dem Abschied und der Trauer“, erzählt Ute Reichelt. Sie lernten, wie Gespräche geführt werden und rechtliche Dinge, die mit einer Bestattung einhergehen.

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Künftig werden beide in der Region Leisnig zum Einsatz kommen, sagt Mathias Kretschmer vom Lebenszeit-Vorstand. Diana Fischer und Ute Reichelt sind nicht die einzigen Sterbegleiter im Verein. „Unter unseren Mitgliedern sind bereits drei ausgebildete Sterbebegleiter. Diese werden wir nun mit den ‚Frischen‘ in unserem neuen Hospizdienst zusammenbringen“, sagt Mathias Kretschmer. Der sollte ursprünglich am 1. Januar starten. „Aber wir warten immer noch auf den Fördermittelbescheid von der Landesdirektion“, sagt er.

Keine Kosten für die Betroffenen

Der geplante Dienst funktioniert ganz einfach. Über das Telefon einer Koordinatorin soll künftig die Kontaktaufnahme gesteuert werden. Hat eine Familie Bedarf, meldet sie sich dort. Die Koordinatorin vermittelt die Sterbebegleiter und kümmert sich um den kompletten Ablauf. Für die Betroffenen selbst entstehen keine Kosten. Für die Koordinatorin wird zunächst eine halbe Stelle eingerichtet, erläutert Mathias Kretschmer.

Die Entscheidung, Sterbebegleiter ausbilden zu lassen, hat der Verein aber nicht nur getroffen, um diese später in dem Hospizdienst unterzubringen. Auch das Team der Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung (kurz SAPV) soll durch die neuen Sterbebegleiter entlastet werden, so das Vorstandsmitglied.

Wer sich ebenfalls für eine Tätigkeit als Sterbegleiter interessiert, ist beim Verein willkommen, so Mathias Kretschmer. Wer den Job ausüben möchte, müsse jedoch gewisse Voraussetzungen mitbringen. „Es müssen selbstbewusste Menschen sein, die Respekt vor den Wünschen Schwerstkranker haben“, sagt das Vorstandsmitglied. Auch brauche es viel Verständnis im Miteinander mit dem Arzt, der Schwester und den Angehörigen. In ihrer schweren und verantwortungsvollen Aufgabe werden die Sterbebegleiter mit ihren Sorgen und Nöten nicht alleingelassen. Sie haben beim Verein einen Ansprechpartner. „Unser Vereinsmitglied Oberarzt Stefan Müller hat sich bereiterklärt, zuzuhören, Lösungen zu finden und Weiterbildungen zu veranstalten“, so Mathias Kretschmer.