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Bei den Jiu-Jitsu-Sportlern wird’s eng

© Norbert Millauer

Die japanischen Kampfkünste begeistern die Heidenauer. Das freut die Trainer. Nur gibt es jetzt ein Problem.

Von Heike Sabel

Heidenau. Kopfstand, Handstand und zwischendurch beide Hände in die Luft. „Alles gut?“ fragt Georg Mark. Was bei ihm so leicht aussieht, wollen die Mädchen und Jungen auch lernen, die eng an eng um ihn herum stehen. Das Interesse für Jiu-Jitsu, die traditionellen japanischen Kampfkünste, ist groß, ja riesig in Heidenau. Die Werbung zur Vereinsmeile und in Horteinrichtungen hat sich gelohnt. Fast jede Woche kommt jemand zum Probetraining. Was Trainer Georg Mark freut, bringt ein Problem mit sich.

Wenn die Kinder und Jugendlichen üben, müssen sie aufpassen. Nicht nur, dass sie alles richtig machen, sondern dass sie nicht mit ihrem Nachbarn kollidieren. Es ist nämlich sehr eng geworden in der alten Turnhalle des Gymnasiums. Etwa 40 Kinder und Jugendliche kommen zum Dienstag-Training. Sie teilen sich in drei Gruppen – Kinder, Mittlere und Fortgeschrittene, sieben Trainer sind im Einsatz. Eine von ihnen ist Madlen Willert. Sie hat die Kleinsten, die Fünf- bis Neunjährigen um sich. Immer wieder erinnert sie sie daran, aufzupassen, damit sie nicht mit anderen zusammenstoßen. Gern würde die Trainerin mit den Kindern die Fallschule intensiver üben und auch andere Bewegungsspiele machen. Aber es ist zu wenig Platz. Paul würde auch gern noch mehr Spiele machen, sieht das aber nicht so verbissen. Dem Sechsjährigen macht es Spaß und seine Mutter ist begeistert von der Möglichkeit. Auch die anderen Mütter auf der Bank am Rand schätzen das Angebot des Vereins. Matteos Mutter freut sich, dass ihr Sohn hier lernt, sich durchzusetzen.

Georg Mark kündigt für die Größeren die nächste Übung an: Hochspringen und mit den Händen klatschen. „Und bitte nicht ins Gesicht des Nachbarn“, sagt Georg Mark. Er müsste es nicht sagen, wenn mehr Platz wäre. Weil das Problem immer massiver wird, ist der Verein auf die Suche nach einer Lösung gegangen. Es hilft nur noch eines: eine neue Kampfsporthalle. Das ist natürlich ein anspruchsvolles Ziel. Der erste Schritt sind Räume im ehemaligen Möbelhaus Bastian, die dem Verein das Fitnessstudio Injoy ab Frühjahr zur Verfügung stellt. Dann können zwei Trainings hier stattfinden. Doch auf Dauer reicht das nicht, sagt Haupttrainer und stellvertretender Vereinsvorsitzender Georg Mark. Deshalb die Idee der neuen Halle. Dabei hoffen die Sportler auf die Hilfe vieler. Die haben schon den Kauf neuer Matten ermöglicht. Nun wird auch das Crowdfunding genutzt. Das ist eine Aktion, die die Sparkasse unterstützt. Noch bis zum 15. Februar kann man die Heidenauer Sportler unterstützen.

Georg Mark ist 26 Jahre und Heidenauer, beschäftigt sich seit zwölf Jahren mit verschiedenen Kampfkünsten und studiert Medizin. Wenn er mit den Kindern trainiert, ist er voll in seinem Element. Ganz still folgen sie seinen Erklärungen. Ihnen Selbstvertrauen zu geben, sie stark und erfolgreich zu machen, das ist sein Anliegen. Dafür braucht es eben Platz. „Wir wollen auch künftig niemanden wegschicken.“

Lisa und Angelina machen Pause und trinken etwas. Sie schwitzen. Der sanfte Sport verlangt Kraft und Konzentration. Wenn der Nachbar beim Üben nur eine Armlänge entfernt steht, noch mehr.

www.jiujitsu-heidenau.de,

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