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Berufsorientierung ist das A und O

Junge Menschen sollen in der Region gehalten werden. Ein Netzwerk könnte helfen.

Von Elke Braun
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Katrin Pitzing ist Praxisberaterin an der Geschwister-Scholl-Oberschule Roßwein. Derzeit arbeitet sie mit den Schüler intensiv an der Vorbereitung der Woche der offenen Unternehmen.
Katrin Pitzing ist Praxisberaterin an der Geschwister-Scholl-Oberschule Roßwein. Derzeit arbeitet sie mit den Schüler intensiv an der Vorbereitung der Woche der offenen Unternehmen. © André Braun

Roßwein. Wähle einen Beruf, der dir Spaß macht und du musst keinen Tag in deinem Leben arbeiten – dieser Spruch hängt an der Pinnwand im Büro von Katrin Pitzing. Sie ist Praxisberaterin in der Geschwister-Scholl-Oberschule Roßwein und für die Berufsorientierung der Siebt- und Achtklässler zuständig.

Aus Erfahrung weiß sie, dass die Vorstellungen der Kinder über bestimmte Berufe meist fernab der Realität sind. „Die Schüler werden oft durch Fernsehserien beeinflusst“, sagt sie. So wollen viele zur Polizei und glauben, es läuft so wie in der Fernsehserie „Auf Streife“. 

Auch habe sie schon erlebt, dass durch Kochshows ein Berufswunsch geweckt wird, der sich in der Realität ganz anders darstellt, als im Fernsehen. Katrin Pitzing setzt daher auf Betriebserkundungen und Exkursionen. „Mein Anliegen ist es auch, die Jugendlichen so früh wie möglich in Praktika zu schicken“, sagt sie. Das sei schon in der 7. Klasse möglich, allerdings nur in den Ferien. „Dabei können die Mädchen und Jungen frühzeitig erkennen, wie es in den Unternehmen läuft.“

Zu 90 Prozent treffen nach Ansicht der Praxisberaterin die Eltern die Entscheidung, welche berufliche Richtung ihre Kinder einschlagen. Dabei spielen die beruflichen Erfahrungen von Mutter und Vater eine große Rolle. Das hat laut Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) auch eine Zusammenkunft des Demografie-Netzwerkes Focus Wirtschaft ergeben, in das die Stadt Roßwein seit November vergangenen Jahres integriert ist. 

Ziel des Netzwerkes ist es, möglichst viele junge Menschen in der Region zu halten, sagte der Bürgermeister. Um dafür Strategien zu entwickeln, setzen sich Unternehmen, Stadtverwaltung und zuletzt auch die Praxisberaterin der Schule an einen Tisch. Vonseiten der Wirtschaft haben insgesamt 17 Unternehmen, unter anderem die Firmen Hitachi und das Schmiedewerk, Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert. „Es sollen Wege gefunden werden, an die Jugendlichen heranzukommen.“ Wünschen würde sich das Stadtoberhaupt, dass sich ein Unternehmer-Stammtisch etabliert.

In der Schule setzt die Arbeit von Katrin Pitzing schon früh an. „Aus der Potentialanalyse in der 7. Klasse und dem Kompetenz-Check in Klasse 8 wird ein Entwicklungsplan für jeden Schüler erarbeitet. Dieser wird ständig fortgeschrieben“, sagt sie. Auch wenn die Beraterin vorwiegend mit den Schülern der 7. und 8. Klassen arbeitet, endet danach die Berufsorientierung nicht, sondern wird von der Agentur für Arbeit fortgeführt. „Dazu reiche ich alle Unterlagen an die Berufsberatung der Arbeitsagentur weiter“, so Katrin Pitzing.