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Bestatter im Umbruch

Das Großröhrsdorfer Institut Schuster geht in jüngere Hände. Die Standorte in Pulsnitz und Arnsdorf bleiben.

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Von Ingolf Reinsch

Mit Beginn des neuen Jahres übernimmt Marco Klöber, Inhaber des Bischofswerdaer Bestattungshauses Schuster-Griete, das Bestattungsinstitut Uwe Schuster in Großröhrsdorf. Beide Einrichtungen bleiben unter ihren bisherigen Namen erhalten. „Die Kunden werden in gleicher Qualität wie bisher betreut. Auch alle Vorsorgeverträge werden übernommen“, sagt Uwe Schuster. Er gründete das gleichnamige Bestattungsinstitut im Jahr 1991 und legt es jetzt in jüngere Hände. Alle drei Standorte in Großröhrsdorf, Pulsnitz und Arnsdorf bleiben bestehen. Marco Klöber (30) übernimmt fünf festangestellte Mitarbeiter und eine Pauschalkraft. Uwe Schuster (56) möchte künftig beruflich kürzer treten. Gesundheitliche Gründe und die Tatsache, dass eine Übergabe innerhalb der Familie nicht möglich war, gaben den Ausschlag, das Bestattungsinstitut nun Marco Klöber zu übertragen. Soweit es möglich ist, wird Uwe Schuster auch weiterhin für Hinterbliebene oder Vorsorgende ein vertrauter Ansprechpartner bleiben.

Seit über 25 Jahren ist Uwe Schuster auch in Bischofswerda präsent. Er übernahm im Jahr 1992 das bis dahin städtisch geführte Bestattungsinstitut und führte es gemeinsam mit dessen langjährigem Leiter Horst Griete unter dessen Namen weiter. Nach dem Tod von Horst Griete 1998 blieb es zunächst bei diesem Namen. Seit dem Jahr 2006 firmiert das Bestattungshaus am Bischofswerdaer Neumarkt unter dem Doppelnamen Schuster-Griete. Seit dem 1. Januar 2013 ist Marco Klöber Inhaber des Geschäftes. Von Beruf Bestattungsfachkraft, arbeitet er seit dem Jahr 2009 in diesem Unternehmen. Er habe Marco Klöber bereits mit Blick auf eine spätere Firmenübergabe in Bischofswerda eingestellt, sagt Uwe Schuster.

Beide Bestattungsunternehmen decken weite Teile des ehemaligen Kreises Bischofswerda ab, sind beispielsweise aber auch in Radeberg gefragt. Das Bestattungsinstitut Uwe Schuster ist etwa dreimal so groß wie das Bestattungshaus Schuster-Griete in Bischofswerda, das eine festangestellte Mitarbeiterin und drei Pauschalkräfte beschäftigt. Für ihn sei die Übernahme eine Herausforderung, sagt Marco Klöber. Allerdings werde es auch Synergien geben, etwa beim Personaleinsatz.

Zudem bekommt er Verstärkung. Seine Ehefrau Mandy Herforth-Klöber steigt zum 1. Januar als Geschäftsführerin mit in das Unternehmen ein. Beide lernten sich während der Ausbildung zum Bestatter in Bad Kissingen kennen. Mandy Herforth-Klöber, die zugleich Bestattungsmeisterin und zurzeit noch in einem Bautzener Bestattungsinstitut angestellt ist, bringt darüber hinaus eine neue Kompetenz ins Unternehmen ein. Sie absolvierte eine Zusatzausbildung zur Geprüften Thanatopraktikerin. Dieses Aufgabenfeld umfasst sämtliche Tätigkeiten, die notwendig sind, um sowohl ästhetisch als auch hygienisch eine einwandfreie Aufbahrung eines Verstorbenen vornehmen zu können. Für Auslandsüberführungen ist darüber hinaus häufig eine thanatopraktische Behandlung zwingend vorgeschrieben. Von diesen Leistungen profitieren nicht nur die Kunden, sondern auch Berufskollegen. Mandy Herforth-Klöber ist ostdeutschlandweit auf diesem Gebiet in der Weiterbildung tätig.

Bestattungen sind Vertrauenssache, weiß Marco Klöber. Kundenbeziehungen bestehen oft über Jahrzehnte. Beide Bestattungshäuser arbeiten nach hohen Qualitätsstandards, sind zertifiziert nach den Richtlinien des Bundesverbandes Deutscher Bestatter. Zu den Kriterien der Bewertung gehören unter anderem ein würdiger Umgang mit den Verstorbenen, Preistransparenz, Weiterbildung der Mitarbeiter und Toleranz gegenüber allen Glaubensrichtungen. Das Bischofswerdaer Bestattungshaus baute im Januar 2017 um und konnte so an seinem Sitz am Neumarkt einen kleinen Raum schaffen, in dem Angehörige und Freunde Abschied von einem Verstorbenen nehmen können. Ein Angebot, das viele Hinterbliebene dankbar annehmen.

Die Klöbers sind bodenständig, sie leben seit einiger Zeit im Burkauer Ortsteil Jiedlitz. Zugleich engagieren sie sich seit anderthalb Jahren für die Hilfsorganisation „DeathCare Embalmingteam Germany“. Diese kommt bei Katastrophen weltweit zum Einsatz, wenn Sterbefälle zu bedauern sind und – im konkreten Fall – deutsche Opfer für die Überführung nach Deutschland vorbereitet werden müssen. „Eine Rückführung kann Wochen dauern. Wir präparieren die sterblichen Überreste so, dass die Angehörigen in Deutschland trotzdem würdig Abschied nehmen können“, sagt Mandy Herforth-Klöber.

Rund 70 aktive Mitglieder und 50 Fördermitglieder aus ganz Deutschland gehören der Hilfsorganisation mit Sitz in Wörth am Rhein an. Marco Klöber und seine Frau sind aktive Mitglieder. Zu einem Katastropheneinsatz starten mussten die Beiden noch nicht. Doch die Rucksäcke sind gepackt. Sollte eine Anforderung kommen, müssen sie innerhalb von 24 Stunden am Einsatzort sein.