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Bischofswerda

Bischofswerda: Nachbarn helfen sich digital

Eine Online-Plattform bringt seit sechs Monaten Bewohner der Stadt zusammen. Inzwischen reichen die Einträge von der Pilgertour bis zur Suche nach Goldfischen.

Katrin Schiller, Mitarbeiterin der Diakonie, koordiniert die digitale Nachbarschaftsplattform in Bischofswerda.
Katrin Schiller, Mitarbeiterin der Diakonie, koordiniert die digitale Nachbarschaftsplattform in Bischofswerda. © Archivfoto: Steffen Unger

Bischofswerda. Wer ein paar wenige Kilometer mit Anderen laufen und vom Alltag abschalten möchte, kann sich am 15. August Christa Schudeja anschließen. Sie wird an diesem Tag auf einem kurzen Stück des Sächsischen Jakobsweges von Bischofswerda nach Goldbach pilgern. Dafür sucht sie Leute, die mitlaufen möchten. 

Die ehemalige Gemeindepädagogin, die jetzt im Ruhestand ist, gehört zu den eifrigsten Nutzern der digitalen Nachbarschaftsplattform nebenan.de, die vor einem halben Jahr in Bischofswerda an den Start gegangen ist. 111 Bewohner der Stadt und ihrer Ortsteile haben sich bisher dafür eingetragen.  

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Nachbarschaft im Internet muss wachsen

Die Plattform sei eine gute Sache, die auf Zukunft ausgelegt ist, sagt Christa Schudeja. Allerdings brauche es seine Zeit, bis sie stadtweit wahr genommen wird. Sie selbst gewinne bislang über diesen Kanal nur selten Interessenten für die Pilgertouren, die sie regelmäßig ausrichtet. 

Bischofswerda ist sachsenweit die Pilotkommune, um das für Großstädte entwickelte Nachbarschaftsnetzwerk auch in ländlichen Gemeinden zu testen. Partner im Landkreis Bautzen ist die Diakonie, die in Bischofswerda unter anderem ein Altenpflegeheim betreibt. Deren Mitarbeiterin Katrin Schiller koordiniert das Projekt vor Ort. 

Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise erlebte das Netzwerk eine erste Bewährungsprobe. Unter dem Namen nebenan.de bündelten Stadtverwaltung und Initiativen ihre Aktivitäten, um hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. So wurden zum Beispiel Älteren Wege zum Einkaufen und zur Apotheke abgenommen. 

Pilotprojekt ist zunächst für ein Jahr angelegt

Inzwischen kehrte nebenan.de zur Normalität zurück. Geworben wird auf der Plattform jetzt für die ersten Veranstaltungen nach dem Lockdown, aber auch für Nachbarschaftshilfe im besten Sinne des Wortes. Ein Bischofswerdaer Ehepaar verschenkt zwei weit gereiste Fahrradträger fürs Auto, eine Goldbacher Familie sucht Goldfische für ihren Gartenteich.  

Ein Anfang, der ausgebaut werden soll. Das geförderte Pilotprojekt ist für ein Jahr angelegt. Dann, so die Hoffnung, soll es sich selbst tragen.  

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