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Bischofswerda: Kulturhaus-Projekt startet noch dieses Jahr

In Kürze kauft die Stadt das Gebäude. Wie es genutzt werden soll, wann die Sanierung losgeht und wie die Bürger einbezogen werden.

Der Bischofswerdaer Oberbürgermeisters Holm Große ist optimistisch, dass noch in diesem Jahr Fördermittel für die Sanierung und Umgestaltung des ehemaligen Kulturhauses bewilligt werden.
Der Bischofswerdaer Oberbürgermeisters Holm Große ist optimistisch, dass noch in diesem Jahr Fördermittel für die Sanierung und Umgestaltung des ehemaligen Kulturhauses bewilligt werden. © Steffen Unger

Bischofswerda. Dieser Satz geht mit voller Vorfreude über die Lippen des Bischofswerdaer Oberbürgermeisters Holm Große (Freie Wähler): "Der Förderantrag, so hoffen wir, wird noch in diesem Jahr bewilligt", sagt er im Gespräch mit Sächsische.de. Gemeint sind jene Fördermittel, die der Stadt für den Kauf des ehemaligen Kreis-Kulturhauses bereits vor einigen Wochen in Aussicht gestellt wurden.

Denn sobald der finale Bescheid dafür bei der Schiebocker Stadtverwaltung eingeht, kann es mit der Wiederbelebung des Kulturhauses als "innovatives Kommunal- und Kulturzentrum" tatsächlich losgehen. "Erster Arbeitsschritt wird die Vergabe der Planungsleistungen sein", erklärt Große. Obwohl bereits ein grundlegendes Konzept über die künftige Nutzung des Gebäudes vorliegt, können erst danach die Detailfragen geklärt werden.

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Rund 16,2 Millionen Euro wird die Sanierung - inklusive des Kaufes von den aktuellen Besitzern - kosten. Das sei gut angelegtes Geld, zumal nur zehn Prozent davon durch die Stadt selbst gezahlt werden müssen. Große nennt es eine "einmalige Chance für Bischofswerda, das Bischofswerdaer Land und die Lausitz", die es unbedingt zu nutzen gelte.

Ins einstige Restaurant ziehen Bücherei und Ämter

Sobald die Bauarbeiten in einigen Jahren abgeschlossen sein werden, zieht wieder Leben in das seit vielen Jahren leerstehende Gebäude nordöstlich des Stadtzentrums ein. "Schwerpunkte der Nutzung sind Bildung, Verwaltung und Kultur", betont Große. Im Detail werden ein Hort, die Bibliothek und Teile der Stadtverwaltung - Bauamt, Familien- und Ordnungsamt und Archiv - ins Kulturhaus einziehen.

Zudem ist laut Informationen des Oberbürgermeisters ein Umzug der Sächsischen Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung (SAKD) fest eingeplant. Diese befindet sich aktuell noch in der Bischofstraße, benötige in Zukunft aber mehr Platz für Erweiterungen. Denn die Digitalisierung von Kommunen, wofür die SAKD primär zuständig ist, schreitet in großen Schritten voran.

Wer genau welche Räume bekommen wird, ist noch nicht ganz klar. Einen Überblick dazu gibt aber ein aktuelles Flächenmodell. Ins ehemalige Restaurant sollen Bibliothek und Ämter einziehen. Im Flügel Richtung Geschwister-Scholl-Straße ist geplant, dass unten der Hort und direkt darüber die SAKD ein neues Zuhause finden. Und an der Bühne im hinteren Teil der Gebäude soll, wie bereits in der Vergangenheit, Platz für kulturelle Veranstaltungen sein.

Saal wird für Abibälle und Jugendweihen genutzt

"Der große Saal wird von Profis bespielt werden, aber wir wollen natürlich auch unseren Vereinen die Chance geben", sagt Große. Anfragen für die Nutzung gebe es bereits einige. "Klar werden wir Schuleinführungen, Abibälle und Jugendweihen wieder da drinnen stattfinden lassen", sagt er.

Auch die Bautzener Studienakademie sowie die Volksbank Bautzen-Dresden hätten bereits Interesse für die Anmietung des Saals bekundet. Bis es so weit sein wird, vergeht allerdings noch einiges an Zeit. "Mit dem Baubeginn ist nicht vor dem ersten Quartal 2023 zu rechnen ist", betont Große.

Noch vorher soll es Informationsveranstaltungen für Interessierte geben. "Wir werden die Bürger, wenn es in den Planungsprozess geht, natürlich einbinden", sagt er. Denn man wolle die "Begeisterung der Menschen" dafür nutzen, um gemeinsam Leben in das Gebäude zu bringen.

Was die Stadtrats-Fraktionen dazu sagen

Auch große Teile des Bischofswerdaer Stadtrats stehen hinter diesen Plänen. "Wir sind sehr stolz auf die aktuellen Bestätigungen, dem Kauf des Objektes dürfte in keinster Art und Weise etwas entgegenstehen", sagt Karl-Heinz John von der FDP.

"Die CDU-Stadtratsfraktion wird auch weiterhin den im Stadtrat vorgezeichneten Weg zur Entwicklung eines Kultur- und Verwaltungszentrums mit integriertem Hort in der Immobilie des Kulturhauses konstruktiv und kritisch begleiten", betont Bernd Grüber. Er ist überzeugt davon, dass das Projekt die Stadt Bischofswerda und die Region spürbar aufwertet.

"Unserer Meinung nach ist dies eine riesige Chance für die Stadt Bischofswerda, unser ehemaliges Kulturhaus vor dem weiteren Verfall zu retten und als Kommunal- und Kulturzentrum in neuen Glanz erstrahlen zu lassen", sagt Mirco Gölfert für die Fraktion der AfD. Er sieht in der bis zu 90-prozentigen Förderung eine "vielleicht nie wiederkehrende Gelegenheit, die es unbedingt zu nutzen gilt".

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"Die Idee, diesen denkmalgeschützten 'Traditionswert' zu erhalten und neu zu beleben ist grundsätzlich unterstützenswert", findet auch Sven Urban von der SPD. Kritik kommt vom Fraktionspartner: "Es entspricht keiner Stärkung der Innenstadt, wenn Galerie und Bibliothek der Innenstadt entzogen und diese im Kulturhaus untergebracht werden", sagt Simone Keimel von der Linken.

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