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Neue Bewohner im Bischofswerdaer Tierpark

Fünf Kapuzineräffchen und zwei Steppenfüchse sind neu in Schiebock. Was sie besonders macht und wie sie den Pflegern auf der Nase herumtanzen.

Im Bischofswerdaer Tierpark gibt es einige neue Tiere - unter anderem Kapuzineräffchen.
Im Bischofswerdaer Tierpark gibt es einige neue Tiere - unter anderem Kapuzineräffchen. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Wenn es bei den Kapuzineräffchen im Bischofswerdaer Tierpark Futter gibt, ist einer immer ganz vorn mit dabei. Teufel - so ihn nennt Tierpark-Chefin Silvia Berger - ist der älteste der fünf neuen Bewohner des Affengeheges. "Er schnappt sich bei der Fütterung immer das ganze Fleisch alleine, da müssen die anderen sehen, wo sie bleiben", erklärt sie. Der 16-jährige Gehaubte Kapuziner ist gemeinsam mit dem ein Jahr jüngeren Weibchen der Ranghöchste.

Und das bekommen tagtäglich nicht nur die deutlich jüngeren Mitbewohner zu spüren. "Wenn wir das Gehege von innen saubermachen, kann es schon passieren, dass der Große mal ausholt und uns einen Stoß gibt", erzählt eine Tierpflegerin. Deshalb sei eines ganz klar: "Hier gehen immer die erfahrenen und ausgebildeten Tierpfleger rein, denn da drinnen ist es nicht ganz ohne", fügt Silvia Berger an.

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Fluchtversuch verhindert

Deutlich entspannter für das Tierpark-Personal geht es nur wenige Meter weiter zu. Hier sind vor Kurzem zwei Steppenfüchse eingezogen. Ein Geschwisterpaar, das aus dem nordrhein-westfälischen Brüggen in die Oberlausitz gekommen ist. "Sie sind super gute Kletterer und sitzen meistens oben. Besonders gerne beobachten sie ihren Nachbarn - den Luchs - und die Schneeeulen", berichtet die Tierparkchefin.

Denn vor allem vor dem Luchs hatten die Steppenfüchse zu Beginn größten Respekt, da er sie in freier Wildbahn ohne Weiteres erlegen könnte. Mittlerweile haben sie sich an ihn aber gewöhnt. "Am Anfang haben sie sich immer versteckt, jetzt sind die draußen und für die Besucher fast immer zu sehen", sagt Berger.

Sie sind sogar so gerne an der frischen Luft, dass einer von ihnen vor einer Weile einen Fluchtversuch starten wollten. "Ein Fuchs ist mal über einen Stamm auf die Astgabel gesprungen und hat versucht, bei den Netzen oben ein Loch zu machen. Aber das haben wir rechtzeitig bemerkt", erzählt Silvia Berger.

Im Bischofswerdaer Tierpark sind vor kurzem auch zwei Steppenfüchse aus dem nordrhein-westfälischen Brüggen eingezogen. Sie sind bereits ausgewachsen und werden nicht größer.
Im Bischofswerdaer Tierpark sind vor kurzem auch zwei Steppenfüchse aus dem nordrhein-westfälischen Brüggen eingezogen. Sie sind bereits ausgewachsen und werden nicht größer. © SZ/Uwe Soeder

Dass es überhaupt dazu kommen konnte, ist mit den umfangreichen Umbauten im Gehege zu erklären. Denn vorher haben hier Polarfüchse gewohnt, die eine völlig andere Umgebung brauchten. "Wir haben draußen unter anderem eine extra Hütte hingestellt. Aber die Füchse buddeln sich lieber ihre eigene Höhle – direkt unter der Hütte", sagt die Tierpark-Leiterin.

Eine Gemeinsamkeit haben Gehaubte Kapuziner und Steppenfüchse - sie fressen alles. Doch während bei den Füchsen jeden Dienstag gefastet wird, da es in freier Wildbahn auch nicht täglich etwas gibt, sieht es bei den Kapuzinern ganz anders aus. Denn sie bekommen fünf Mahlzeiten am Tag.

Ganz früh eine Körnermischung mit Walnüssen und Mehlwürmern, dann etwas Süßes - beispielsweise einen Apfel, später etwas Fleisch, am Nachmittag Gemüse und abends wieder Körner. "Sie würden alles fressen, aber da müssen wir aufpassen, dass die Ernährung ausgewogen ist", betont Berger.

Namenssuche für die Neuen

Da die Tiere ständig beschäftigt werden müssen, überlegen sich die Tierpfleger immer neue Ideen für die Fütterung. Manchmal wird das Futter in einer verschlossene Flasche gegeben, und die Äffchen müssen diese öffnen - was auch gelingt.

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Auch auf einem ganz anderen Gebiet laufen im Tierpark gerade Überlegungen: "Die anderen Tiere neben Teufel müssen noch einen Namen bekommen, da werden wir bald nochmal eine Aktion machen", sagt Silvia Berger. Wie die Namenssuche genau ablaufen werde, sei zwar noch offen, die Besucher sollen aber in jedem Fall eingebunden werden. Doch auch bevor die neuen Namen feststehen, kann man die neuen Tiere schon jetzt in ihrem neuen Zuhause beobachten.

Für vier der fünf neuen Kapuzineräffchen wird noch ein Name gesucht.
Für vier der fünf neuen Kapuzineräffchen wird noch ein Name gesucht. © SZ/Uwe Soeder

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