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Neukirch: Neues Lokal entsteht an der B 98

Das Bistro der Schiebocker Fleischverarbeitungsgesellschaft in Bischofswerda läuft gut. Nun schafft das Unternehmen im Oberland etwas Ähnliches.

Das Bistro "Zum Schiebocker" in Bischofswerda, das von Annett Oehme geleitet wird, läuft seit Jahren sehr gut. Jetzt wird die Idee kopiert - in Neukirch.
Das Bistro "Zum Schiebocker" in Bischofswerda, das von Annett Oehme geleitet wird, läuft seit Jahren sehr gut. Jetzt wird die Idee kopiert - in Neukirch. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Der "Schiebocker" gehört bereits seit Jahren als fester Bestandteil zum Ortsbild von Neukirch. Viele Kunden schätzen das  Fleisch- und Wurstangebot. Nun soll es erweitert werden. Die Schiebocker Fleischverarbeitungsgesellschaft baut neu.  Nahe der Neukircher Kirche soll ein Bistro mit 70 Plätzen und einem separaten Geschäft entstehen. "Die Pläne sind fertig und werden demnächst zur Genehmigung eingereicht", sagt Jens Mühmelt, geschäftsführender Gesellschafter des Bischofswerdaer Unternehmens. 

Im nächsten Jahr soll gebaut werden. Wenn alles nach Plan läuft, kann das Bistro im Spätsommer oder Herbst 2021 eröffnet werden. 

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Ruine in der Ortsmitte wurde abgerissen

Sein Geschäft im Neukircher "Hofgericht" wird das Unternehmen dann aufgeben. "Uns liegt es am Herzen, den Einwohnern von Neukirch mehr zu bieten als eine weitere Wursttheke. Wir stehen für Genuss, und dazu gehört unserer Meinung nach auch ein Bistro, in dem man verweilen und genießen kann. Im Hofgericht hätten wir nicht die Erweiterungsmöglichkeiten gehabt, die wir brauchen", sagt Jens Mühmelt. 

Die Schiebocker Fleischverarbeitungsgesellschaft erwarb deshalb die Ruine einer ehemaligen Gaststätte in der Ortsmitte und ließ sie zu Beginn dieses Jahres abreißen. Nebeneffekt: Damit verschwand zugleich ein Schandfleck unmittelbar an der Bundesstraße 98. 

Mit dem inzwischen abgerissenen Gebäude erwarb das Unternehmen auch einen Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dort werden die Kunden parken können. 

Das Bistro "Zum Schiebocker" steht in Bischofswerda auf dem Werksgelände der Schiebocker Fleischverarbeitungsgesellschaft. Etwas Ähnliches soll jetzt in Neukirch nahe der Kirche errichtet werden.
Das Bistro "Zum Schiebocker" steht in Bischofswerda auf dem Werksgelände der Schiebocker Fleischverarbeitungsgesellschaft. Etwas Ähnliches soll jetzt in Neukirch nahe der Kirche errichtet werden. © SZ/Uwe Soeder

Für das Neukircher Bistro setzt Jens Mühmelt auf ein ähnliches Prinzip wie beim 2012 eröffneten Bistro "Zum Schiebocker" auf dem Werksgelände in Bischofswerda. Gekocht wird vor Ort. Neben zwei wechselnden Tagesessen wird es ein Imbissangebot geben. Der Raum kann außerhalb der Geschäftszeiten für Feiern und Veranstaltungen mit Catering gemietet werden. 

Der neue Standort schafft weitere  Arbeitsplätze. Die Verkäuferinnen des jetzigen Ladens in der Oberlandgemeinde wechseln in das neue Geschäft. Zudem soll es sechs bis acht Neueinstellungen geben, vorzugsweise Köche, Verkäufer, Fachkräfte aus dem Bereich der Gastronomie. "Wir beginnen jetzt, Mitarbeiter einzustellen", sagt Jens Mühmelt. Die erste neue Mitarbeiterin wird am 1. Oktober beginnen. In Bischofswerda wird sie die Abläufe im Bistro "Zum Schiebocker" kennenlernen. 

Wie das Neukircher Bistro heißen wird, ist noch nicht entschieden. Doch der Name "Schiebocker" wird sich auch dort widerspiegeln. "Dieser Name steht bereits seit über 20 Jahren für Qualität und ist daher unsere Marke",  sagt Jens Mühmelt. 

Das Vertrauen der Neukircher Kunden in das Unternehmen ist in den Jahren gewachsen. Darauf baue man bei der geplanten Investition auf. Der Geschäftsführer lobt zudem das gute Wirtschaftsklima in Neukirch - angefangen bei der Unterstützung durch die Gemeinde bis zu bestehenden Netzwerken mit Unternehmern aus dem Ort. 

Geschlachtet wird in Sohland

Das ordnet sich ein in die Firmenphilosophie der Schiebocker Fleischverarbeitungsgesellschaft . "Wir setzen auf regionale Kreisläufe", sagt Jens Mühmelt. So habe man selbst durchgehend die Qualitätskontrolle in der Hand.  

Der Bischofswerdaer Betrieb bezieht sein Schlachtvieh aus einem Umkreis von maximal  rund 35 Kilometern. Durch die Übernahme der Landschlachterei Sohland im Sommer 2019 konnte  das Unternehmen einen lokalen Wirtschaftsfaktor und damit Arbeitsplätze sowie qualifizierte Mitarbeiter in der Region erhalten. Nun läuft der gesamte Produktionsprozess - von der Aufzucht der Tiere bis zum Verarbeiten der Wurst - transparent und nachhaltig. „Die eigene Schlachtung erlaubt uns die Verwertung von hochwertigstem Fleisch, frei von Gentechnik. In der Zubereitung setzen wir auf geringste Mengen an Zusatzstoffen und Zusätzen. Lieber arbeiten wir mit Gewürzen und Spezialitäten aus umliegenden Höfen, um unserer Wurst den perfekten Geschmack zu verleihen. Zusätzlich arbeiten wir mit einer eigenen Buchenholzräucherei, um einige unserer Produkte mit feinem Raucharoma zu versehen“, so Mühmelt.

Zurzeit wird in der Schlachterei in Sohland im großen Stil investiert, um die Arbeit für die Mitarbeiter leichter zu machen, aber auch um Kühltechnik sowie Transport- und Logistiksysteme zu modernisieren. 

Aufträge gehen an Firmen aus der Region

Verkauft werden die Erzeugnisse in den zwölf eigenen Geschäften der Schiebocker Fleischverarbeitungsgesellschaft zwischen Großröhrsdorf, Neustadt und Kirschau sowie per Verkaufswagen, aber auch im Onlineshop. Die firmeneigenen Bistros runden das Angebot ab. Zur Verantwortung für die Region gehört für das Unternehmen auch, dass vorwiegend Firmen aus der Region das Bistro in Neukirch bauen werden. "Die Region gewinnt, wenn Interessen gebündelt werden", kommentiert der geschäftsführende Gesellschafter. 

Die Schiebocker Fleischverarbeitungsgesellschaft beschäftigt aktuell 85 Mitarbeiter, davon rund 40 in Bischofswerda. Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres wurde ein Lehrling im Verkauf eingestellt. Damit gibt es im Unternehmen zurzeit vier Auszubildende - drei im Verkauf und einen angehenden Fleischer.  

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