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Das lesen die Bischofswerdaer in der Krise

Büchereien müssen derzeit geschlossen bleiben, aber die Medienausleihe ist möglich. Wie das in Schiebock funktioniert und was dabei die Renner sind.

Aniko Heinze leitet seit einem Jahr die Bibliothek in Bischofswerda. Besonders gern ist sie bei den Regionalkrimis und informiert sich durch das Lesen der Klappentexte über den Inhalt.
Aniko Heinze leitet seit einem Jahr die Bibliothek in Bischofswerda. Besonders gern ist sie bei den Regionalkrimis und informiert sich durch das Lesen der Klappentexte über den Inhalt. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Aniko Heinze hält sich am liebsten bei den Regionalkrimis auf. Die Leiterin der Bibliothek Bischofswerda stöbert gern in den Neuerscheinungen und liest sich die Klappentexte der Krimis durch. „Als ich hier angefangen habe, hatte ich in diesem Regal ein Buch einer alten Schulfreundin gefunden und war erstaunt darüber, was diese Bibliothek anzubieten hat.“ Es sei für sie ein Signal gewesen, dass sie hier richtig ist.

Seit genau einem Jahr leitet Aniko Heinze die Bibliothek Bischofswerda. Nachdem sie in Dresden Literatur studiert hatte, arbeitete sie zunächst im Büro einer Metallverarbeitungsfirma. Später war sie im Abrechnungswesen einer Installationsfirma angestellt, ehe sie als Assistentin der Geschäftsführung in einer Rechtsanwaltskanzleitätig war.

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Doch die 33-Jährige wollte immer zurück zu den Büchern. Und als sich die Möglichkeit ergab, die Bibliothek in ihrer Heimatstadt zu führen, musste sie nur kurz überlegen. „Bibliothek war immer mein Traum, aber selbst als Literaturstudentin ist es schwer reinzukommen. Denn für Bibliothekswesen gibt es einen eigenen Studiengang“, sagt sie.

Online-Katalog ist in Planung

Dennoch wurde sie von der Stadt als Leiterin eingestellt und hatte mit der Corona-Pandemie gleich ihre erste große Herausforderung. „Für mich war es sogar ein kleiner Vorteil, dass Corona kam. So konnte ich mich in aller Ruhe einarbeiten“, erzählt Aniko Heinze. Dennoch habe sie natürlich lieber Kunden in der Bibliothek. „Ich freue mich immer, wenn die Regale besonders leer sind. Denn dann sind viele Bücher verliehen, und unser Angebot wird gut angenommen“, sagt sie.

Derzeit müssen die Bibliotheken in Sachsen geschlossen bleiben, nur die Medienausleihe bleibt gestattet. Viele Einrichtungen haben dafür einen Online-Katalog, in dem man sich Bücher aussuchen kann und diese dann nach Hause geschickt werden. Das ist zum Beispiel in Dresden der Fall. In Bischofswerda gibt es ein solches Angebot noch nicht. „Das ist derzeit in Planung. Wir wollen den Service gern bis Ende des Jahres anbieten können“, sagt Aniko Heinze.

Regionalkrimis und Hera-Lind-Bücher besonders beliebt

Dennoch hat sich die Leiterin für die Bibliothekskunden bereits jetzt eine Ausleih-Möglichkeit einfallen lassen. „Jeweils drei Personen dürfen nach telefonischer Anmeldung und unter strengen Hygieneregeln für 15 Minuten in die Bibliothek und Bücher ausleihen“, erklärt Aniko Heinze. Dieser Service existiert seit einer Woche und werde gut angenommen. „Den meisten reicht die Zeit. Sie gehen sehr zielstrebig zu den Büchern und wissen genau, was sie haben wollen.“ Viele wären bereits nach fünf Minuten wieder draußen.

Besonders gern werden derzeit Krimis und Romane ausgeliehen. „Vor allem Regionalkrimis oder Bücher von Hera Lind sind regelmäßig verliehen“, sagt Aniko Heinze. Auch Zeitschriften werden gut gelesen. „Darauf greifen vor allem Väter zurück. Sie leihen sich Auto- und Computer-Zeitschriften aus oder mal eine Men’s Health.“ Mütter würden dagegen würden vor allem Ratgeber lesen. „Das Spektrum ist dabei sehr vielfältig und geht von Gesundheit über Garten bis zur Erziehung.“

Reiseliteratur ist kaum gefragt

Kinder würden neben den Kinderbüchern vor allem Hörspiele ausleihen. Besonders gefragt sind dabei Hörbücher der Reihe „Was ist Was“ oder der "Drei Fragezeichen". „Der absolute Renner sind derzeit unseren kleinen Tonies“, sagt Aniko Heinze. Das sind kleine Figuren, die mithilfe einer Abspielbox eine Geschichte erzählen oder ein ganzes Hörbuch abspielen. „Derzeit haben wir 50 solcher Figuren, doch meistens sind nur um die zehn überhaupt verfügbar“, sagt die Leiterin

Der Ladenhüter sei im Moment die Reiseliteratur. „Wenn die Menschen nicht reisen können, müssen sie sich auch vorher nicht informieren“, sagt Aniko Heinze.

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