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Bischofswerda: Das bringt der Breitbandausbau

Noch bis Sommer 2021 kümmert sich die Enso um schnelleres Internet in Schiebock. Neben Baustellen und Sperrungen bringe das aber auch viele Vorteile mit sich.

Falk Schillhabel koordiniert den Tiefbau beim Projekt Breitbandausbau in Bischofswerda, etwa an der Rudolf-Breitscheid-Straße. Dabei geht es nicht nur um schnelleres Internet. Dort wo der Enso-Mitarbeiter steht, wird etwa eine neue Trafostation gebaut.
Falk Schillhabel koordiniert den Tiefbau beim Projekt Breitbandausbau in Bischofswerda, etwa an der Rudolf-Breitscheid-Straße. Dabei geht es nicht nur um schnelleres Internet. Dort wo der Enso-Mitarbeiter steht, wird etwa eine neue Trafostation gebaut. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Wo kann man in dieser Stadt überhaupt noch langfahren? Diese Frage geisterte 2020 immer wieder mal durch Bischofswerda. Wenngleich sehr überspitzt, aber das hat die Schiebocker immer wieder beschäftigt. Eine Baustelle folgte der nächsten. Damit waren Sperrungen und Umleitungen verbunden.

Die meisten davon betreffen den Breitbandausbau durch die Enso. Falk Schilhabel, Gesamtkoordinator des Tiefbaus bei diesem Projekt, ist bewusst, dass 140 einzelne Baustellen eine große Herausforderung für alle beteiligten Mitarbeiter und für die Einwohner sind. „Wir haben immer versucht mit der Stadt einen Weg zu finden, den Verkehr möglichst gut fließen zu lassen.“

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Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 20. Januar 2021, in virtuellen Räumen statt.

Von diesen 140 Baustellen seien 93 abgeschlossen, 24 gegenwärtig im Bau und die letzten 23 werden 2021 begonnen, teilte sein Kollege Reinhard Jung Mitte Dezember mit. „Das geht nicht ohne Bagger, Absperrzäune, Verkehrssperrungen und Umleitungen - das müssen wir alle aushalten.“ Ende Juni sollen alle Arbeiten erledigt sein. Wenn es das Wetter während der Winterpause zulasse, werden auch im Januar und Februar 2021 Bauaktivitäten zu sehen sein.

355 Kilometer Glasfaserkabel werden verlegt

Im kommenden Sommer werden Mitarbeiter von 20 Firmen unter Führung der Enso neue Breitbandtrassen in einer Gesamtlänge von 54 Kilometern verlegt haben, unter anderem. Das Ziel, der Breitbandausbau in Bischofswerda, soll über die vorhandenen Kupferkabel zu den Häusern, Datenübertragung über das vorhandene Fernsehkabelnetz der Info-Kabel GmbH sowie Glasfaser bis in die Häuser erreicht werden.

Bis Ende Juni werden deswegen auch 355 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Es wird 29 neue graue Kästen auf Gehwegen geben, in denen die Glasfasern zu den Häusern enden und Übertragungstechnik untergebracht sei, erklärt Reinhard Jung. Zudem habe man noch weitere Arbeiten erledigt. „In einigen Straßen liegen am Ende des Förderprojektes auch neue Strom- und Gasleitungen und dazugehörige neue Hauseinführungen für diese Medien.“

Das bestätigt Falk Schilhabel. An manchen Stellen sei die Mittel- und Niederspannung erneuert worden. An der Dresdener oder der Bautzener Straße gebe es jetzt neue Gasleitungen. An der Rudolf-Breitscheid-Straße werde eine komplett neue Trafostation gebaut und die bestehende abgerissen. Im ehemaligen Papageienviertel sei das bereits passiert.

Bürgerbeschwerden zum Teil berechtigt

Dass es bei so vielen und umfassenden Bauarbeiten zu Problem komme, sei kaum vermeidbar, erklärt Reinhard Jung anhand verschiedener Beispiele. „Da wird plötzlich unter der Oberfläche ein altes Brückenbauwerk gefunden, was auch in den Plänen der Stadtverwaltung nicht verzeichnet war. In den Planungen berücksichtige vorhandene Leerrohre waren dann doch nicht nutzbar. Und manche vor Jahrzehnten verlegte Stromleitung lag in Schlängellinie, sodass der Baugraben breiter werden musste als vorgesehen.“

Da habe es sofort Bürgerbeschwerden über Stillstand am Bau gegeben. „Davon waren mitunter einige berechtigt, viele konnten jedoch mit dem Erläutern der Sachlage am Bau beantwortet werden.“

Dass der Breitbandausbau hier jetzt umgesetzt werde, sei nicht selbstverständlich, erklärt Reinhard Jung. „Bischofswerda hat großes Glück, dass der Landkreis Bautzen als erster in Sachsen ein landkreisweites Projekt der Breitbandförderung gestartet hat. Der Zeitvorteil gegenüber anderen Landkreisen und Regionen beträgt zwei bis vier Jahre.“

Wettbewerbsvorteil für Bischofswerda

Und das bringe Vorteile, meint Reinhard Jung, nicht nur für alle Bürger mit Breitbandanschluss. „Die Stadt Bischofswerda insgesamt wird attraktiver. Vor allem jüngere Menschen fragen nach Immobilien mit Breitbandanschluss.“ Deren Werthaltigkeit sei gesichert oder steige sogar an. Dank der Breitbandversorgung und des Zeitvorsprungs durch das Landkreisprojekt habe Bischofswerda einen Wettbewerbsvorteil der Städte rund um Dresden.

In der Schiebocker Stadtverwaltung sehe man das ähnlich. „Der Breitbandausbau hat einen hohen Stellenwert für unsere Stadt.“ Der jetzige Ausbau durch den Landkreis sei ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer modernen und attraktiven Kleinstadt.

„Schnelles Internet ist nicht nur ein toller Service für unsere Bürger und unsere zahlreichen Bestandsunternehmen, sondern auch ein enorm wichtiger Standortvorteil. Bei Neuansiedlungen ist die erste Frage von Investoren meist: Wie sieht es mit schnellem Internet aus?“, teilt die Verwaltung mit.

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