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Bühlauer Kinder drehen einen Krimi

Zur 900-Jahr-Feier des Ortes im nächsten Jahr wollte auch der Dorfnachwuchs etwas beisteuern und hatte eine verrückte Idee.

„Kamera ab“, hieß es von Montag bis Mittwoch beim Filmdreh in Bühlau. Hier bauten die Macher die Technik vor einer Scheune auf einem Gehöft auf: Jasmin steht an der Kamera, Constance bedient den Ton, und Sora schlägt die Klappe.
„Kamera ab“, hieß es von Montag bis Mittwoch beim Filmdreh in Bühlau. Hier bauten die Macher die Technik vor einer Scheune auf einem Gehöft auf: Jasmin steht an der Kamera, Constance bedient den Ton, und Sora schlägt die Klappe. © SZ/Uwe Soeder

Bühlau. Klappe und Action hieß es in den vergangenen Tagen im Großharthauer Ortsteil Bühlau. Denn ein Dutzend Kinder waren mit Kamera und Mikrophon im Dorf unterwegs, um einen Film über ihren Ort zu drehen. Aber nicht irgendeinen. Ein Krimi sollte es sein.

Die Idee dazu hatten die Kinder selbst, erzählt Fanny Müller. Und zwar in Vorbereitung des 900. Geburtstages, den der Ortsteil nächstes Jahr feiern will. Bei der ersten Zusammenkunft des Organisationskomitees im März habe man den Wunsch der Mädchen und Jungen auf den Tisch gepackt, so die Bühlauerin.

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Und auch gleich Unterstützung gefunden. Torsten Kluge, ein ehemaliger Bühlauer, der jetzt in Großharthau lebt, stieg mit in das Projekt ein und vermittelte den Kontakt zum Dresdner Studio des Sächsischen Ausbildungs-und Erprobungskanals (SAEK), der über die erforderliche Filmtechnik verfügt. Denn im Rahmen seiner Arbeit beim Bischofswerdaer Netzwerk für Kinder und Jugendarbeit verfügt Torsten Kluge bereits über Erfahrungen auf dem Gebiet, drehte gemeinsam mit dem SAEK und den Arnsdorfer Kinokids bereits einen Zombie-Kurzfilm.

Kinder haben Drehbuch selbst geschrieben

Dreh- und Angelpunkt der Bühlauer Filmgeschichte mit dem Titel „Die Limetten“ ist, dass der Bäcker plötzlich verschwindet. Die Mädchen und Jungen des Ortes vermuten eine Entführung und wollen den Fall lösen. Um dieses Ereignis herum, wurde die Geschichte des Films gesponnen.

Bereits im März entstand das Drehbuch, bei dem jedes Kind Wünsche einbrachte. Phillip, der mit seinen sechs Jahren übrigens der jüngste Akteur ist, und sein Bruder Ben wollten beispielsweise, dass ihre Traktor fahrende Mama in einer Szene zu sehen ist. „Wir mögen nämlich Traktoren“, erklärt der Zehnjährige mit wichtige Mine. Warum sie mitmachen? „Weil es Spaß macht. Und ich wollte immer schon mal wissen, wie eine Kamera in echt aussieht“, sagt Ben und Bruder Phillip nickt zustimmend.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Mädchen und Jungen bei ihrem Film – von der Idee, übers Drehbuch bis hin zum Filmen und Schneiden – selbst die Macher sind. Dabei ging es fast wie bei den Profis zu. Der Nachwuchs merkte aber auch ziemlich schnell: Einen Film zu drehen, ist richtig anstrengend. Es reicht nicht, einfach nur die Kamera laufen zu lassen.

Hinter jeder noch so kleinen Sequenz stecken viel Arbeit und Überlegung. Wer kommt ins Bild und aus welcher Richtung, müssen rangezoomt werden und ist das Licht optimal? „Wir haben mit den Kindern beispielsweise die Kameraeinstellungen besprochen und sind noch einmal die Szenen durchgegangen", sagt SAEK-Medienpädagoge Andreas Schönherr. 

Statisten wurden per Flyer und Facebook-Aufruf gesucht

Gedreht wurde von Montag bis Mittwoch. An verschiedenen Orten – an der alten Schule, der Hexenburg, am Sportplatz, auf dem Heuboden einer Scheune, wo die Bande ihr Hauptquartier hat, von dem aus sie ihre Detektivarbeit koordiniert. Ein straffes Programm für die vielen geplanten Sequenzen.

Los ging es Montag mit einer Massenszene an der Bäckerei des Ortes. Dafür wurden etliche erwachsene Statisten gebraucht. Die suchte man per Flyer und Facebook-Aufruf, verrät Fanny Müller. Die Bühlauer ließen sich nicht lange bitten. Der Bäcker auch nicht. Als die Filmemacher ihn fragten, ob er mitspielt, kam ein promptes Ja.

Und auch die Eltern der Laienschauspieler sind Feuer und Flamme. Sven und Ivonne Steinert, haben extra ihren Urlaub verschoben, damit ihre zwei Kinder beim Filmdreh dabei sein können. Und auch für sie als Zaungäste sei das ganz interessant. Dem stimmt Anke Tschipke vorbehaltlos bei. Auch ihre vier Sprößlinge und sogar Familienhund Helen spielen in dem Streifen mit. 

Nach den drei Drehtagen steht nun noch das Schneiden des Filmes aus. Auch das werden die Film-Kids in den nächsten Wochen – unter fachkundiger Anleitung – allein machen. Auf das Ergebnis sind alle Beteiligten schon jetzt ungeheuer gespannt.

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