SZ + Bischofswerda
Merken

Kirchendach in Pohla muss saniert werden

Das Dachgebälk der Dorfkirche wird langsam morsch. Noch fehlt das Geld für die Arbeiten. Doch sie müssen bald beginnen. Sonst droht Gefahr.

Von Timotheus Eimert
 4 Min.
Teilen
Folgen
Von außen sieht die Kirche in Pohla noch in Ordnung aus. Innen müssen aber Teile des Dachstuhles erneuert werden, berichten Pfarrer Marko Mitzscherling und Barbara Petermann, Mitglied im Kirchenvorstand.
Von außen sieht die Kirche in Pohla noch in Ordnung aus. Innen müssen aber Teile des Dachstuhles erneuert werden, berichten Pfarrer Marko Mitzscherling und Barbara Petermann, Mitglied im Kirchenvorstand. © SZ/Uwe Soeder

Demitz-Thumitz. Von außen sieht die kleine Dorfkirche „Maria am Berge“ im Demitz-Thumitzer Ortsteil Pohla nicht danach aus, dass sie renoviert werden müsste. Doch das Problem versteckt sich im Inneren des Gotteshauses. „Das Dachtragwerk aus Holz muss dringend erneuert werden. Das Holz ist mehrere Jahrhunderte alt“, sagt Pfarrer Marko Mitzscherling, der für die vier evangelischen Kirchgemeinden Burkau, Demitz-Thumitz, Pohla und Uhyst am Taucher zuständig ist.

Genauer gesagt, fangen im Dachstuhl die Querbalken an den Enden langsam an zu faulen. Die Last des Daches sei somit auf Dauer nicht mehr gleichmäßig verteilt. Es könnte zum Einsturz des Daches kommen. „Solange die Balken an den Enden nur morsch sind, ist das kein größeres Problem und kann noch gut behoben werden. Das Problem ist der Hausschwamm, der nun langsam auftritt“, sagt der Pfarrer, der sich seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren in der Gemeinde auch mit der kaputten Kirche beschäftigen muss.

Stützbalken sichtert Decke provisorisch

Wenn sich der Hausschwamm über einen gewissen Zeitraum hinweg entwickeln kann, zerstört er das befallene Holz vollständig. Das Holz wird ausgetrocknet und zerfällt bei Berührung zu Staub. „Im schlimmsten Fall kann dann der Mauerbogen von der Decke geflogen kommen“, drückt sich Mitzscherling drastisch aus. Dieser habe keine tragende Funktion und sei auch erst nachträglich eingebaut worden.

Vor zwei Jahren habe die Zimmerei "Sperling und Zimmer" aus Schönbrunn die Decke deshalb mit einem Stützbalken in der Mitte des Kirchraumes provisorisch gesichert. „Damit ist die Decke der Kirche zunächst einmal nicht einsturzgefährdet und wir können Gottesdienste abhalten, aber eine Dauerlösung ist das natürlich nicht“, erläutert Mitzscherling.

Der Balken in der Mitte der Pohaler Kirche wurde vor zwei Jahren eingebaut. Er stützt die Decke des Gotteshauses provisorisch.
Der Balken in der Mitte der Pohaler Kirche wurde vor zwei Jahren eingebaut. Er stützt die Decke des Gotteshauses provisorisch. © SZ/Uwe Soeder

Wie viel Geld die Sanierung kostet, das können weder der Pfarrer noch Kirchvorsteherin Barbara Petermann beantworten. „Wir schätzen eigentlich seit drei Jahren die Kosten für die Sanierung“, sagt Petermann. Und Mitzscherling ergänzt: „Die Baupreise steigen stetig, eine zu verlässliche Aussage über die Kosten ist deswegen schwierig.“

Sanierungskosten werden auf 300.000 Euro geschätzt

Das Architekturbüro "Müller und Hilmes" aus Schmölln-Putzkau erstellte im Dezember 2019 ein Baugutachten für die Kirchendachsanierung. Damals wurden die Kosten für die Erneuerung des Dachstuhles auf 300.000 Euro geschätzt. Das Problem dabei ist, dass auch das Schieferdach abgedeckt werden muss.

Teilweise könnten Dachstühle aus Holz, auch ohne das Dach zu öffnen, saniert werden. „Aber das ist nach Einschätzung der Experten hier nicht mehr möglich“, berichtet Mitzscherling.

Das Schieferdach muss also anschließend neu gedeckt werden. Doch dafür gebe es heutzutage nur noch sehr wenige Firmen. „Ein Schieferdach hat eine Lebensdauer von rund 100 Jahren, regelmäßige Pflege vorausgesetzt. Das heißt, dass auch die Unterkonstruktion mindestens so lange halten muss“, gibt der Pfarrer weiterhin zu Bedenken.

Um das Vorhaben überhaupt umsetzen zu können, sammelt die Kirchgemeinde seit dem ersten Gutachten Spenden. Doch das allein wird nicht reichen, meint Mitzscherling. „Wir müssen in ein Förderprogramm hineinkommen, damit wir die Kirche erhalten können. Leider fehlt uns dabei die Unterstützung aus der Bundespolitik“, berichtet er. Mit der CDU-Landtagsabgeordnete Patricia Wissel sei man bereits im Austausch, aber sie könne in der Angelegenheit auf Landesebene wenig bewegen.

Bis 2034 soll das Dach der Kirche saniert sein

„Die Kirche sollte unbedingt erhalten bleiben, auch wenn immer weniger Menschen in die Gottesdienste gehen“, findet Barbara Petermann. Denn die Pohaler Kirche gehört zu den ältesten der Lausitz. Bereits seit 1334 stand die Taufkapelle des heutigen Chorraumes schon. Darauf weise die Bauweise aus Feldsteinen und Lehm ohne Mörtel hin. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde das Gotteshaus dann um ein rechteckiges, flach gedecktes Langhaus erweitert, da sich die Zahl der Kirchenbesucher immer weiter vermehrte.

Insgesamt sechsmal wurde die Kirche seitdem restauriert oder umgebaut. Die bisher letzte Grundinstandsetzung erfolgte von 1979 bis 1982. Dabei wurden zunächst der Kirchturm und die Fassade restauriert, später erfolgten die Renovierung des Innenraumes, und dabei wurden auch die Giebel der Kirche in heller Kratzputztechnik durch die Baufirma Gerhard Baumann aus Pohla erneuert.

Eigentlich hätten schon damals das Dachtragewerk saniert werden müssen, meint Marko Mitzscherling. „Doch zu DDR-Zeiten gab es kein Holz. Deswegen hat man es nur an verschiedenen Stellen geflickt.“ Nach der Wende sei dann kein Geld da gewesen, und andere Dinge waren wichtiger. Der Pfarrer hofft nun, dass bis zum 700-jährigen Kirchweihjubiläum 2034 das Dach der Kirche saniert werden kann.

Spenden für den Erhalt des Kirchendaches in Pohla können überwiesen werden an:
Empfänger: Evangelisch-lutherische Kassenverwaltung Bautzen
IBAN: DE75 3506 0190 1681 2090 57
BIC: GENODED1DKD
Verwendungszweck: Pohla - 0436 „Kirchensanierung“