merken
PLUS Bischofswerda

Neuster Trumpf aus Neukirch

Der Werkzeugmaschinenbauer hat zusammen mit Siemens aus Chemnitz eine neue Lasermaschine entwickelt. Davon profitieren nicht nur die Kunden.

Zwei Projektleiter, ein Ergebnis: Marcus Busch von Trumpf in Neukirch (links) und Dirk Schwitzky von Siemens in Chemnitz stehen vor einer neuen Maschine, die in den beiden Unternehmen gemeinsam entwickelt wurde.
Zwei Projektleiter, ein Ergebnis: Marcus Busch von Trumpf in Neukirch (links) und Dirk Schwitzky von Siemens in Chemnitz stehen vor einer neuen Maschine, die in den beiden Unternehmen gemeinsam entwickelt wurde. © SZ/Uwe Soeder

Neukirch/Lausitz. Marcus Busch und Dirk Schwitzky haben geschafft, was ihnen selbst viele Kollegen nicht zugetraut hatten. „Im Mai hatten wir uns als Ziel gesetzt, die Maschine im November vorzustellen. Das war selbst für uns sehr kurzfristig und eine mutige Entscheidung, aber wir haben es geschafft. Der Zeitplan ist aufgegangen“, sagt Marcus Busch, Projektleiter bei der Trumpf Sachsen GmbH in Neukirch, die als Spezialist bei der Herstellung von Werkzeugmaschinen für die flexible Blechbearbeitung und bei industriellen Lasern gilt.

Beim sogenannten Laserblanking und den neuen Maschinen läuft das Blech von der Rolle und ein Laser schneidet die gewünschten Bauteile zu. Der Kunde entscheidet, wie viele verschiedene Bauteile er benötigt, und kann das über die Software steuern. Es wird hier also nicht vom Stapel und mit vorgeschnittenen Tafeln gearbeitet, obwohl auch das mit dieser Technik möglich wäre. Dank der Rolle gibt es aber keine Limitierungen durch die Form des Grundmaterials. Wo und ob der Kunde händisch eingreifen möchte, etwa beim Entladen, oder ob alles automatisiert läuft, entscheidet er selbst.

Anzeige
Laden Sie Ihre Akkus auf
Laden Sie Ihre Akkus auf

...und lassen Sie sich elektrisieren.

Zusammenarbeit macht's möglich

Allein hätte Trumpf die Entwicklung aber nicht in dieser Zeit geschafft. Erst die Zusammenarbeit mit Siemens in Chemnitz und dem dortigen Projektleiter Dirk Schwitzky habe das möglich gemacht. „Es ist die Innovation durch die Kombination von Vorhandenem“, sagt Marcus Busch. Sein Kollege aus Chemnitz ist nach wie vor begeistert, dass solche Projekte in Sachsen möglich sind.

Arnim Brüchle ist seit dem 1. April 2019 Geschäftsführer der Trumpf Sachsen GmbH in Neukirch.
Arnim Brüchle ist seit dem 1. April 2019 Geschäftsführer der Trumpf Sachsen GmbH in Neukirch. © SZ/Uwe Soeder

Arnim Brüchle, Geschäftsführer in Neukirch, beschreibt es so: „Trumpf und Siemens haben innovative Lösungen und führen diese kundenspezifisch zusammen. Von Trumpf kommt die Lasermaschine, von Siemens die Steuerung des Gesamtsystems.“ Man habe die Ideen gehabt, um etwas zu gestalten, und die jeweiligen Konzernchefs hätten den Beteiligten dafür den nötigen Freiraum und das Vertrauen gegeben. „Ziel ist es, dass jeder Kunde das bekommt, was er benötigt. Und wir gestalten dies mit unseren Partnern und ihren innovativen Lösungen“, erklärt der Geschäftsführer.

Er vergleicht die neuen Maschinen mit dem Bau von Fertigteilhäusern, wo der Käufer entscheidet, wie groß sein Haus, ob es unterkellert sein oder wie es beheizt werden soll. Mit der neuentwickelten Technik könne der Kunde in Zukunft flexibel arbeiten und verschiedene Bauteile produzieren, egal ob die Maschine die Form der Teile schon kennt oder nicht.

Eine Chance für Neukirch und die Lausitz

„Potenzielle Kunden kommen aus der Automobilbranche, es sind Hersteller von Nutzfahrzeugen oder aus der E-Mobilität. Gerade dort gibt es regelmäßige und häufige Veränderungen“, erklärt Arnim Brüchle. „Es ist eine Chance für die Lausitz, digitale Innovationen im Maschinenbau umzusetzen.“

Letztlich gehe es aber nicht nur um die Lausitz allgemein, sondern ganz konkret auch um den hiesigen Standort, sagt Projektleiter Marcus Busch. „Automatisierung war immer schon die Kernkompetenz von Neukirch.“ Mit den neuen Maschinen könnte man „den Grundstein für eine neue Produktlinie legen und auch damit die Zukunft des Standorts Neukirch sichern“. Bis zum kommenden Frühjahr sollen die Konzepte zum Entladen der geschnittenen Bauteile fertiggestellt werden, und im August könnten dann die ersten Maschinen ausgeliefert werden.

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda