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Weihnachtsmann sucht Kollegen

Ein Bischofswerdaer beschert seit Jahren Familien zu Heiligabend. Jetzt will er sich mit Gleichgesinnten austauschen - und hat dafür schon eine Idee.

Matthias Greth aus Bischofswerda zieht Heiligabend sein Kostüm an und besucht als Weihnachtsmann Familien im Landkreis Bautzen. Jetzt will er sich mit anderen Weihnachtsmännern treffen.
Matthias Greth aus Bischofswerda zieht Heiligabend sein Kostüm an und besucht als Weihnachtsmann Familien im Landkreis Bautzen. Jetzt will er sich mit anderen Weihnachtsmännern treffen. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Die ersten Anfragen haben Matthias Greth schon wieder erreicht. Nur ob das in diesem Jahr was mit der Bescherung an Heiligabend wird, weiß nicht mal der Hobby-Weihnachtsmann aus Bischofswerda. „Wir müssen sehen, ob es erlaubt ist.“ Streichen musste der Betreiber der Pension „Unter den Linden“ Corona-bedingt seine Weihnachtsmannkonferenz, die für den 23. November geplant war. Aber aufgegeben hat er sie noch nicht.

Seit mindestens 25 Jahren ist der Schiebocker zu Heiligabend als Weihnachtsmann im Landkreis Bautzen unterwegs. „Angefangen habe ich bei den eigenen Kindern. Früher hatte das Arbeitsamt noch Weihnachtsmänner gesucht und daraufhin hatte ich mich gemeldet.“ Natürlich ist er nicht der Einzige, der das macht. „Heiligabend treffe oder sehe ich immer auch andere Weihnachtsmänner. Man grüßt sich, weiß aber nie, wer dahintersteckt.“ 

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Bärte sind ein großes Problem

Genau das will Matthias Greth ändern, indem er versucht, aktive Weihnachtsmänner aus dem Landkreis ausfindig zu machen, deren Kontakte zu sammeln und alle zu einem Treffen einzuladen. „Wenn man die Kontakte hätte, könnte man Weihnachtsmänner vermitteln und so manchen Familien helfen. Es kommen meist spontane Anfragen noch zwei oder drei Tage vor Heiligabend.“

Zudem soll es um einen Erfahrungsaustausch gehen. Vielleicht könne man das noch im Dezember machen oder eben nächstes Jahr. Matthias Gerth würde sich bei allen Interessierten melden, wenn er erstmal die Kontakte hat. Er stellt sich vor, dass alle „Weihnachtsmänner“ verkleidet zu diesem Treffen kommen. „Jeder soll in seinem Anzug kommen, damit man sich mal gegenseitig begutachten kann und vielleicht Tipps oder Anregungen zum Kostüm bekommt.“

Besonders eine Sache sei sehr kompliziert, sagt der Schiebocker. „Der Knackpunkt ist der Bart. Man bekommt keine ordentlichen Bärte. Die sehen immer künstlich aus.“ Eine Mutter sagte mal bei einer Vorbesprechung zum Heiligabend: „Mit Weihnachtsmannmaske brauchen Sie gar nicht erst kommen.“

Bis zu zehn Familien und 100 Kilometer

Matthias Greth interessiert auch, wie es seine Kollegen machen und wie es bei ihren Familien läuft. Er treffe sich zum Beispiel mit neuen Familien vorher, um zu klären, wie viel Leute da sein werden, wie es mit den Geschenken laufen soll, wo die Bescherung stattfinden und ob er etwa klingeln soll oder nicht. Und etwas möchte er gern von den anderen Weihnachtsmännern wissen: Warum tun sie das?

Für Matthias Greth seien seine Besuche bei den Familien eine Einstimmung auf Weihnachten. „Ich komme immer zu Familien, die den Weihnachtsmann haben wollen. Die Kinder sind vorbereitet und sagen Gedichte auf, singen Lieder oder spielen Instrumente. Ein Junge hat sogar mal Zaubertricks vorgeführt. Und ich kann das alles gemütlich beobachten.“

Aber nicht nur die Kinder müssen sich vorbereiten - auch er.  Dazu lasse er sich von den Eltern etwas zuarbeiten, um bestimmte Dinge anzusprechen. „Und die Kinder denken dann hoffentlich: Woher kann er das wissen“, sagt Matthias Greth. Dazu komme noch die ganze Organisation. „Ich besuche bis zu zehn Familien. Das ist harte Arbeit. Schließlich muss ich mich vorbereiten und einen Zeitplan erstellen.“

Er starte am Weihnachtsabend meist zwischen 14 und 14.30 Uhr und sei gegen 20 Uhr zu Hause. 100 Kilometer kämen da schon mal zusammen bei einer Strecke, die etwa von Bischofswerda aus nach Kamenz, Burkau, Demitz-Thumitz, Putzkau, Lauterbach und Großharthau führe. „Viele wollen, dass man nach dem Besuch der Kirche kommt, aber nicht zum Abendbrot. Das muss also gut geplant werden“, erklärt der Weihnachtsmann aus Schiebock.

Matthias Greth bittet aktive Weihnachtsmänner, sich bei ihm zu melden.
Telefon: 03594 785227
E-Mail: [email protected] 

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