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Dieser Grill passt in jeden Rucksack

Anfang 2021 starb überraschend der Geschäftsführer von Käppler und Pausch. Eine Idee, die ihn lange beschäftigt hat, kann jetzt verwirklicht werden.

Philipp Beuermann und der verstorbene Geschäftsführer Klaus Gerlach von Käppler und Pausch mit dem von Gerlach entworfenen Grill "Vinur".
Philipp Beuermann und der verstorbene Geschäftsführer Klaus Gerlach von Käppler und Pausch mit dem von Gerlach entworfenen Grill "Vinur". © Käppler und Pausch

Neukirch/Lausitz. Mit dem kleinen und zusammenklappbaren Grill "Vinur" wollte sich Klaus Gerlach einen Lebenstraum erfüllen. "Bei einem unserer ersten Gespräche sagte Herr Gerlach zu mir, dass er mal mit einem eigenen Grill in das renommierte Männermagazin ‚BEEF!‘ kommen will. Das war 2017", berichtet Philipp Beuermann, Technischer Leiter der Metallbaufirma Käppler und Pausch in Neukirch,.

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Bei einer Reise durch Island im Jahr darauf sei er dann auf die Idee für einen Grill im A4-Format gekommen, erinnert sich Beuermann. Daraufhin tüftelten beide mit dem gesamten Team über viele Wochen, bis eines Tages der erste Prototyp fertig war. Für den Namen gab es viele Vorschläge, doch am Ende fiel die Entscheidung auf das Wort, was ihn am besten beschreibt.

"Vinur" - das kommt aus dem Isländischen und bedeutet auf Deutsch einfach nur "Freund". Denn das große Bestreben den Klaus Gerlach ging dahin, einen Grill zu entwerfen, den man überall mit hinnehmen kann, der aber an sich keinen Müll verursacht - im Gegensatz zu den Einweggrills aus Aluminium.

Vom Prototyp bis jetzt gab es bereits fünf Versionen, die immer weiter verbessert wurden. Doch Klaus Gerlach wird die Weiterentwicklung seiner Idee nicht mehr miterleben können. "Wir waren froh, dass wir das letzte Jahr ohne größere Einschnitte überstanden hatten, doch dann ist gleich am ersten Arbeitstag unser bisheriger Geschäftsführer vollkommen unerwartet verstorben. Das war natürlich erstmal ein Einschnitt", betont der Kaufmännische Leiter von Käppler und Pausch, Thomas Wilisch.

Immer für die Mitarbeiter da

Der bereits pensionierte ehemalige Chef und Firmengründer Gabriel Pausch übernahm vorübergehend seinen Platz, doch Gerlachs Arbeit und seine Ideen leben immer weiter. "Dank ihm werden wir auch in der nächsten Zeit genügend Arbeit haben und können optimistisch auf unsere Zukunft blicken", fügt Wilisch an. "Herr Gerlach hat immer erkannt, dass man für die Mitarbeiter etwas Gutes tun muss", betont Beuermann.

Aus diesem Grund führte Gerlach beispielsweise am 8. März - dem internationalen Frauentag - auch einen speziellen Frauentag für alle weiblichen Mitarbeiter des Unternehmens ein. "An diesem Tag bekommen alle Frauen ab dem Mittag eine Freistellung für ein geselliges Miteinander und können sich untereinander über ihre Probleme und Ideen austauschen", sagt er. Zudem gebe es spezielle Frauenparkplätze, die keine Vorurteile anheizen, sondern vielmehr den Fußweg zum Arbeitsplatz einfach abkürzen sollen.

In der Firmenzentrale des auf Metallprodukte spezialisierten Unternehmens in Neukirch geht es neben dem Alltagsgeschäft als Zulieferer für verschiedenen Branchen für die rund 160 Mitarbeiter hin und wieder auch um besondere Ideen für Einzelkunden - wie beispielsweise um den Grill "Vinur".

Grillen in der Mittagspause

Da kann es passieren, dass die Arbeitszeit auch mal auf ungewöhnliche Weise genutzt wird: zum Beispiel zum Probegrillen. Denn die Entwickler können zwar vieles berechnen, aber praktische Tests geht es einfach nicht. "Wir hatten während des gesamten Entwicklungsprozesses sehr viel Spaß, in der Mittagspause sind wir immer mal wieder hinten im Wäldchen verschwunden, haben überprüft, ob die Wurst schmeckt und der Grill so funktioniert", sagt Wilisch.

Mittlerweile ist das Projekt so weit vorangeschritten, dass es den 'Vinur' über die Internetseite von Käppler und Pausch zu kaufen gibt. "Wir haben jetzt nicht kontinuierlich zweieinhalb Jahre daran gearbeitet, denn so eine Idee muss immer auch reifen. Und der Verkaufsstart sollte natürlich nicht im Winter liegen", sagt Beuermann.

Erste Kundenbewertungen gebe es bereits, die allesamt gut ausfallen würden. "Früher hätten wir uns so einen Grill gewünscht, denn wir sind immer mit einem Kugelgrill in Dresden losgezogen", erinnert sich Wilisch an seine ersten Berufsjahre. Heute ist er stolz, dass man dem ehemaligen Geschäftsführer auch seinen großen Traum erfüllen konnte.

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"Das Ergebnis ist so überzeugend, dass sogar das Magazin ‚BEEF!‘ einen Artikel dazu veröffentlicht hat. Das war für uns eine gewisse Danksagung und eine Hommage an Herrn Gerlach", sagt Wilisch, der zu diesem Anlass gerne nochmal mit Klaus Gerlach grillen würde. "Aber das werden wir mit seiner Lebensgefährtin nachholen", ist er sich sicher.

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