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Breno weint heimlich auf Toilette

Der ehemalige Bayern-Profi spricht erstmals öffentlich über seine Zeit im Gefängnis. Aber zu einem Thema schweigt er.

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© dpa

Die Zeit war hart. „Ich habe viel geweint, als ich die Briefe von meiner Frau ins Gefängnis bekommen habe und die Fotos der Kinder sah“, sagte der 24 Jahre alte Breno in einem bewegenden Interview mit dem brasilianischen TV-Sender Globo. Der Ex-Bayernspieler war im Juli 2012 wegen schwerer Brandstiftung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.„Ich ging auf die Toilette zum Weinen, damit mein Zellennachbar es nicht sah. Dort schaute ich dann in den Spiegel und es tat sehr weh. Aber ich wollte das alles nicht an meine Familie weitergeben“, sagte der Brasilianer. Breno verbüßt seine Haftstrafe in der JVA München Stadelheim – dem größten Gefängnis in Bayern.

Seit August darf Breno als „Freigänger“ täglich fünf Stunden aus dem Gefängnis, er arbeitet für seinen Ex-Verein Bayern München im Büro von Nachwuchsleiter Wolfgang Dremmler. „Ich hole Zeitungen, bringe Sachen zur Post. Wenn ich keine Büroarbeit habe, trainiere ich alleine“, sagte der einst als überragendes Abwehrtalent gepriesene Südamerikaner nun in der Sendung Sports Spectacular. Nach Bild-Informationen soll Breno im März oder April entlassen werden. Danach wolle er zurück nach Brasilien. Angeblich ist Sao Paulo an dem ablösefreien Ex-Bayern-Profi interessiert. Ab dem 15. November darf er zunächst jedes Wochenende aus dem Gefängnis zu seiner Frau Renata, Sohn Pietro und den Stiefkindern Isabella und Flavio, für das Frühjahr hofft er wegen guter Führung auf die Freilassung. Deshalb sieht er Licht am Ende des Tunnels. „Es war ein Lernprozess“, sagte er. „Aber bald sehe ich meine Kinder und meine Frau.“ Er werde künftig „nichts Verrücktes machen“.

Die Zeit in der 8,5 Quadratmeter großen Zelle hat ihn Demut gelehrt. Einziger Luxus ist ein kleiner Fernseher, auf dem er ab und zu die Champions-League-Spiele verfolgen kann. „Ich weiß, wie schön Freiheit ist. Und ich schätze heute jedes Detail meines Lebens mehr“, erklärte er. In der JVA habe er gesehen, wie „andere Gefangene versucht haben, sich umzubringen. Sie waren zu hohen Strafen verurteilt und haben versucht, sich das Leben zu nehmen“.

Über die Nacht des 20. September 2011, in der er unter Alkoholeinfluss seine Villa im Nobel-Stadtteil Grünwald anzündete, will er „lieber nicht sprechen“, so Breno: „Es tut immer noch zu weh. Aber eines Tages werde ich es schaffen, alles zu erklären.“ (sid mit SZ)