Merken

Bröring-Sprehe super – Michaels-Beerbaum sauer

CHIO im Zeichen von Rio: In Aachen sind die drei Olympia-Mannschaften des Pferdesports benannt werden. Eine Springreiterin ist tief enttäuscht.

Teilen
Folgen
© dpa

Aachen. Der umjubelte Dressur-Sieg von Kristina Bröring-Sprehe interessierte Meredith Michaels-Beerbaum nicht. Auch am Tag nach dem Olympia-Aus war der Springreiterin der Ärger anzusehen. Die Entscheidung, das für sie bei den Olympischen Spielen in Rio nur die Reservistenrolle bleibt, traf die dreimalige Weltcup-Siegerin hart. „Wir sind unheimlich enttäuscht“, sagte die 46-Jährige, und ihr Mann Markus Beerbaum gab zu: „Der Schreck sitzt auch heute noch tief.“

Das Unverständnis ist immer noch groß. „Wir waren unheimlich überrascht“, sagte der Ehemann und Trainer: „Nach so einer Leistung das zu hören, ist sehr schwer.“ Michaels-Beerbaum hatte am Donnerstag im Nationenpreis mit Fibonacci zwei fehlerfreie Runden gezeigt und so zum CHIO-Sieg des deutschen Teams beigetragen.

„Ich glaube, dass die Entscheidung schon vorher gefallen ist“, sagte Beerbaum. Seine Frau will nach Rio reisen, sagte der Ehemann. Doch noch ist nicht klar, ob die amerikanischen Besitzer von Fibonacci zustimmen.

„Es ist schwer für sie. Ich weiß, wie enttäuscht sie ist“, sagte Bundestrainer Otto Becker. Zu den Gründen wollte der Coach sich nicht äußern. „Es wäre ungerecht, jetzt ein paar Kleinigkeiten aufzuzählen. Es ist sehr bitter, dass ein Weltklasse-Paar nicht dabei ist.“

Ludger Beerbaum, der Schwager von Meredith Michaels-Beerbaum, führt das Team an. Der viermalige Olympiasieger darf damit auf eine weitere Medaille hoffen. Der 52-Jährige aus Riesenbeck wird bei den Olympischen Spielen allerdings Casello reiten und nicht die ursprünglich favorisierte Stute Chiara. „Er fühlt sich mit Casello noch einen Tacken sicherer“, sagte Becker. Zum Rio-Quartett gehören außerdem Christian Ahlmann aus Marl mit Taloubet, Marcus Ehning aus Borken mit Cornado und der in Mechelen lebende Daniel Deußer mit First Class.

Während Michaels-Beerbaum die wohl am meisten enttäuschte Reiterin des CHIO war, gehörte Bröring-Sprehe zu den glücklichsten. „Das ist ein absolutes Highlight“, kommentierte die 29-Jährige ihren ersten Sieg im Großen Dressur-Preis von Aachen: „Das ist ein tolles Gefühl. Ich bin super zufrieden.“

In der Kür setzte sich die Reiterin aus dem niedersächsischen Dinklage mit dem Hengst Desperados klar durch. Die Team-Weltmeisterin erhielt für den Ritt mit ihrem Hengst 88,825 Prozent, nachdem sie am Vortag bereits den Grand Prix Special gewonnen hatte.

„Schade“, rief Isabell Werth, die nach kleineren Fehlern mit Weihegold (86,950) auf Platz zwei kam. Den deutschen Erfolg komplett machte Dorothee Schneider aus Framersheim, die mit Showtime (86,925) mit knappem Abstand hinter Werth Dritte wurde. Das Trio hatte bereits am Samstag die Teamwertung von Aachen gewonnen.

„Wir hatten nicht so viele Kopfschmerzen wie Otto“, sagte Equipe-Chef Klaus Roeser zur Dressur-Nominierung. Neben Bröring-Sprehe, Werth und Schneider reitet Sönke Rothenberger (Homburg) mit Cosmo in Rio. „Eine tolle Mannschaft“, sagte Bröring-Sprehe. Ersatzmann ist Hubertus Schmidt aus Borchen-Etteln mit Imperio, der sich im Gegnsatz zu Ersatzfrau Michaels-Beerbaum auf die Rio-Reise freut. (dpa)