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Bunte Streifen statt Parkverbotsschild

In einem Pilotprojekt wollen Bund und Länder prüfen, ob statt Schildern Streifen am Straßenrand eingesetzt werden sollen.

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Von Alexander Riedel

Die Deutschen sind Weltmeister im Aufstellen von Verkehrsschildern. Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge planen Bund und Länder im gemeinsamen Fachausschuss Straßenverkehrsordnung jetzt jedoch, die Parkverbotsschilder durch farbige Streifenmarkierungen zu ersetzen. Bereits im Juli hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) angeregt, 22 Verkehrsschilder abzuschaffen. Sein Ziel ist, den Schilderdschungel in Deutschland zu lichten, um damit die Sicherheit zu erhöhen.

Anstelle der bekannten Parkverbotsschilder mit roten Streifen auf blauem Grund seien nun Markierungen am Fahrbahnrand vorgesehen, so der Plan der zuständigen Verkehrspolitiker für ein Pilotprojekt in Hamburg. Umsetzung und Zeitplan seien allerdings noch keineswegs klar, heißt es dazu aus dem Berliner Verkehrsministerium: „Die Überlegungen stehen völlig am Anfang.“ Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Schleswig-Holstein haben im Ausschuss gegen das Pilotprojekt gestimmt.

Farbe umstritten

Umstritten ist ebenso die Farbe der Markierungen. Berlin befürwortet offenbar unter Verweis auf New York Blau, Baden-Württemberg hat Weiß angeregt, und Hamburg will Gelb einführen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen schlägt dagegen Rot vor. Viele europäische Länder, darunter zum Beispiel Frankreich und Italien, setzen gelbe Streifen für Parkverbote ein.

Auch in Deutschland gibt es schon erste Erfahrungen mit Streifen: In der Münchner Altstadt gibt es eine „blaue Zone“. Dort werden Parkflächen mit blauen Streifen angezeigt, die allerdings weiterhin durch normale Schilder ergänzt werden.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) lehnt die Pläne des Ausschusses ab. Zwar wird das Entfernen von Parkverbotsschildern begrüßt. Besser sei jedoch, es bei der Entfernung zu belassen und den Parkraum auszuweiten, sagte ein ADAC-Sprecher der Sächischen Zeitung. Zudem wären die Farbstreifen aufgrund von Abnutzung teurer und bei Schnee für Parkplatzsuchende nicht ausreichend erkennbar.

Die Sprecherin des Sächsischen Wirtschaftsministeriums, zu dem auch der Straßenverkehr gehört, sagte zu den Plänen des Ausschusses: „Wir sind offen für die Durchführung des Pilotprojektes in Hamburg und hoffen auf eine schnelle Einigung im Ausschuss.“ (mit AP)