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Chemnitz

Rassistische Polizeigewalt in Chemnitz?

Eine kenianische Familie erhebt schwere Vorwürfe gegen Chemnitzer Beamte. Sie seien Opfer von Polizeigewalt geworden. Die Ermittlungen verzögern sich.

Die betroffene Familie hat einen vereinbarten Termin bei der Polizei zur Klärung des Sachverhaltes abgesagt.
Die betroffene Familie hat einen vereinbarten Termin bei der Polizei zur Klärung des Sachverhaltes abgesagt. © André Braun (Archiv)

Chemnitz. Die Ermittlungen wegen Verdachts auf Körperverletzung durch Chemnitzer Polizisten verzögern sich. Die betroffene Familie habe einen für Dienstag vereinbarten Termin bei der Polizei zur Klärung des Sachverhaltes abgesagt, sagte die Chemnitzer Polizeisprecherin Jana Ulbricht am Donnerstag dem Evangelischen Pressdienst (epd). Ein neuer Termin stehe noch nicht fest.

Damit fehle den Ermittlern auch weiterhin eine Aussage sowie eine Anzeige der Familie, die aus Kenia stammt und in Chemnitz lebt. Der MDR hatte zuerst über den Vorfall berichtet, der sich Ende Januar ereignet haben soll. Demnach sollen eine 34 Jahre alte Frau und ihr Ehemann Opfer von rassistischer Polizeigewalt geworden sein. Die Beamten waren Ulbricht zufolge wegen Ruhestörung gerufen worden.

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Unter anderem sei die gebürtige Kenianerin ohne Angabe von Gründen brutal gefesselt worden, berichtete der MDR. Sie sei von Beamten zudem erniedrigt worden. Laut Polizei war sie bei dem Einsatz in Gewahrsam genommen worden. Der Ehemann ist dem Medienbericht zufolge von Polizisten mehrmals gegen den Fuß getreten und gegen den Schrank geschubst worden.

Die Ermittlungen stützten sich derzeit lediglich auf Verdachtsmomente, sagte Ulbricht dem epd. Alle Aussagen seien nur mittelbar. Ermittelt werde von Amts wegen. Der MDR hatte berichtet, dass das Ehepaar Anzeige erstatten wollte, dies aber telefonisch nicht möglich gewesen sei. Die Polizei besteht darauf, dass die Betroffenen persönlich vorsprechen. Nach Polizeiangaben hatte sich die stark angetrunkene Frau bei dem Einsatz nicht einsichtig gezeigt und angekündigt, weiter feiern zu wollen. (epd)

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