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Comeback für den O-Bus?

© Archiv DVB

Die Dresdner Verkehrsbetriebe wollen mehr Elektrobusse. Mit einem alten Bekannten könnte es daher ein Wiedersehen geben. Eins steht jetzt schon fest: Sehr schnell wird es nicht gehen.

Von Ralf Hübner

Mehr als 42 Jahre nach dem letzten Halt könnten die Oberleitungsbusse auf die Straßen in Dresden zurückkehren. Über das Thema Oberleitung müsse vor allem bei großen Bussen nachgedacht werden, sagte der Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe, Andreas Hemmersbach, bei einer Podiumsdiskussion zu einem möglichen Dieselfahrverbot im Verkehrsmuseum. Den Verkehrsbetrieben zufolge gibt es aber noch keine konkrete Linie, Streckenführung oder gar Kostenschätzung. Das sei keine Sache der nächsten ein oder zwei Jahre. Zudem müsse das auch die Stadt entscheiden.

Aktuell haben die Verkehrsbetriebe unter anderem einen Elektrobus in ihrem Fuhrpark. Dieser erfülle die Erwartungen und sei bei den Routen unabhängig, hieß es. Die Batterien seien aber sehr schwer. Das gehe auf Kosten der Kapazität – es könnten nicht so viele Passagiere mitfahren wie eigentlich möglich. Das verschlechtere die Energiebilanz. O-Busse hingegen seien ausgereift, serientauglich und zu kaufen, hieß es. Ihr Nachteil: Es werden zusätzliche Fahrleitungsanlagen gebraucht, denn nicht immer könne auf die schon vorhandenen Anlagen der Straßenbahn zurückgegriffen werden.

In Dresden waren von 1947 bis 1975 O-Busse unterwegs. Sie fuhren vom TU-Gelände und später auch von Löbtau aus durch Strehlen über das Blaue Wunder bis zum Körnerplatz, Bühlau und Weißig. Wegen schlechter Instandhaltung und fehlender Ersatzteile wurde der Betrieb eingestellt. Den Verkehrsbetrieben zufolge wäre diese Strecke bei einer Wiederaufnahme des O-Bus-Verkehrs wegen des hohen Fahrgastaufkommens allein zwischen Löbtau und Strehlen eher ungeeignet. Deswegen ist dort eine Straßenbahnlinie geplant.

Aktuell gibt es in Deutschland noch in den drei Städten Solingen (NRW), Esslingen (Baden-Württemberg) und Eberswalde (Brandenburg) O-Bus-Verkehr. Für O-Busse wird an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau aktuell ein automatisches Abnehmersystem für den Oberleitungsstrom entwickelt.

Ob Dresden wegen schlechter Luft mit Klage und Fahrverbot für Dieselautos rechnen muss, blieb bei der Diskussion offen. Dorothee Saar von der Deutschen Umwelthilfe mochte sich da nicht festlegen. „Wir werden uns den neuen Luftreinhalteplan genau ansehen“, sagte sie.