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Commerzbank greift an

Der Konkurrenzkampf in Sachsen wird härter: Die Geldinstitute werben mit unterschiedlichen Preisen fürs Konto. Mit hohen Zinsen rechnen sie nicht.

© Symbolfoto: dpa/Andreas Arnold

Von Georg Moeritz

Dresden. So gut wie keine Zinsen für Spar-Einlagen, aber ein Gratis-Girokonto – mit diesem Argument hat die Commerzbank im Raum Dresden voriges Jahr 4 200 neue Privatkunden gewonnen. Niederlassungsleiter Joachim Hecker sagte beim Jahrespressegespräch am Montag, gerade habe die Sparkasse Meißen ihm mit steigenden Kontopreisen einen „Gefallen“ getan. Gezielt um Sparkassenkunden wirbt auch Burkhard von der Osten, der für mittelständische Firmen mit mehr als 15 Millionen Euro Jahresumsatz zuständig ist. In diesem Segment seien die Gewinnspannen noch so lohnend, „dass wir angreifen können“.

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Rund 100 neue Firmenkunden hat die Commerzbank voriges Jahr im Raum Dresden gewonnen. Allerdings war der Zuwachs etwas kleiner als ein Jahr zuvor. Auch das Geschäft mit neuen Krediten für Immobilien wuchs zwar um 190 Millionen Euro, doch 2016 hatten noch 204 Millionen Euro in den Büchern gestanden.

Die Nachfrage nach Immobilienkrediten ist laut Hecker allerdings ungebrochen, auch die Lust auf neue Autos sei hoch. Die Zinsen werden nach seiner Erwartung auch nächstes Jahr niedrig bleiben. Die Bank wünscht sich aber mehr Investitionen von sächsischen Unternehmern: Von der Osten sieht viele Nachwendegründer auf den 60. Geburtstag zugehen, sodass sie keine Lust mehr auf Filialgründungen in China haben – dabei könnte die Bank mit eigenen Mitarbeitern in Asien beraten.

Der angekündigte Stellenabbau der Commerzbank hat sich laut von der Osten im Raum Dresden bisher kaum ausgewirkt. Vor einem Jahr war die Belegschaft in Sachsen mit 1 248 angegeben worden. Daran habe sich nicht viel geändert, zumal in Dresden die Spezialisten fürs Geschäft mit Kommunalkrediten in ganz Deutschland sitzen. Die elf Filialen in Dresden und Umgebung sollen laut Hecker erhalten bleiben, denn die Kunden legten Wert darauf.