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Das Damenbad krönt den Lahmann-Park

Anfang 2013 begannen Neubau und Sanierung des alten Sanatoriums. Jetzt sind die Wohnungen fertig.

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© Sven Ellger

Von Kay Haufe

Die Jungfrau ziert sich noch. Gut befestigt schwebt sie an zwei Transportseilen über dem Lahmann-Park. Doch es ist Millimeterarbeit, sie perfekt auf dem Sockel zu montieren. Ihren Platz hat sie am Freitag im kleinen Park gefunden, der zwischen Herren- und Damenbad entstanden ist. Mit ihr ist ein Stück Geschichte auf den Weißen Hirsch zurückgekehrt.

Denn die Plastik der jungen Frau ohne Hände stand bereits viele Jahrzehnte im einstigen Lahmann-Sanatorium, auch während die Sowjetarmee in den Gebäuden untergebracht war. In dieser Zeit muss die Jungfrau, wie Berndt Dietze vom Investor Baywobau die Plastik nennt, einem russischen Offizier gefallen haben. Er hat sie dick mit Bronzefarbe bestrichen. Diesen Fauxpas hat Steinmetz Andreas Hain aus Meißen von der schlanken Keramikfigur entfernt. Nun entzückt sie die Besucher wieder.

Inzwischen herrscht reges Leben im Lahmann-Park. Erst vor wenigen Wochen sind mehrere Wohnungen des Herrenbades bezogen worden. Gut ein Drittel der Käufer wohnt selbst hier, die anderen sind Kapitalanleger, die jetzt vermieten. So unterschiedlich die Gebäudeteile mit den Zwillingstürmen und dem reich verzierten Haupthaus sind, so stark variieren Wohnungsgrößen und Preise. Das Prachtstück mit dem großen Nierenfenster ist auch schon vergeben.

Doch für die 160 Quadratmeter sind rund 2 200 Euro Warmmiete fällig. Die kleinste Wohnung mit 44 Quadratmetern kostet 729 Euro warm. „Wir vermieten für durchschnittlich zwölf Euro kalt. Dafür wohnen die Mieter aber auch in absoluten Unikaten“, sagt Gabriela Ahrens von der Baywobau.

Dies gilt auch für die Reihenhäuser, die im Damenbad entstanden sind. Auch sie stehen in wenigen Tagen zum Bezug bereit. Zur Nordseite sind die Eingänge angelegt, alle haben kleine Vorbauten aus Aluminium, in denen sich nicht nur eine kleine Sitzbank befindet, sondern auch Abstellfläche. Gewohnt wird über drei Etagen, wobei es sowohl unten als auch auf dem Dach Terrassen gibt. Im Innern finden sich zudem Galerien, in sie fällt das Licht durch die runden Fenster, die das Gesicht des denkmalgeschützten Gebäudes prägen. Gemeinsam mit dem Hirsch- und dem Doktorhaus, die sich anschließen, bildet das Damenbad ein geschlossenes Ensemble.

Rund 7, 8 Millionen Euro hat die Baywobau in den Umbau investiert. Firmenchef Dietze ist vor allem von der Dachgestaltung beeindruckt. „Früher sonnten sich die Kurdamen auf dem nicht einsehbaren Dach, später haben die Russen im inzwischen baulich geschlossenen Geschoss Gemüse gezüchtet“, sagt er. Und nun blicken die künftigen Bewohner von hier aus auf ihren frisch gestalteten Garten und die zahlreichen Türmchen der Hirschhäuser.

Auch dafür mussten die Interessenten gut bei Kasse sein. Ein 132 Quadratmeter großes Reihenhaus im Damenhaus kostet 415 000 Euro. Verkauft wurde die denkmalgeschützte Substanz bereits 2013, denn erst danach konnte gebaut werden. „Ich bin mir sicher, dass wir heute angesichts der niedrigeren Zinsen noch weitaus mehr Bewerber hätten als damals“, sagt Dietze.

2013, als im April der erste Baggerhub im Lahmann-Park gefeiert wurde, hatte er große Visionen. „Heute weiß ich, dass sie aufgegangen sind. Für mich ist es in der Kombination von Alt- und Neubauten die schönste Wohnanlage Deutschlands“, sagt Berndt Dietze. Noch vor fünf Jahren hätte ihm das kaum ein Dresdner abgenommen. Nun warten noch der ehemalige Speisesaal und das Ärztehaus auf eine Sanierung. Pläne dafür gibt es, schon im kommenden Frühjahr soll es am Ärztehaus losgehen.