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Das Hähnchen aus dem Topf

Jens Frommhold kann durch seine neuen Erfindung ein Hähnchen mit nur zehn Teelichtern garen. Doch dafür braucht er ein wenig Zeit.

© René Plaul

Von Nicole Preuß

Königsbrück. Das Hähnchen braucht noch ein bisschen und auch das Brot ist noch nicht durch. Doch es duftet im Arbeitszimmer des Töpfermeisters Jens Frommhold nach beidem. Hähnchen und Brot schmoren in einer seiner neuen Erfindungen – dem Frommholdschen Tischofen. Der funktioniert nicht mit Strom und schon gar nicht mit Gas, sondern mit zehn Teelichtern.

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Jens Frommhold hat das Gerät in unterschiedlichen Farben herstellen lassen. Kern des Ofens ist eine Art große, umgestülpte Schüssel mit Löchern. Dort werden die Teelichter platziert. In eine tönerne Backform kommen Hähnchen, Brotteig oder was man sonst backen möchte. Und oben drauf stellt der Töpfermeister einen passenden, bauchigen Deckel. „Broiler, Minipizza oder auch Fischstäbchen – alles kann man im Tischofen backen“, sagt Jens Frommhold. Man muss nur ein wenig Zeit mitbringen.

Die Idee des Tischofens ist nicht neu. Die Töpferei Frommhold entwickelte die Wärmequellen bereits 2006 und verkauft sie seitdem in den beiden Geschäften in Königsbrück und Moritzburg, übers Internet und auf Märkten. Doch zunächst mal waren die Tischöfen nur zum Händewärmen gedacht. Viele kauften sich den Ofen, um ihn auf den Tisch zu stellen, wenn es abends etwas kühler wurde. Und tatsächlich wurde der tönerne Ofen auch richtig schön heiß. Warum dann die Wärme nicht auch für einen weiteren Zweck nutzen, fragten sich Jens Frommhold und einer seiner Mitarbeiter. So entwickelten sie den Backofen. „Das einzige, was man in dem Ofen nicht kochen kann, ist Wasser“, sagt Jens Frommhold. Sonst geht alles.

Zunächst bestand der Backofen aus einem relativ flachen Teller und einem hohen Deckel. „Das sah ein bisschen so aus wie eine große Käseglocke“, sagt Jens Frommhold. Der Topf verkaufte sich gut. Doch in manchen Situationen war er auch etwas unpraktisch. Wenn man zum Beispiel schauen wollte, wie weit das Gebackene war, musste man die Glocke ziemlich hoch heben und blieb dann auch manchmal hängen. „Deshalb haben wir jetzt eine neue Form entwickelt“, sagt Frommhold. „Außerdem wollten wir auch optisch etwas Neues entwickeln.“

Töpfermeister Jens Frommhold versteht das. Der Unternehmer versucht, immer wieder Ungewöhnliches anzubieten. Er war auch einer der ersten in der Region, der einen Online-Shop etabliert hat. „Der Töpfer muss als kleiner Handwerksmeister immer neue Sachen finden, um zu überleben“, sagt er. Jens Frommhold hat fünf Mitarbeiter. Die Idee für den Tischofen kam einem von ihnen bei einer Kur. Er und Frommhold entwickelten sie weiter. Doch bis letztendlich die richtige Variante gefunden war, wurde viel experimentiert. Allein an der neuen Form tüftelten die beiden ein Jahr lang. Frommhold präsentierte die Neuheit Interessierten beim Tag der offenen Töpferei.

Geduld muss man aber schon mitbringen. Das Hähnchen braucht zwei Stunden, bis es gar ist. Das Brot bäckt ebenso lange. Das ist nicht geeignet für das schnelle Mittagessen. „Aber fürs gemütliche Zusammensitzen mit Freunden oder Familie am Abend ist das eine gute Variante“, sagt Jens Frommhold. 500 Tischofen produziert Frommhold ungefähr im Jahr. Er hofft, dass es in Zukunft noch mehr werden.

www.toepferei-frommhold.de