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Das Kreuz von Gottleuba

Auf dem alten Friedhof wird schon lange niemand mehr beerdigt. Dennoch ist er einen Spaziergang wert.

© Katja Frohberg

Bad Gottleuba. Friedhöfe sind besondere Plätze. Bad Gottleuba hat gleich zwei davon. Der alte Friedhof rückt dabei oft in den Hintergrund, weil hier keine Beerdigungen mehr stattfinden. Von einigen Ausnahmen abgesehen schon seit 1884 nicht mehr. Damals reichte der Platz nicht mehr, es musste ein neuer Friedhof geschaffen werden. Der alte Friedhof blieb, hier wurde Kriegstoten und Hochwasseropfern gedacht. Nach und nach gab der Friedhof einige seiner Geheimnisse preis und wird auch noch heute gern besucht auf Spaziergängen in die Vergangenheit.

Mancher vor allem zugezogener Gottleubaer entdeckt ihn durch Zufall und wundert sich. Eine Einwohnerin wandte sich jetzt an die SZ und wollte mehr über die Geschichte wissen. Nachzulesen ist sie in der Gottleubaer Chronik von Annemarie und Siegfried Fischer.

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Als der Friedhof oberhalb der Kirche und der Schule 1871 nicht mehr reichte, war er schon einmal erweitert worden. Später, 1918, wurde der damals Heldenhain genannte Friedhof zur Kriegergedächtnisstätte. An der oberen Mauer wurden 75 Gedenksteine aufgestellt. Sie tragen die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder der Kirchgemeinden von Gottleuba und Hartmannsbach. Außerdem wurde auf einer kleinen Kanzel ein großes Holzkreuz aufgestellt, das noch heute hier steht und weithin zu sehen ist. An ihm wurde 1937 ein Gedenkstein angebracht, der an die Hochwasseropfer von 1927 erinnert.

Im Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Friedhof 46 Angehörige der Wehrmacht bestattet, die im Lazarett in der Heilstätte gestorben waren. In den 1950er-Jahren wurde der Friedhof nach und nach aufgegeben. Damit wurden auch viele historische Gräber entfernt, die mit den Grüften zu den Besonderheiten und Geheimnissen zählten. Ab 1995 reparierten Bundeswehrsoldaten im Auftrag der Kriegsgräberfürsorge unter anderem den Hochwasser-Gedenkstein, der von Randalierern beschädigt worden war. Auch das Tor des Friedhofes und die Mauer am Röhrensteig sanierten die Soldaten fachgerecht.

„Ich finde den alten Friedhof sehr schön, mit seinen vielen Steinen und besonderen Treppen“, sagt die Gottleubaerin, die sich an die SZ gewandt hat. „Ich wusste bisher nicht, dass es ein Heldenfriedhof ist , aber es ist ein interessanter Ort.“ (SZ/sab)

Quelle: Chronik, Annemarie und Siegfried Fischer