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Das Rätsel des Tornados ist gelöst

Den Sturm, der in Lockwitz mehrere Bäume umstürzte, hielten viele Beobachter für einen Tornado. War es wirklich einer?

© Roland Halkasch

Von Britta Veltzke

Ein Trichter, der aus dichten, dunklen Wolken nach unten ragt, nähert sich der Siedlung. Bäume wippen im Wind. In der Ferne regnet es. Die Szenerie filmte ein Youtube-Nutzer am Mittwoch in Lockwitz. Seit Mittwoch steht das Video im Internet und befeuert die Diskussionen. „Nach den Indizien eigentlich recht eindeutig ein Tornado“, schreibt ein Nutzer der Plattform Skywarn am Abend nach dem Sturm.

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Heftiger Wind und Regen begleiteten das Phänomen am Himmel. Im Lockwitzgrund blieb ein Baum in der Leitung der Straßenlampen hängen. Gut drei Stunden war die Feuerwehr später damit beschäftigt, die verschmutzte Straße auf einer Länge von rund 400 Metern zu säubern. Verletzt wurde aber niemand.

Auch Gerold Weber vom Deutschen Wetterdienst klickte in seinem Leipziger Büro das Youtube-Video mit dem Titel: „Tornado am 29.05.2013 in Dresden-Lockwitz?“ an und ist sich sicher: „Das war kein Tornado, sondern eine Funnel Cloud.“ Dieses Wetterphänomen, das mit Trichterwolke übersetzt werden kann, ist eine Vorstufe zum Tornado. Der Unterschied bestehe optisch darin, dass der Luftschlauch den Boden nicht berühre, so Weber. Die Schäden stammten wahrscheinlich von den Sturmböen. Rund 40 bis 60 bestätigte Tornados gäbe es jährlich in Deutschland. Genaue Zahlen hat der Wettermann aber nicht parat: „Tornados können in Deutschland nicht flächendeckend erfasst werden.“

Die Messgeräte, die es allenfalls an einigen nordamerikanischen Flughäfen gebe, würden Richtung und Geschwindigkeit der Luftbewegung im Umkreis von maximal vier Kilometern registrieren. Die Statistik stütze sich hierzulande auf die gemeldeten Fälle. Die Zahl der Tornados steige mit der Einwohnerdichte – mehr Beobachter, mehr Meldungen. Am Bild der Zerstörung kann oftmals erst danach festgestellt werden, ob es wirklich ein Tornado war. „Allerdings nur, wenn die Windhose über einen Wald gefegt ist“, sagt Gerold Weber. Die Bäume seien danach durch die Rotation in der Windhose in verschiedenen Richtungen abgeknickt.