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Den Nonnenfelsen vor der Tür

© Matthias Weber

Der Großschönauer Maler Uwe Klaus hat in Jonsdorf ein 14 Meter langes Wandbild vom Zittauer Gebirge gestaltet. Es ist nicht die erste Arbeit dieser Art.

Von Jan Lange

Jonsdorf. Wenn die Gäste der Pension „Immergrün“ Richtung Südwesten blicken, dann können sie vielleicht die Spitze des Nonnenfelsen erahnen. Künftig müssen die Urlauber auf der Terrasse der Pension keine Verrenkungen mehr machen, um die 537 Meter hohe Felsformation zu entdecken. Denn der Nonnenfelsen „steht“ nun vor der Tür. Der Großschönauer Maler Uwe Klaus hat ihn auf einem 14 Meter langen Wandbild verewigt. Die Wand war zuvor mit Efeu zugewachsen, berichtet Dana Santo, die seit fünf Jahren die Pension in Jonsdorf betreibt. Das sollte aber nicht länger so bleiben. Nachdem die Wand dieses Jahr neu verputzt wurde, sollte sie aber nicht weiß bleiben, fand Frau Santo. Und wandte sich an Uwe Klaus.

Der hatte bereits seit 2013 verschiedene Bilder an das Gebäude gemalt – so beispielsweise Imitationen von Sandstein-Türbögen, eine Spezialität des Großschönauer Malers. Nun sollte er die 14 Meter lange Wand mit den prägnantesten Bergen des Zittauer Gebirges verschönern. Dazu gehören neben dem Nonnenfelsen auch der Oybin und die Lausche. Mittendrin ist die Pension „Immergrün“ eingebettet. Die junge Pensionschefin will damit ihren Gästen zeigen, was es alles im Zittauer Gebirge gibt. Denn viele Urlauber, weiß Frau Santo aus Erfahrung, kennen die hiesigen Berggipfel nur vom Hörensagen.

Umrahmt wird das witterungsfeste Gebirgsmotiv von dem Spruch „Dies Haus ist mein und doch nicht mein. Dem Zweiten wird es auch nicht sein. Den Dritten trägt man auch hinaus. Drum lieber Gast: Wem ist das Haus?“. Den Spruch habe sie vor Jahren in der Drausendorfer Krone gelesen, wo Dana Santo zur Restaurantfachfrau ausgebildet wurde. „Er ging mir nie aus dem Kopf“, sagt die junge Pensionschefin und fügt hinzu, dass sie diese Worte immer schon an ihre Pension anbringen wollte. „Erst hatte ich gedacht, den Spruch an die Seitenwand zu schreiben, aber da wäre es zu schade gewesen, da ihn kaum einer dort liest.“ Auf dem Wandbild sei er dagegen viel besser sichtbar.

Gut eineinhalb Wochen hat Uwe Klaus an dem Wandbild gemalt. Nur kurz wurde sein Schaffen durch einen Regenguss unterbrochen. „Da wollte ich gerade den Himmel malen“, erzählt der Großschönauer. Das Gebirgspanorama ist nicht sein erstes Wandbild. 2014 hatte er bereits die Wand der Zittauer Fleischerei Kindscher auf der Bahnhofstraße mit dem Berg Oybin und der Bimmelbahn verschönert, 2016 folgte eine Ansicht von Beiersdorf, die Uwe Klaus auf ein Privathaus gemalt hatte. Neben Bildern an Fassaden sind auch Bauernmalerei und das farbliche Aufarbeiten alter Möbel eine Spezialität von ihm.

Mit dem Panoramamotiv an der Jonsdorfer Pension hat er sein bisher wohl längstes Gemälde abgeliefert. Und in Jonsdorf werden noch weitere Bilder folgen. Dana Santo will die kleine Pension mit ihren neun Zimmer und insgesamt 25 Betten Stück für Stück weiter gestalten. Mit Sicherheit wird daran wieder Uwe Klaus beteiligt sein, denn Frau Santo ist mit seinen bisherigen Arbeiten sehr zufrieden. Und auch die Gäste freut der neue Anblick.