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Der Armut auf der Spur

Linke-Stadträte tourten durch die Stadt, um zu erfahren, wie es den Dresdnern wirklich geht.

© Archivfoto: Christian Juppe

Eine kranke Frau, sieben Kinder – davon zwei behindert – und lange arbeitslos. Andreas Pietsch weiß, was es bedeutet, arm zu sein. „Ich habe kein Geld, aber mache das Beste daraus“, erklärt der 55-Jährige. Über das Jobcenter hat er einen Lkw-Führerschein gemacht und fängt bald eine neue Arbeit an. Am Dienstag war er bei der Sozialtour der Linken. Am Albertplatz hörte ihm Kerstin Wagner zu.

Pietschs Themen an diesem Tag: Lehrermangel. „Mein Enkel geht in die 30. Grundschule. Das mit dem Unterrichtsausfall kann nicht sein.“ Wagner erklärt ihm, dass für die Lehrer das Land zuständig ist. Bei den Linken-Abgeordneten sei das Thema aber bekannt. Außerdem kämpft Pietsch mit dem Landeswohlfahrtsverband. Sein behinderter Sohn ist in Brandenburg in einer Einrichtung. Die Heim- und Rückfahrten werden eigentlich gefördert.

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„Ich bekomme aber nicht mal eine Antwort.“ Wagner verspricht, Kontakt zum Verband aufzunehmen. Außerdem ärgert sich Pietsch über Flüchtlinge als Kunden bei der Tafel, die Mitarbeiter beleidigen. Er hilft dort ehrenamtlich. Wagner sagt zu, das beim Chef des Vereins anzusprechen. „Allerdings liegt das ja nicht an der Nationalität. Es gibt überall Menschen, die sich nicht benehmen können.“ Pietsch erklärt sofort, dass er keinesfalls ausländerfeindlich ist. „Ich möchte den Politikern nur Anstöße geben, was geändert werden kann.“

Wagner, Fraktionschef André Schollbach und Stadträtin Pia Barkow waren an dem Tag noch in Mickten, Gorbitz, Johannstadt und Prohlis. Insgesamt suchten gut 100 Dresdner das Gespräch. Die Tour war eine Antwort auf die Aussage, Hartz IV bedeute nicht Armut, von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). (SZ/awe)