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Der Hüter der Eisenbahnen

Das Eisenbahnmuseum lud zum Trödelmarkt ein. Hunderte Fans kamen und lauschten den Geschichten von der „Sachsenstolz“ und der „03001“.

© René Meinig

Von Julia Vollmer

Auf einem „Bockwurstwärmer“ fing seine Karriere an. Wenn Wolfgang Zerbst von seinen ersten Jahren erzählt, muss er Lachen. Der Lokführer im Ruhestand fuhr am Anfang noch die ganz kleinen Loks, die – zumindest laut Volksmund – eben vor allem zum „Würste-heiß-Machen“ geeignet waren. Doch seine Gefährte wurden immer größer, bis er schließlich die ganz großen Maschinen bewegte.

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Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!
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Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

40 Jahre lang war er Lokführer, heute arbeitet Zerbst als Ehrenamtler im Eisenbahnmuseum. Er ist Mitglied in der Interessengemeinschaft Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt. Dort führt er begeisterte Fans durch die Halle. Am Sonntag waren wieder viele davon gekommen, das Museum hatte zum Trödelmarkt gerufen, und Hunderte folgten.

„In unserem Museum stehen nur kalte Loks, das sind Eisenbahnen, die nicht mehr in Betrieb sind“, erzählt der 77-Jährige. Sieben Stück an der Zahl. Zweimal im Jahr, zum großen Dampfloktreffen, mietet das Museum Loks an, die noch fahren können. Ob die Eisenbahnen eigentlich auch mit Benzin fahren, will ein kleiner Eisenbahner wissen. „Zu DDR-Zeiten fuhren die alle noch mit Alt-Öl, jetzt fahren sie aber mit Schwer-Öl“, beantwortet Wolfgang Zerbst die Fragen.

Mit leuchtenden Augen zeigt ein Besucher am Sonntag auf eine der riesigen Loks. „Und was ist das für eine?“Die Sachsenstolz, erklärt Zerbst. Davon seien nur 20 Stück gebaut worden. Die besonders schwere Lok fuhr wegen ihrer robusten Ausstattung meist die Strecke durch das Gebirge. Von Görlitz nach Hof.

Seit zehn Jahren ist er Ehrenamtler im Museum. „Das älteste Schwein im Stall“, wie er sagt. Im März 1999 wurde der Verein IG Bw Dresden-Altstadt gegründet. Die Mitglieder einer Freizeitgruppe des Bahnsozialwerks (BSW) wollten die Eisenbahn-Tradition in der Stadt pflegen. Neben der Erhaltung der Hallen und technischer Anlagen für den Eisenbahnbetrieb pflegen sie auch einige vom Deutsche Bahn Museum Nürnberg entliehenen Loks, wie die „01137“ und „03001“.

Was für den Nicht-Fan nur Zahlenfolgen sind, lassen dem Insider die Augen leuchten. Außerdem reparieren und warten die Vereinsmitglieder die Diesel-, E-Loks und Eisenbahnwagen und die technischen Anlagen.