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Der Macher vom Palmbaum

Oktoberfest, Herbstball oder Schnitzeltag – Mario Stülpner versucht vieles, um Gäste in den Landgasthof zu bekommen.

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© Klaus-Dieter Brühl

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Linz. Gerade werden im Linzer „Palmbaum“ die Kürbisse und weitere Dekoartikel aufgestellt. Am Wochenende ist Herbstball des Linzer Dorfclubs im Gasthof. Inhaber Mario Stülpner weiß, dass das gut angenommen wird, und legt sich ins Zeug. Er weiß eine tolle Köchin an seiner Seite – Martina Menzel aus Linz. „Sie hatte eine Gaststätte in Kanada“, erzählt Stülpner. Verschiedenste Burger oder Spare Ribs macht sie wie die Amerikaner.

Es sind die besonderen Anlässe, die vor allem die Gäste scharenweise in den „Palmbaum“ locken: der Schnitzeltag am Donnerstag, wo die Gäste selbst aus Senftenberg kommen und man besser Plätze vorbestellt. Oder das vierte Oktoberfest am 1. und 2. Oktober, wo bis zu 300 Leute ins Festzelt passen. Typisch bayrische Küche, Schlagerparty am Sonnabend und Frühschoppen mit Blaskapelle am Sonntag sowie ein Familiennachmittag mit einem Andrea-Berg-Double – das kommt sicherlich gut an. „Und lockt viele Brandenburger“, so der Gastronom. Dort wären in letzter Zeit einige Dorfgaststätten eingegangen.

Der „Palmbaum“ besteht im kommenden Jahr schon zehn Jahre seit der Wiedereröffnung 2007. Das ist nicht selbstverständlich. Stülpner, der in Welxande wohnt und das Gasthaus als Pächter seit 2010 führt, versetzt den Hof in seiner Fantasie gelegentlich nach Dresden. „Dort wäre die Hütte immer voll“, sagt er. Auf dem Land ist das viel schwieriger. Deshalb ist Montag bis Mittwoch Ruhetag. Am Sonntag aber gibt`s Mittagstisch und am Wochenende immer viele Familienfeiern. Dafür passen bis zu 100 Leute auf den Saal. Nebenan ist eine Bar eingebaut, und viele würden im Keller gern bowlen, so Stülpner. Sein Plus ist: Er hält alles picksauber und ordentlich. „Ich habe einen Putzfimmel“, bekennt der kräftige 40-Jährige.

Und er hat noch ein weiteres Prinzip: Die Zutaten der Küche sollen regional sein: Fisch – zum Beispiel für das legendäre Fischessen – kommt aus der Dammmühle Schönfeld, Champignons aus der Zucht Stölpchen, die Backwaren vom heimischen Bäcker Lerch, auch die Eier sind aus Linz, der Spargel vom Spargelhof in Ponickau.

Zudem wird im „Palmbaum“ immer mal wieder umgebaut. Der neue Biergarten mit 40 Plätzen ist gerade an warmen Tagen beliebt, Gaststube und Vereinszimmer wurden renoviert. Wo zum Oktoberfest das große Zelt stehen wird, war bisher eine Scheune, die weichen musste. „Zum Auftakt des Oktoberfestes gibt`s am 30. September ein großes Skatturnier“, wirbt Mario Stülpner und geht damit auf die Bedürfnisse seiner Linzer ein, über deren Treue er sich freut. Zehn bis 20 Frauen treffen sich zudem monatlich zum Bowling und zum Quatschen. „Es ist einfach schön, noch eine Kneipe im Ort zu haben“, lobt zum Beispiel Maika Boy. „Das ist gut fürs Dorfgemeinschaftsleben.“

Einen seltenen Service bietet der frühere Busfahrer Mario Stülpner noch, der zu Familienfeiern und besonders zu Silvester geschätzt wird: einen Hol- und Bringeservice. Das ist doch fast schon wie in Dresden.