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Der Neustädter Helmheld

In seinem Laden in der Neustadt verkauft Gordian Krahl ausschließlich Helme. Auf die Idee kam er mit einem Freund.

© René Meinig

Von Johannes Baumert

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Erst seit Juli verkauft Gordian Krahl Helme in der Neustadt. Und schon jetzt hat er das Gefühl, dass er mit der Eröffnung alles richtig gemacht hat. Das sieht er auch an Nachrichten, die er von Kunden bekommt. Erst kürzlich schrieb ihm jemand, der bei ihm seinen Fahrradhelm gekauft hatte. Der Berliner war mit seinem Fahrrad im Tiergarten unterwegs, als er in der Dunkelheit eine Treppe hinunterstürzte. Dank des Helmes, den er trug, ist ihm nichts Schlimmes passiert. Es sind solche Nachrichten, die Gordian Krahl zum Nachdenken bringen. Und ihn zum Helmhelden machen.

Dabei ist sein Laden in der Hoyerswerdaer Straße ziemlich unscheinbar. Vor dem Geschäft hat Krahl Gras in die Fugen des Gehwegpflasters gesät, um einen Beitrag zur Begrünung der Stadt zu leisten. In seinem Geschäft ist es dafür deutlich schmuckloser. In zwei Regalen liegen Reiterhelme, Skihelme, Fahrradhelme und Kletterhelme. Etwa vierhundert davon hat Krahl noch in seinem Lager.

Doch der Bautzener ist nur durch Zufall auf den Helm gekommen. In Dresden hat er Betriebswirtschaftslehre studiert und dann lange Zeit bei einer Bank in Kiel gearbeitet. Es folgten Stationen in Hongkong, New York und Moskau. Doch Krahl zog es wieder zurück in die Heimat. „Dresden ist keine Bankenstadt, deshalb musste ich mir überlegen, was ich hier machen will“, sagt er. Mit einem Freund suchte er eine Nische. Den Anfang machten Arbeitsschutzhelme, die sie in ihrem Onlineshop verkauften. Dann investierten die zwei in einen chinesischen Fahrradhelm, den sie auf den deutschen Markt brachten. Anfang des Jahres folgte dann ein Ladengeschäft in Bautzen, seit Juli sind sie in Dresden. „Unser Fokus liegt aber noch im Onlinehandel“, erklärt Krahl. Darum kümmere sich nebenberuflich Geschäftspartner Tim Döke.

Die Masse an Helmen im Laden ist schwer zu durschauen. Zwischen 60 und 600 Euro kann man für den Kopfschutz ausgeben. Skihelme mit Visier und Helme für besonders große Köpfe verkauft er hier. Bei der Auswahl ist es ihm deshalb wichtig, dass er seine Kunden beraten kann. „Wichtig ist, dass der Helm einem gefällt,“ sagt er. „Denn nur dann trägt man ihn auch. Außerdem muss er zur Kopfform passen.“

Beim Skifahren oder auf dem Fahrrad trägt Krahl selbst immer den Kopfschutz. Denn der Sorbe weiß, dass er mit seinem Geschäft schon den ein oder anderen vor schlimmen Verletzungen bewahrt hat.