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Bautzen

Deutsche Bank in Bautzen - wie weiter?

Der Konzern strukturiert sich gerade massiv um. Die Filialen in der Oberlausitz sollen aber bleiben. Hier erwartet das Bankhaus sogar Wachstum.

Das Geschäftsvolumen der Deutschen Bank in Bautzen betrug Ende Juni 526 Millionen Euro.
Das Geschäftsvolumen der Deutschen Bank in Bautzen betrug Ende Juni 526 Millionen Euro. © Symbolbild: dpa

Bautzen/Kamenz. Ein Konzern strukturiert sich um und streicht Arbeitsplätze – solche Meldungen sorgen in Orten mit Niederlassungen des Unternehmens immer für Fragen. Das war Anfang Juli nicht anders, als die Deutsche Bank einen radikalen Sparkurs ankündigte: Das Geschäft werde deutlich verkleinert, etwa 18 000 Mitarbeiter würden ihre Jobs verlieren. Auch die 17 Angestellten in Bautzen? Die Antwort auf diese Frage ließ eine Sprecherin des Unternehmens in Frankfurt (Main) zunächst offen: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Einzelheiten noch nicht bekannt geben können.“

Doch für die mehr als 19 000 Kunden der Bankfiliale am Bautzener Postplatz besteht kein Grund zur Sorge. Wie die SZ jetzt aus zuverlässigen Bankkreisen erfuhr, wackeln weder die Niederlassung in der Kreisstadt noch die Finanzagenturen der Deutschen Bank in Kamenz und Hoyerswerda und auch nicht die Selbstbedienungsstelle in Radeberg.

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In Bautzen spricht Filialdirektor Thomas Gruhl von einem erfolgreichen Jahr 2018 und einem guten ersten Halbjahr 2019 zurück. Das Geschäftsvolumen – die Summe aus Krediten, Einlagen und Depotvolumen – betrug am 30. Juni in Bautzen 526 Millionen Euro. „Das abgelaufene Geschäftsjahr war herausfordernd". Gruhl nennt einige dieser Herausforderungen, die bis auf das Spar- oder Kreditverhalten der Menschen durchschlagen: Brexit, Auseinandersetzungen innerhalb der EU, Handelsstreit zwischen den USA und China.

Angesichts zunehmend turbulenter Märkte hätten die Bautzener im Geschäftsjahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 bei der Geldanlage weiterhin den sicheren Hafen gesucht, sagt Gruhl. „Da die Zinsen weiter sehr niedrig sind, investieren unsere privaten Anleger aber auch immer häufiger in Aktien – vor allem in Form von Fonds.“

Bei der Vergabe von Krediten gehört die Finanzierung von Wohneigentum weiter zu den Schwerpunkten. Dafür würde die Deutsche Bank gern mehr Geld verleihen, stößt aber in Bautzen an Grenzen. Es mangele an geeigneten Immobilien: „Leider fehlt es in Bautzen immer mehr an einem ausreichenden Angebot an attraktiven Eigentumswohnungen und Häusern.“ Aktuell hat die Bank im Raum Bautzen etwa 140 Millionen Euro verliehen, das sind drei Prozent mehr als vor einem Jahr.

Gruhl betont, dass die von ihm geführte Filiale für alle Finanzierungsfälle einen Ansprechpartner vor Ort habe. „Ob für Privatleute oder den Mittelstand, für Geldanlagen, Kredite oder Immobiliengeschäfte – hier muss nicht immer erst ein Experte von außerhalb anreisen.“ Zudem wolle die Bank die Beratung per Video ausbauen.

Zunehmend wird auch die Bautzener Filiale digital. „Wir sind unserem Ziel einen großen Schritt nähergekommen, alle klassischen Bank- und Routinegeschäfte auch digital anzubieten. Damit wollen wir das Leben unserer Kunden noch einfacher und bequemer machen“, so Thomas Gruhl. So war die Deutsche Bank 2018 führender Partner für Apple beim Start eines mobilen Bezahlverfahrens per Smartphone. Bei den Nutzerzahlen hatte die Bank in den ersten vier Wochen des Jahres bereits ihre Ziele für das gesamte Jahr 2019 erreicht.

Den Veränderungen durch die Digitalisierung trägt auch das neue Ausbildungskonzept für Bankkaufleute Rechnung. Für Schüler bietet die Bautzener Filiale zum Beispiel Praktika an.