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Die alte Schäferei kommt weg

Zuvor müssen jedoch Ausweichquartiere für Fledermäuse geschaffen werden. Das ist eine Auflage.

Von Sylvia Jentzsch
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Die alte Schäferei in Däbritz wird abgerissen. Weil es Spuren von Fleckfledermäusen gibt, müssen Ausweichquartiere errichtet werden.
Die alte Schäferei in Däbritz wird abgerissen. Weil es Spuren von Fleckfledermäusen gibt, müssen Ausweichquartiere errichtet werden. © privat

Ostrau. In den nächsten drei Jahren wird im Ostrauer Ortsteil Schrebitz einiges an Erde bewegt – und nicht nur das. „Die Teilnehmergemeinschaft Schrebitz plant schon seit einigen Jahren, die Ortschaft besser vor Starkniederschlägen und bei Tauwetterlagen auftretenden Abflussspitzen zu schützen“, sagte Erik Sefkow, Vorsitzender des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft (TG) Schrebitz.

Weil die TG bei ihren Vorhaben Flächen versiegelt, muss ein Ausgleich geschaffen werden. In Absprache mit der Gemeinde wird die alte Schäferei in Däbritz abgerissen und diese Fläche sozusagen entsiegelt. „Das Gebäude wird nicht mehr benötigt und ist ein Schandfleck“, sagte Sefkow. 

Doch so einfach ist der Abriss nicht. Es wurde ein Naturschutzgutachten erstellt. Bei den Untersuchungen fanden die Fachleute Spuren von Fleckfledermäusen. Deshalb gibt es die Auflage, noch vor dem Abriss entweder ein Fledermaushaus aufzustellen oder alternativ die alten Keller so aufzubereiten, dass sie als Fledermausquartier genutzt werden können. Dafür müssen diese zugfrei, dunkel und sicher sein.

 „Wir werden wahrscheinlich die Keller als Ausweichquartier für die Fledermäuse herrichten“, sagte der Vorsitzende der TG. Ist das erledigt, könne voraussichtlich im Oktober mit dem Abriss begonnen werden.

Arbeiten für den Hochwasserschutz

Beidseitig der Zävertitzer Straße sollen zwei Regenrückhaltebecken errichtet werden. Die bereits vorhandenen Rohrleitungen werden zum Teil erneuert. Im Bereich des Stockbrunnens soll ein naturnaher Graben angelegt werden. 

Im Anschluss wird der Mittelweg auf einer Länge von 200 Metern eine Asphaltschicht bekommen. Der Weg wurde absichtlich als abschließende Maßnahme eingeordnet, damit dieser durch den Bau der anderen Maßnahmen nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Kosten für alle Maßnahmen zum Hochwasserschutz belaufen sich voraussichtlich auf 400 000 Euro. 

Der Freistaat und der Bund fördern die Maßnahmen mit bis zu 80 Prozent. „Die verbleibenden rund 80 000 Euro sind eine Menge Geld für die TG Schrebitz und können von ihr nicht gestemmt werden. Deshalb soll es Unterstützung von der Gemeinde geben“, so Sefkow.

Begonnen wird mit den in den Krebsbach mündenden Rohrleitungen. „Wenn alles nach Plan verläuft, sollen bereits 2019 die ersten Bagger rollen“, so Erik Sefkow. Zunächst werden die zur Ableitung notwendigen Leitungen für künftige Wassermengen vorbereitet. Die Anwohner seien im Verlauf der Planungen in mehreren Versammlungen und Ortsterminen informiert worden.

„Aktuell befindet sich die Änderung des Wege- und Gewässerplans bei der oberen Flurbereinigungsbehörde in der Prüfung. Liegt dem Vorstand die Genehmigung vor, werden alle betroffenen Eigentümer noch einmal zu einem Ortstermin eingeladen“, so Sefkow. 

Die TG Schrebitz hat in den letzten Jahren mehrere Vorhaben realisiert. So wurde die Zufahrt zum Fahrgut Kroppach, der Querweg sowie die Wege zum Jugendklub und zwischen Görlitz und Bierbach ausgebaut. 

Hinzu kommen zahlreiche Grünmaßnahmen. Vor zwei Jahren wurde die „Alte Kalkstraße“ ausgebaut. Dabei handelt es sich um einen landwirtschaftlichen Weg. Die Kosten beliefen sich auf rund 225 000 Euro.