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Die bewegte Geschichte der Villa Wach

Auf dem über 43800Quadratmeter großen Grundstück am Augustusweg steht neben der Grundschule Oberlößnitz auch die Wach’sche Villa. Das Gebäude aus der Gründerzeit hat eine spannende Historie: Schon 1672 gibt es Belege für ein repräsentatives Berg- und Lusthaus auf dem Gelände.

© André Wirsig

Auf dem über 43 800 Quadratmeter großen Grundstück am Augustusweg steht neben der Grundschule Oberlößnitz auch die Wach’sche Villa. Das Gebäude aus der Gründerzeit hat eine spannende Historie:

Schon 1672 gibt es Belege für ein repräsentatives Berg- und Lusthaus auf dem Gelände. Das Gebäude ist in den Meilenblättern von Sachsen 1780/83 verzeichnet. 1912 erwarb Katharina Wach das Anwesen. Im Jahr darauf entstand nach Umbauarbeiten die Villa Wach in ihrem jetzigen Erscheinungsbild. Katharina Wach war die Tochter von Ernst von Mendelsohn-Bartholdy, seinerzeit Seniorchef einer der größten deutschen Privatbanken. Sie heiratete den sächsischen Staatsbeamten und Geheimrat Felix Wach, ein Enkel des Komponisten Felix Mendelsohn-Bartholdy.

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Mit der Machtergreifung der Nazis wurde Felix Wach 1933 als „Nicht-Arier“ in den Ruhestand versetzt. 1939 wurde die Familie Wach enteignet. Felix Wach starb 1943 in Dresden. Seine Frau Katharina und die gemeinsame Tochter wurden ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, konnten aber von Schweizer Verwandten freigekauft werden. Die Villa Wach wurde nach der Enteignung an das Deutsche Rote Kreuz übergeben und 1940 als „Landesführerschule“ ausgebaut. Ein Wintergarten wurde entfernt. Nach dem Krieg nutzte die Rote Armee das Anwesen teilweise als Gefängnis. Seit 1958 betrieb die Stadt Radebeul das Gebäude als Schulhaus. Seit 1972 wird die Villa Wach als Kinderheim genutzt, seit 1992 in Trägerschaft der Kinderarche Sachsen. (SZ/nis)