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Die Brücke muss weg

Fünf Millionen Euro kostet die Erneuerung zweier Brücken und der Staatsstraße vor Kalkreuth. Die ist nun nicht mehr lange frei.

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© Klaus-Dieter Brühl

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Kalkreuth. Der Bagger der Großenhainer Firma Palm hat die Aufschüttungen transportiert, über die bald der Verkehr kurz vor Kalkreuth rollen wird. 16 Brunnenringe kommen hier als Widerlager in die Erde und werden ausbetoniert. Darauf liegt eine Betonplatte. Denn die temporäre Ersatzbrücke über die Dobra, die auf diese Weise vorbereitet wird, soll in den nächsten 14 Tagen angeliefert werden. Es ist eine Stahlbrücke aus dem Stahlbau Niesky. Die bisherige Betonbrücke, Baujahr 1932, wird abgerissen. „Sie war eine der schlechtesten im Bereich des Straßenbauamtes Meißen“, sagt Referatsleiter Karsten Borkenhagen.

Dieser Umstand war maßgeblich entscheidend, dass der Freistaat auf der Staatsstraße in Höhe der Paulsmühle rund fünf Millionen Euro investiert. Denn auch die Brücke über die Große Röder etwa 100 Meter weiter wird gleich mit erneuert, die Straße an zwei Stellen in ihrer ungünstigen Linienführung verbessert: Die sogenannte Diskokurve wird entschärft. Das Baufeld erstreckt sich auf 2,8 Kilometer bis zum Kreisverkehr Folbern. Für diesen grundhaften Ausbau lief sechs Jahre lang ein Planfeststellungsverfahren. Schon vor 16 Jahren hat laut Niederlassungsleiter Holger Wohsmann vom Straßenbauamt die Planung begonnen.

Anfangs hatte man sich das Vorhaben viel einfacher vorgestellt. Doch Natur- und Hochwasserschutz ließen ein vereinfachtes Baurecht nicht zu. Noch immer läuft für die Arbeiten im nächsten Jahr die Ausführungsplanung. „Zweite Brücke und Straßenbau werden dann gemeinsam vergeben“, so Holger Wohsmann. Die Vollsperrung dafür ist schon angekündigt.

Mehr Platz für etwaiges Hochwasser

Während die alte Betonbrücke mit ihrer eingeschränkten Tragfähigkeit eine lichte Weite von 8,60 Metern über den Bach hat, wird die neue 2,40 Meter breiter sein. „Im Hochwasserfall kommt es dann nicht zu Stauerscheinungen“, so Karsten Borkenhagen. 2010 war das fast der Fall (s. Foto). Die neue Rahmenbetonbrücke wird auch über zehn Meter breit und damit mehr als zwei Meter breiter als die alte. Noch im September soll deren Abriss beginnen. Dann wird ein großes Bohrgerät Bohrpfähle bis zu zwölf Meter in die Erde rammen. Sie gewährleisten die Stabilität der neuen Brücke. Auch sie soll mit einer normativen Nutzungsdauer von etwa 80 Jahren so lange halten wie die alte Brücke – natürlich je nach Verkehrsbelastung.

Wenn die neue Brücke zu Jahresende fertig ist, bleibt die Behelfsbrücke über die Dobra aber noch bestehen, so Wohsmann. Denn vor dem kompletten Straßenbau wird erst die neue Brücke über die Röder gebaut. Die wird allerdings an neuer Stelle links neben der jetzigen errichtet – ortseinwärts gesehen. Auch sie wird mit 17 Meter Länge größer als die derzeitige.

Ampelschaltung wird überwacht

„Alles in allem ist das für die Region ein spannendes mittelgroßes Bauvorhaben“, sagt Holger Wohsmann. Und ein Teures dazu. Allein die jetzige Bauwerkserneuerung inclusive Behelfsbrücke kostet fast eine halbe Million Euro. Für den Fahrzeugverkehr ist aktuell halbseitige Sperrung mit Ampelschaltung eingerichtet. „Die Ampel wird von der Bauüberwachung auch kontrolliert, um den Verkehrsfluss zu beachten“, sagt Holger Wohsmann. Die Verkehrssicherungsfirma soll auf diese Weise unnötigen Stau vermeiden.

Die Vollsperrung für Brücken- und Straßenbau – die gegebenenfalls parallel verlaufen – wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 beginnen. Bauende wird aus jetziger Sicht aber wohl nicht vor Mitte 2018 sein, so Holger Wohsmann gegenüber der SZ. Ob die Vollsperrung tatsächlich die ganze Zeit gebraucht wird, bleibt abzuwarten

Weitere ausstehende Vorhaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr/Niederlassung Meißen in der Region (teilweise bereits für 2016 angekündigt):

Fahrbahnerneuerung auf der B 101 in Großenhain,

Fahrbahnerneuerung auf der B 101 zwischen Großenhain und Priestewitz auf drei Kilometer

Grundhafter Ausbau der S 100 in Tauscha-Anbau/500 m

Deckenbau auf der S 81 nördlich von Buschhaus

Fahrbahnerneuerung auf der B 179 Reichenberg-Boxdorf (Verbindung von Großenhain nach Dresden über Auer)