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Die deutsche Gesundheitsfee heißt Sandra

Die 23-jährige Sandra Kriebel gewann das Casting einer Pharma-Firma. Dabei zählte nicht nur die Schönheit der Apothekerin.

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Von Birgit Ulbricht

Ein Casting, in dem es um Bluthochdruck und womöglich Durchfall geht? Das gibt’s wirklich und zwar bei der Wahl zur ersten deutschen Gesundheitsfee. Die Firma Ratiopharm suchte neue Werbewege und versuchte es mal mit einem echten Casting. Sie engagierte dazu Peer Kusmagk, der im Januar zum „Dschungelkönig“ in der Reality-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ des Senders RTL gewählt wurde und im März die 57. Ausgabe der RTL-II-Musikshow The Dome moderierte. Was von den sechs Kandidaten, die es nach Fotoauswahl und erster Sichtung bis in den Endausscheid geschafft hatten, erwartet wurde, war allerdings alles andere als gruslige Tiere krabbeln zu lassen.

Die Sackaerin Sandra Kriebel jedenfalls musste ernsthafte Fragen zu Medikamenten und Pflanzen beantworten, auf dem „heißen Stuhl“ mit Ja oder Nein fehlerfrei durchs Medizinquiz kommen oder Worte aus einem fremdsprachigen Beipackzettel übersetzen. Sie erwischte chinesisch. Die Passanten durften helfen, denn das Ganze fand natürlich in Berlin statt und die Kandidatinnen mussten Touristen finden, die ihnen das „Fachchinesisch“ übersetzen konnten. Klar gab’s danach das obligatorische Foto. Die Kameras surrten ohnehin die ganzen vier Tage in Berlin. Auf Stadtbummeln für das Präsentationsvideo oder im Musik- und Lifestyle-Hotel „nhow“ gleich neben dem Sender Viva.

Das Musik-Hotel fand Sandra „echt geil“. Die 23-Jährige mochte die Leute und die Aufgeregtheit am Set. Lampenfieber kennt die junge Dame offenbar nicht. Sie plaudert charmant und lebendig, ist ein hübsches junges Mädchen, der man die Lebensfreude abnimmt. Ein eingefrorenes Werbelächeln sieht man bei ihr nicht. Dass sie sich selbst promoten kann, hat sie schon mal bewiesen. Als feststand, dass sie es in die Schlussrunde geschafft hat, druckte sie ein Plakat von sich, ging medial Klinkenputzen. Denn voten durften nur Ärzte, Schwestern, Apotheker, Hebammen, Pfleger – alles was die Gesundheitsbranche an Berufen eben zu bieten hat. Am Ende stand sie mit Lisa und Milana im Wettstreit. Die drei jungen Damen erlebten die Verkündung des Votingergebnisses in Düsseldorf auf der Expo. Peer Kusmagk, der die Mädels schon durch alle Wettbewerbe begleitet hatte, moderierte auch den alles entscheidenden Auftritt. Wie bei Wahlen wurden schließlich die Ergebnisse eingeblendet – Sandra hatte gewonnen.

„Ich war so aufgeregt“, sagt die 23-Jährige. Heute schmunzelt sie. „Als ich die Fotos sah, dachte ich, du sitzt da wie Mutti früher.“ Sabine Kriebel arbeitet im Frisörsalon in Sacka. Vater Burghardt ist bei der Feuerwehr. Und was macht nun eine Gesundheitsfee? Auf Messen, in Apotheken-Zeitschriften oder im Netz auftreten. Ihr erstes Interview hat sie gegeben. Da Sandra in einer Dresdner Apotheke am Ballhaus Watzke selbst die Sparte der pflanzlichen Präparate betreut, ist das alles fast wie im Job. Nur dass ihr künftig eine Menge mehr Menschen zuschauen.