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Die drei Neuen im Pinguin-Becken

Auf der Pinguinanlage im Zoo Dresden tummeln sich seit Mittwoch drei Neuankömmlinge aus dem Vogelpark Marlow. Wer sie im Pool erkennen möchte, achte auf die Perlen an den Flügeln.

© Zoo Dresden

Juliane Richter

Dresden. Schneller als erhofft kann der Dresdner Zoo die gute Nachricht mitteilen: Seit Mitte der Woche leben dort drei neue Pinguine. Sie stammen aus dem Vogelpark Marlow in Mecklenburg-Vorpommern und verstärken die bisher fünfköpfige Gruppe. Ursprünglich sollten erst im kommenden Jahr Pinguine anreisen. Nun hat sich laut Zookurator Matthias Hendel die Chance geboten – und der Zoo hat zugegriffen. Die Neulinge sind durch bunte Perlen am Flügel gut von den Alteingesessenen zu unterscheiden. Denn diese tragen farbige Kabelbinder.

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Tierpflegerin Lydia De Jong und Kurator Matthias Hendel wiegen und kontrollieren die neuen Pinguine bei ihrer Ankunft.
Tierpflegerin Lydia De Jong und Kurator Matthias Hendel wiegen und kontrollieren die neuen Pinguine bei ihrer Ankunft. © Zoo Dresden

Mit den zwei Weibchen und einem Männchen sind große Hoffnungen verbunden. Sogar von Zucht ist wieder die Rede. Das war lange Zeit undenkbar, denn zwischen 2010 und 2014 hatte ein ominöser Keim mehr als 40 Humboldtpinguine dahingerafft. Mit Absicht hatte der Zoo deshalb vor zwei Jahren nur mit einer kleinen Gruppe den Neuanfang gewagt. Zu groß war die Sorge, dass der Keim trotz vieler Vorsichtsmaßnahmen wieder auftauchen könnte. Die Wasserqualität wurde seitdem zunächst in kurzen Abständen mit der Hilfe eines Labors überprüft. Mittlerweile geschieht dies nur noch alle drei Monate. „Unsere Pfleger bestimmen außerdem wöchentlich mit ihren Geräten die Wasserwerte und die Temperatur“, sagt Hendel.

Auch die neuen Tiere wurden ausgiebig untersucht. Kotproben wurden genommen und Füße, Schnäbel sowie Gefieder begutachtet. Abschließend kamen die drei Neulinge auf die Waage. Sie sind zwischen 3,5 und vier Kilogramm schwer und laut Hendel stattliche, gesunde Tiere. Schon im März könnten die Weibchen Eier legen und mit dem Brüten beginnen. Bei den bereits in Dresden lebenden Pinguinen hatte es in diesem Frühjahr erste Brutversuche gegeben. Zwei Eier waren befruchtet und beide Jungtiere sind geschlüpft. Allerdings haben diese nur zwei Tage überlebt. „Normalerweise sind die ersten Eier bei so jungen Tieren oft gar nicht befruchtet. Von daher lässt uns dieser erste Versuch hoffen“, sagt Hendel. Wenn sich die Pinguine im nächsten Frühjahr routinierter um den Nachwuchs kümmern, könnte es klappen. Das freut den Zoo vor allem auch deshalb, weil Humboldtpinguine auf der Roten Liste bedrohter Tierarten stehen.

Die drei Neuen scheinen sich auf Anhieb wohl in der neuen Umgebung zu fühlen. Schon am zweiten Tag in Dresden haben sie sich an die Pfleger herangewagt und Fische aus der Hand gefressen. Die anderen Gruppenmitglieder haben sie umschwommen und ansonsten nicht weiter zur Kenntnis genommen. Also läuft bisher alles so, wie es sein soll. Neben den Zuchthoffnungen setzt Kurator Hendel außerdem auf den Zuzug weiterer Tiere. Denn das Geschlechterverhältnis muss noch ausgeglichen werden. Jetzt gibt es drei männliche und fünf weibliche Tiere. Weil sie sich paarweise um die Aufzucht der Jungen kümmern, wäre ein ausgeglichenes Verhältnis wünschenswert.