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Die Forscher und der Altbergbau

Das EU-Forschungsprojekt Archaeomontan läuft aus. Vorher präsentiert es seine Ergebnisse mit einem Höhepunkt in Dipps.

© Christian Juppe

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Erneut findet im Kulturzentrum Parksäle in Dippoldiswalde eine internationale Fachtagung zur Archäologie des Bergbaus statt. In fünf Wochen, am 23. und 24. August, treffen sich in Dippoldiswalde Wissenschaftler aus Deutschland und Tschechien. Unter dem Titel „Archaeomontan 2018 – Das Erzgebirge im Fokus der Montanarchäologie“ präsentieren sie die Ergebnisse aus über sechs Jahren Forschungsarbeit.

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Das Tagungsprogramm zieht einen breiten Bogen vom Osterzgebirge ins Westerzgebirge, von Deutschland nach Böhmen, von klassischer historischer Forschung bis zu neuen Formen der Präsentation wissenschaftlicher Erkenntnisse. An dem europäischen Forschungsprogramm sind verschiedene Stellen beteiligt, unter anderem das Oberbergamt in Freiberg. Es hat eine Untersuchung der Bergschäden für Zinnwald ausgearbeitet. Die Ergebnisse stellen Rainer Sennewald und Jens Kugler vor. Das Oberbergamt besitzt auch wertvolle Unterlagen zur Geschichte des Bergbaus. Diesen Bestand stelle der Industriearchäologe Axel Rüthrich vor. Volkmar Scholz, der beim Oberbergamt für den Altbergbau zuständig ist, gibt einen Überblick über die Baustellen, die in den Jahren 2016 bis 2018 in Dippoldiswalde zur Sicherung und Sanierung von Hohlräumen aus dem Altbergbau gelaufen sind.

Die Tagung zeigt auch die vielen verschiedenen Methoden, welche die Archäologen anwenden. Sie versuchen auch an den Punkten noch etwas über das Leben unserer Vorfahren herauszufinden, wo diese keine Dokumente oder Bilder hinterlassen haben. So hat ein Wissenschaftlerteam Spuren einer mittelalterlichen Bergbausiedlung auf dem Kamm des Osterzgebirges gefunden. Dieser vergessene Bergort wird bei der Tagung vorgestellt.

Im Rahmen der Tagung wird auch die neue Dauerausstellung im Dippoldiswalder Schloss eröffnet. Der Name dafür steht inzwischen auch fest. Das wird das „Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge“, abgekürzt Miberz. Es wird am 23. August abends feierlich eröffnet und ist ab Freitag, 24. August, für jedermann zugänglich.

Die Wissenschaftler interessieren sich genauso für die Ernährung der Menschen in den sächsischen Bergstädten wie für historische Landkarten. Mineralogische Untersuchungen in Krupka/Graupen belegen Verbindungen zur Zinnerzverarbeitung auf der deutschen Seite des Erzgebirges. Diesem Thema sind Forscher des Tschechischen geologischen Dienstes nachgegangen und sie stellen ihre Erkenntnisse auf der Tagung in Dippoldiswalde vor.

Besonders schön ist für die Archäologen, wenn sie noch original erhaltene Überreste aus früheren Jahrhunderten finden. Die Chancen dafür stehen besonders schlecht, wenn diese aus vergänglichem Material wie Holz hergestellt wurden. Solche Funde gab es viele in Dippoldiswalde. Einer der sensationellsten Funde dieser Art ist ein großes Kehrrad, das in Bad Schlema unter Tage die Jahrhunderte überdauert hat. Hier gibt es das Problem, dass das Rad zu groß ist, um es aus dem Bergwerk zu bergen. Diese Anlage wird auf der Tagung ebenfalls ausführlich vorgestellt. .

Anmeldung zur Tagung bis 9. August. Kontakt: Landesamt für Archäologie, Zur Wetterwarte 7, 01109 Dresden.