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Die Friedhofskapelle wird saniert

Innen und Außen sind die Arbeiten in vollem Gang. Anfang September sollen sie abgeschlossen sein.

© André Braun

Von Tim Blumenstein

Roßwein. Seit Ende Juni ist die Friedhofskapelle nunmehr außer Betrieb – und das aus gutem Grund. So hat der Zahn der Zeit an dem über einhundert Jahre alten Gebäude einige Spuren hinterlassen, die es jetzt zu beseitigen gilt. Denn die letzte Grundsanierung liegt bereits über 50 Jahre zurück. Zwar wurde die Kapelle schon vor sechs Jahren saniert, doch nicht in vollem Umfang. Damals ging es um die Instandsetzung der bröckelnden östlichen Außenwand, die unter Nässebelastung anfing, Blasen zu werfen und erneuert werden musste.

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Nun sollen schließlich auch die Fassaden der anderen Seiten folgen. Dafür muss unter anderem an der Eingangsseite ein neues Fenster samt Sandsteinfassung eingebaut werden. Neben der Sanierung der übrigen Außenwände fallen aber auch im Innern mehrere Arbeiten an. Mit insgesamt 50 000 Euro schlägt die Sanierung dabei zu Buche, so schätzt es Friedhofsmeister Matthias Fritz. „Der Großteil der Kosten wird aus dem Fördermittelfonds „Brücken in die Zukunft“ finanziert, für den Rest kommt der Friedhof selbst auf“, sagt Fritz. Demnach fließen knapp 33 000 Euro an Fördergeld in die Sanierung, die restlichen 17 000 Euro stemmt der Friedhofsbetrieb allein.

Doch der Friedhof beteiligt sich nicht nur finanziell an den Renovierungsarbeiten. Den alten Fußboden haben Fritz und seine Mitarbeiter bereits vor einigen Wochen in Eigenleistung entfernt. Für das Verlegen des neuen Bodens wurde professionelle Hilfe ins Boot geholt. So ist der Unterbeton, der als Grundlage für den neuen Fußboden dient, bereits eingebaut. Im nächsten Schritt folgt eine Schicht aus Estrich, um den Boden für die weiteren Arbeitsschritte zu schützen. Denn bis der eigentliche Fußbodenbelag in die Kapelle kommt, vergehen noch einige Wochen. Vorher stehen noch andere wichtige Aufgaben an, wie zum Beispiel die Erneuerung der Elektrik. Damit auch in Zukunft der Betrieb der Kapelle sicher vonstattengeht, muss dafür das gesamte Gebäude neu verkabelt werden. „Das war ursprünglich nicht geplant, doch als die alte Verkabelung zum Vorschein kam, mussten wir handeln “, sagt Fritz. Es sei unsinnig, so große Renovierungsarbeiten durchzuführen, ohne die Elektronik zu erneuern. „Schließlich soll die Kapelle nach der Renovierung auch wieder viele Jahre halten“, so Matthias Fritz.

Läuft alles wie geplant, beginnen anschließend ab Anfang August die Malerarbeiten im Innern. Denn auch an den Wänden wurden über die Jahre immer wieder Risse sichtbar. Dem wird jetzt mit einem speziellen Schutzgewebe vorgebeugt. Als letzten Schritt der Malerarbeiten folgt das Verputzen und anschließende Streichen der Wände. Ist dies erledigt, werden die Arbeiten am Gebäude mit dem Verlegen der neuen Natursteinplatten Ende August beendet.

Doch nicht nur an der Kapelle wird gewerkelt. Auch beim Interieur wird es einige Neuerungen geben. So müssen sich die alten Bänke der Kapelle einer Generalüberholung unterziehen. Sie litten seit einiger Zeit unter Holzwurmbefall und werden deswegen von einem Tischler aufgearbeitet. Sind die übrigen Baustellen abgeschlossen, kommen die Sitzbänke samt Bankheizung zurück an alte Stelle.

Außerdem wurde das alte Podest, auf dem der Pastor stand, herausgenommen. „So können wir jetzt die Aufbahrungen besser durchführen, wenn dies gewünscht wird“, sagt Fritz. Als stimmungsvolle Aufwertung werden zusätzlich neue Wandlampen installiert.

Auch der Betrieb der alten Orgel musste eingestellt werden. Als Ersatz wird ein modernes Keyboard angeschafft, das nur bei Bedarf in der Kapelle aufgestellt werden soll. Die Anschaffung des Instruments samt dazugehöriger Lautsprecheranlage war in den ursprünglichen Kosten nicht eingeplant. Der Friedhofsbetrieb freut sich daher über Spenden. Wann die Kapelle wieder einsatzbereit ist, konnte Matthias Fritz bisher nicht genau sagen. Gerechnet wird mit der Eröffnung in den ersten beiden Septemberwochen. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.