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Die Funde der Pilzfreunde

Am Sonntag kann man sie im Alten Schloss bewundern: die Sammelergebnisse der Müllers.

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© Kristin Richter

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Zabeltitz. Helga und Hartmut Müller waren im Kiefernwald mit Sandboden bei Lüttichau und bei Stölpchen. „Die Alte Salzstraße ist nach dem 11. September ein gutes Pilzrevier“, so die Großenhainer. Da es früh neblig und feucht, tagsüber aber noch warm ist, wachsen Pilze gut. So kamen wieder genug Funde zusammen, um die jährliche Ausstellung zum Zabeltitzer Hubertusfest am Sonntag bestreiten zu können.

Die Funde der Pilzfreunde

Blutreizker, essbar
Blutreizker, essbar
Purpurfleckender Klumpfuß, ungenießbar
Purpurfleckender Klumpfuß, ungenießbar
Geschmückter Gürtelfuß, essbar
Geschmückter Gürtelfuß, essbar
Buckeltäubling, essbar
Buckeltäubling, essbar
Gelbweißer Täubling, essbar
Gelbweißer Täubling, essbar
Kuhpilz, ungenießbar
Kuhpilz, ungenießbar
Säufernase, giftig
Säufernase, giftig
Igelstolpling, ungenießbar
Igelstolpling, ungenießbar
Rotkappe, essbar
Rotkappe, essbar
Kahler Krempling, giftig
Kahler Krempling, giftig
Krause Glucke, essbar
Krause Glucke, essbar
Riesenporling, jung essbar
Riesenporling, jung essbar

Morgens ab 8 Uhr werden die Pilzfreunde, zu denen auch die Familien Klinkigt aus Großenhain und Fuchs aus Zabeltitz, Merkel aus Radeburg und Menzel aus Ponickau gehören, ihre Schätze im Alten Schloss aufbauen. Und auch ein bisschen Deko. Von 10 bis 18 Uhr stehen sie allen Pilzliebhabern zur Seite, helfen essbare von giftigen und ungenießbaren Pilzen zu unterscheiden. Denn die Müllers sammeln fast alles. Nur der grüne Knollenblätterpilz als Mega-Giftling kommt ihnen nicht in den Korb. „Viele Interessenten fragen auch nach der Zubereitung“, sagt Helga Müller, genau wie ihr Mann 77 Jahre alt. Beide waren früher offiziell als Pilzberater bestellt. Das gibt es nicht mehr. Doch noch heute schickt die Stadt Hilfesuchende zu ihnen nach Hause auf den Heimweg nahe der Rehaklinik.

Über die Vielfalt ihrer Funde ist das Publikum des Hubertusfestes immer wieder begeistert. Die Müllers können aber auch viel erzählen. Zwar brauchen sie kein Pilzbuch mehr, wenn sie in den Wald gehen. Doch freilich haben sie mehrere Exemplare davon. Helga Müller zeigt darin ihren Lieblingspilz: den rötlichen Holzritterling. „Der ist so hübsch gelb untendrunter“, begründet die Seniorin. Oder da, der Brot- oder Sandpilz. „Den gab`s früher in Massen, dann war er fast 30 Jahre weg“, so Helga Müller. Jetzt seien wieder Exemplare zu finden.

Dem giftigen Satanspilz, vor dem viele Angst haben, würde man aber dagegen hierzulande nicht begegnen. „Der wächst nur auf Kalkboden“, so die Müllers. Der Hexenpilz, der auch ein rotes Futter hat, sei dagegen zu finden, und er ist essbar. Was die Pilzfreunde in Zabeltitz ausstellen, wird übrigens gern an Kinder und auch Erwachsene verschenkt. Denn die Sammler essen sie nicht mehr. „Viele Besucher haben sie angefasst, und das sollen sie auch“, so die Müllers. Die haben mittlerweile schon viele Pilze zu Hause verspeist. Helga Müller frostet auch welche ein, macht sie sauer oder verschenkt sie noch später. Allerdings muss auch am 1. Oktober noch eine Ausstellung abgesichert werden – die beim Abfischen an der Dammmühle in Schönfeld. Auch zum Bauernmarkt oder bei Flora et Herba haben die Pilzfreunde früher schon ausgestellt. Am heutigen Sonnabend und später gehen sie noch mal in den Wald. „Wir müssen uns doch sehen lassen, sonst wachsen die Pilze nicht“, scherzen Müllers.