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Die Glocke sorgt für den Dreiklang

Zum ersten Mal war das neue Geläut der Tragnitzer Kirche zu hören. Eine Leipziger Künstlerin hat die Glocken gestaltet.

© André Braun

Von Jens Hoyer

Leisnig. Als die drei Glocken auf dem Turm der St. Pankratius Kirche in Tragnitz nach dem Ostergottesdienst am Sonntag zusammen geläutet wurden, stand auch Maria Ondrej draußen vor der Kirche, um dem harmonischen Dreiklang zu lauschen. Die Leipziger Künstlerin hatte die drei Glocken gestaltet. Zuletzt die Taufglocke, die mit einer Taube und Olivenzweige als Reliefs geschmückt ist. „Ich war dabei, als die Glocke aufgezogen wurde. Aber es ist das allererste Mal, dass ich alle drei zusammen höre“, sagte Maria Ondrej.

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Im Gottesdienst hatte Pfarrerin Katja Schulze die dritte Glocke des Geläuts geweiht. Das Modell hing vorn am Pult. Auf 350 Kilo Gewicht bringt es die Taufglocke bei einer Höhe von 80 Zentimetern. Per Fernbedienung wurde sie während des Gottesdienstes in Gang gesetzt. Die Pfarrerin musste die Tür öffnen, damit die Gemeinde den Klang hören konnte. Danach kamen auch die zweite und die dritte Glocke dazu, die schon im Dezember 2014 im Kirchturm aufgehängt wurden.

Die Leipziger Künstlerin hatte alle drei Glocken gestaltet. Für die Taube auf der kleinsten gibt es ein Vorbild, sagte Katja Schulze. Schon die Vorgängerglocke, die im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurde, hatte eine Taube geziert. „Es gab aber keine Abbildungen“, sagte die Pfarrerin.

Nach dem Gottesdienst stiegen viele Besucher hinauf in den Turm, um das neue Geläut anzuschauen. Dort hatten seit 1924 Glocken aus Stahlguss gehangen, die mit ihrem viel höheren Gewicht den alten Glockenstuhl ruinierten. Dieser ist zu großen Teilen erneuert worden.

Die Kirchgemeinde hatte den Guss der neuen Glocken zum Teil mit Spenden finanziert. Wie die Pfarrerin bekannt gab, waren für die Glocke erst wieder zwei Einzelspenden über 200 und 500 Euro eingegangen. Die nächsten Projekte hat man bei der Kirchgemeinde aber schon ins Auge gefasst. Die über 350 Jahre alte Kanzel der Kirche soll restauriert werden. An einigen Stellen, die probehalber schon gereinigt wurden, leuchten die Farben wieder mit ungewohnter Frische. Auch ein evangelischer Beicht- und Betstuhl soll restauriert werden.