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Die Grunaer Ruhestifterin

Den Moment wahrzunehmen lernen die Teilnehmer von Meditationskursen. Seit 20 Jahren hat die Leiterin Gabriele Schuppe damit Erfolg.

© Sven Ellger

Von Theresa Hellwig

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Die Hände zittern, weil die Knie und die Hüfte wackeln. Die Schwingung zieht durch den ganzen Körper. Der Kiefer ist locker, die Augen sind geschlossen. Esoterische Klänge erfüllen den Raum und erzeugen vor dem inneren Auge bunte Bilder. Etwa acht Personen zappeln auf diese Weise. Die Meditation, die Gabriele Schuppe da anleitet, ist eine dynamische – nach dem indischen Philosophen Osho.

Über die Bewegung sollen die Kursteilnehmer zur Ruhe kommen, loslassen, sich von der Musik nach innen tragen lassen. Schuppe, die eigentlich lieber „Anjali“ genannt wird, also bei dem Namen, den ihr der Lehrmeister höchstpersönlich gegeben hat, leitet das Meditationszentrum „Osho New Dawn“ in Gruna. In diesem Jahr feiert die spirituelle Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen.

Anjali lebt in einer Meditations-Kommune im Erzgebirge. Die Gründerin dieser Gemeinschaft fragte sie damals, ob die 59-Jährige sich nicht vorstellen könnte, ein Meditationszentrum in Dresden zu eröffnen. Daraufhin, so erzählt Anjali, gründete sich der Verein und eröffnete das Zentrum in einem Keller in der Neustadt. „Am Anfang kam niemand“, erinnert sie sich. „Einer der Ersten, der vorbeischaute, war der evangelische Sektenbeauftragte“, sagt sie und lacht. „Der kam nicht zur Meditation, war aber sehr nett.“ Folgen zog dieser Besuch nicht nach sich.

Wie der Start des Zentrums, ist auch der Anfang beim Meditieren nicht immer leicht: Entspannen will gelernt sein. Besonders in der heutigen Zeit sind viele Menschen gestresst und genervt, viele sitzen lange am Computer. Deshalb startet Anjali ihre Kurse mit Bewegung. Auch für sie war es zu Beginn nicht einfach: Ihre ersten Erfahrungen mit dem Meditieren sammelte sie in einem zehntägigen Intensivkurs. „Wir saßen den ganzen Tag still, ich hatte Heuschnupfen und mein Kopf plapperte die ganze Zeit. Bis sich die Gedanken – wie Sedimente in einem Bach – irgendwann absetzten, das hat gedauert.“ Erst dann konnte Anjali den Moment wahrnehmen.

So, wie die 59-Jährige in die Meditation fand, so fand auch der Verein seinen Weg und wuchs mit der Zeit an. Besonders ein indisches Hoffest hatte die Neustädter angelockt. Als das Haus 2003 verkauft wurde, zog der Verein in den Grunaer Weg. Dort können Interessierte an Meditationskursen oder Physiotherapiestunden teilnehmen. Wichtig sei bei alledem eine positive, dem Leben zugewandte Einstellung. So auch bei den Kuschelabenden, die eine Freundin anbietet. „Die sind sehr beliebt“, erzählt sie.