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Die Kita der Entdecker

Die Mädchen und Jungen der Kita Niederstriegis gehen jetzt ins Haus der kleinen Forscher. Der Titel muss verteidigt werden.

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© André Braun

Von Heike Heisig

Roßwein/Niederstriegis. Dass Holz im Wasser schwimmt, aber Plastik mit Löchern nicht, das wissen die Großen der Kita Striegiszwerge in Niederstriegis längst. Schon seit Jahren experimentieren und probieren sie, lassen Papierschiffchen auf der Mulde bis nach Döbeln schwimmen oder sind mit der Lupe unterwegs. Seit Dienstagvormittag haben es Kinder, Erzieher und Eltern nun schriftlich. Kerstin Lehmann, die bei der Handwerkskammer Chemnitz das Projekt „Haus der kleinen Forscher betreut“, hat der Einrichtung eine Urkunde und eine Plakette überreicht. Letztere darf gern den Gang der Kita schmücken und den Entdeckergeist von Klein und Groß symbolisieren.

Dass selbst die Erwachsenen jeden Tag forschen, verriet die stellvertretende Leiterin Uta Tenzler. „Zurzeit finden wir heraus, dass Teewasser länger braucht, bis es kocht, wenn eiskaltes Wasser genommen werden muss. Und wir testen, wie viele Elektro-Heizkörper wir benutzen dürfen, bis die Sicherung kommt.“ Im Moment sei nämlich die Heizung im Haus kaputt. Da müsse mal aus einem anderen Grund experimentiert und improvisiert werden.

Ansonsten geht es bei den Experimenten seit mindestens sechs Jahren schon darum, den Kindern naturwissenschaftliches und mathematisches Wissen auf spielerische Art zu vermitteln. Dafür nehmen die Erzieherinnen an mindestens zwei Weiterbildungen zu genau diesem Thema bei der Handwerkskammer Chemnitz teil. „Sie bekommen dann kleine Experimentierhilfen, die aber nur Anregung sein sollen“, erklärt Kerstin Lehmann.

Experimente im Freien

Sie nutzte am Dienstag ihren Besuch in Niederstriegis, um sich anzuschauen, was die kleinen Entdecker an ihrem nächsten Forschertag herausfinden. Die Kinder der mittleren Gruppe etwa tropften mit Pipetten eingefärbtes Wasser auf Würfelzucker. Der zerging dabei nicht nur. Es ergaben sich überdies hübsche Farbenspiele. Bunt ging es auch bei den Jüngsten nebenan zu. Sie hatten kleine Gläser vor sich stehen. Und schon mit ein paar Schnipseln Krepppapier färbte sich das Wasser beim Rühren der Flüssigkeit.

Auch in den nächsten Wochen werden die Striegiszwerge einiges entdecken. Dann wollen sie draußen weiter experimentieren und zuschauen, wie gerade die Natur erwacht. Damit das Staunen später im Garten weitergeht, ziehen die Größeren im Zimmer Pflanzen in Minigewächshäusern heran.

„Für viele Sachen braucht man nicht einmal aufwendige Materialen“, so Kerstin Lehmann. Die meisten Utensilien, die zum Experimentieren benötigt werden, kämen aus dem täglichen Leben. So könne vieles auch daheim leicht nachgemacht werden. Wenn zusätzlich mal etwas angeschafft werden müsste, dann hätten sich vielfach die Eltern als verlässliche Partner erwiesen.

Um das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher“ behalten zu können, müssen die Erzieherinnen weiter an thematischen Fortbildungen teilnehmen. Das Entdecken selbst gehört ohnehin zum Tagesprogramm in der Kita in Niederstriegis.