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Dresden

Die Krönung der Primadonna

Die Sopranistin Steffi Lehmann übernimmt die Königinnen-Partien an der Staatsoperette Dresden. 

Opernsängerin Steffi Lehmann hat schon auf vielen internationalen Bühnen gestanden. Jetzt ist sie auch wieder mehr in der Heimat zu hören. © Frank Türpel/PR

Schon im Kindergarten wusste sie genau, was sie einmal werden würde: Sängerin. Und da gibt es als Beleg sogar eine Kinderzeichnung von ihr aus der 1. Klasse: Ein Mädchen mit langen blonden Haaren und einer riesigen goldenen Krone steht hinter einem Mikrofon. Ein erstaunliches Selbstbildnis von geradezu prophetischem Ausmaß. Im Sommer wird Steffi Lehmann nämlich die neue Primadonna der Staatsoperette Dresden. Vergangene Woche hatte die neue Intendanz den Medien ihre Pläne für die nächsten Jahre präsentiert – und damit ist auch diese Personalie offiziell. Es sind die sogenannten „Königinnen-Partien“, die die Kamenzerin Steffi Lehmann übernimmt. Die Krone passt also.

Für die 34-Jährige erfüllen sich damit gleich zwei Träume. Zum einen wollte sie immer an einem großen Haus singen, zum anderen stand Dresden, also die erweiterte Heimat, stets auf der Wunschliste ganz weit oben. „Dass dies jetzt klappt, macht mich wirklich glücklich.“ 15 Jahre lang hat die junge Sängerin mit ihrem Mann Martin, der als lyrischer Tenor ebenfalls Profisänger ist, von Leipzig aus die Bühnen der Welt erobert. Sogar schon während des Studiums an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ wurde sie mehrfach mit Preisen in Gesangswettbewerben oder Stipendien geehrt. Und nun steht tatsächlich ein Umzug an. Bereits im Mai werden die Kisten gepackt. Eine schöne Wohnung mitten im Zentrum der Dresdner Neustadt haben die Eheleute bereits gefunden.

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Es ist eine Rückkehr in die Heimat. Viele in und um Kamenz erinnern sich gern und oft an Steffi Lehmann, die dort schon als Lessing-Gymnasiastin immer wieder für Staunen und Beifall gesorgt hatte. Zum Beispiel mit Solopartien im Schulchor, bei erfolgreichen Teilnahmen an Wettbewerben von „Jugend musiziert“ oder später bei Aufführungen der Kamenzer Kantorei. Und ihre ganz erstaunliche Karriere als Sängerin – auch in der zeitgenössischen Musik – wurde daheim stets mit Interesse verfolgt.

Jetzt also beginnt ein neuer Abschnitt, der auch eine besondere Herausforderung darstellt. Schon das Vorsingen auf die Primadonna-Stelle im Oktober sei ein großes Erlebnis gewesen. Dutzende Sängerinnen hatten sich beworben, vor allem die starken Referenzen, der gereifte Sopran und die sehr gute Bühnenpräsenz dürften den Ausschlag für die gebürtige Oberlausitzerin gegeben haben. „Natürlich werden ja auch schauspielerische Fähigkeiten erwartet“, sagt Steffi Lehmann. Sie kann und wird nun solche bekannten Hauptrollen wie die Csárdás-Fürstin oder die lustige Witwe übernehmen.

Die Proben für die neue Theatersaison an der Operette beginnen am 1. Juli. Danach wird es zügig ernst. Bereits in der ersten Premiere am 7. September wird Steffi Lehmann singen. Es ist ein Revue-Programm unter dem Titel „Hier und jetzt und himmelblau“, das einerseits Broadway-Atmosphäre nach Dresden bringen soll und gleichzeitig das erneuerte Ensemble vorstellt. „Ich habe ein großartiges Team gefunden und freue mich wahnsinnig auf die gemeinsame Arbeit.“ Und Steffi Lehmann lobt auch das Ambiente im Kulturkraftwerk, mit dem mancher Stammgast der Operette immer noch etwas fremdeln soll, wie man hier und da hört. „Ich habe mich dort sofort wohlgefühlt“, sagt die junge Frau, die ja gerade auch für eine neue Theatergeneration steht. Was die Erfolgstraditionen der Dresdner Opern- und Operettenkunst natürlich einschließt. Aber gerade auch die modernen technischen Rahmenbedingungen im Kraftwerk seien großartig, sagt Steffi Lehmann.

Neben ihrem festen Engagement wird die Sopranistin auch weiterhin Parts bei anderen übernehmen. Das ist vertraglich gewünscht, weil es ja auch positiv auf die Staatsoperette ausstrahlen kann. So wird sie im Sommer mit ihren Mann Martin in Lviv in der Ukraine zum Beispiel in Robert Schumanns symphonischem Oratorium „Das Paradies und die Peri“ mitwirken. „Das ist ein starkes, sehr anspruchsvolles Werk, das viel zu wenig bekannt ist“, sagt die 34-Jährige, die damit auch auf einen anderen Erfolgsaspekt in Sachen Profikunst verweist. Man sollte nicht nur das Talent, immensen Probenfleiß und den festen Willen einer Primadonna haben – sondern immer wieder auch für Neues offen sein.