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Die letzten Sprünge auf altem Belag

Die Gemeinde will eine neue Weitsprunganlage bauen. Und noch mehr. Ein sächsisches Gesetz macht es möglich.

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© Anne Hübschmann

Von Jörg Richter

Lampertswalde. Sportlehrer Udo Gabrisch bittet die 2. Klasse der Lampertswalder Grundschule zum Weitsprung. Die Mädchen und Jungen geben sich alle Mühe, das Absprungbrett zu treffen. Es ist abgewetzt, hat seine besten Tage längst hinter sich. Und es ist schmal. „Für den Sportunterricht an einer Grundschule ist es eigentlich ungeeignet“, sagt Gabrisch. „Normalerweise sollen Grundschüler aus einer 50 Zentimeter breiten Zone abspringen.“ Der genaue Absprung von einem Brett würde erst in höheren Klassenstufen zur Pflicht, so der Sportlehrer.

Doch nicht nur die beiden Bretter der hiesigen Doppel-Weitsprunganlage bereiten ihm zusehends Sorgen, sondern auch der Belag des Anlaufs. Er war mal rot. Jetzt ist er verwittert und schwarz. Außerdem hat er sich zusammengezogen, wirkt durchgelaufen. Und als würde das noch nicht ausreichen, macht auch die Holzeinfassung der Sandgrube nicht den besten Eindruck. Die Kanthölzer sind verzogen, haben Risse.

Alles für den Sportunterricht

Die Weitsprunganlage befindet sich hinter einem der Fußballtore im Stadion Am Raschütz. Geht es nach dem Willen der Lampertswalder Gemeinderäte, dann soll die halbkreisförmige Fläche hinterm Rasen bald eine neue Weitsprunganlage erhalten. Und nicht nur das. Hinterm Fußballtor soll außerdem eine mehrspurige 50-Meter-Bahn entstehen. Alles für den Sportunterricht an der hiesigen Grundschule. Sie wurde 2009 vom Kreissportbund Meißen als „Sportfreundliche Schule“ ausgezeichnet.

„Eine ordentliche Schulsportfläche wäre unser Traum“, sagt Gabrisch. Zurzeit spiele sich vieles auf dem Rasen ab. Aber das würden die Fußballer des SV Lampertswalde nicht so gern sehen.

Die neue Weitsprunganlage und die 50-Meter-Laufbahn stehen schon lange auf der Wunschliste der Grundschule. Vor zwei Jahren wollte die Gemeinde die maroden Sportanlagen rund um den Lampertswalder Fußballplatz mit Fördermitteln des Regionalmanagements Dresdner Heidebogen sanieren bzw. neu bauen lassen. Rund 1,2 Millionen Euro waren dafür veranschlagt. Ein Projekt, das trotz wohlwollender Regionalmanager zu ehrgeizig war. Es wurde nie umgesetzt.

Jetzt gibt es aber eine Möglichkeit, wenigstens die neue Weitsprunganlage und die 50-Meter-Bahn zu realisieren. Die Gemeinde Lampertswalde erhält rund 134 000 Euro aus dem Fördertopf des neuen Investitionskraftstärkungsgesetzes. Das hatte der sächsische Landtag im Dezember beschlossen. Das Geld soll auch dazu verwendet werden, den Schallschutz der hiesigen Schulturnhalle zu verbessern. „Ab 2017 soll gebaut werden“, sagte der Lampertswalder Bürgermeister auf der letzten Gemeinderatssitzung. Dort stimmten die Gemeinderäte, zu denen auch Gabrisch zählt, dem Vorschlag zu, die Mittel für die Schulsportanlagen zu verwenden.

Vorrang vor der „Waschbrettstraße“

Ob es dazu kommt, entscheidet der Landkreis Meißen, der die Gelder aus dem neuen Gesetz verteilt. Sollte er dem Beschluss des Lampertswalder Gemeinderates nicht zustimmen, soll als Ersatzmaßnahme die Straße zwischen Lampertswalde und Blochwitz erneuert werden. Sie ist stellenweise sehr holprig, was Bürgermeister Hoffmann veranlasste, sie als „Waschbrettstraße“ zu bezeichnen.

Noch auf der Gemeinderatssitzung im März galt diese Straße als Favorit für die neue Förderung. Doch die Räte sind sich wohl in der Zwischenzeit einig geworden, dass der Schulsport eine höhere Priorität genießen soll als Landstraßen zwischen zwei Dörfern.