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Die Mehrheit findet Geländer hässlich

Das sagen SZ-Leser in einer Abstimmung zum Kompromiss an der Albertbrücke.

© Ronald Bonß

Von Peter Hilbert

Derzeit werden die neuen Geländer an der Albertbrücke montiert. Ende Februar sollen sie auf der elbaufwärts liegenden Seite fertig sein. Dabei hat die Stadt einen Spagat zwischen Denkmalschutz und aktuellen Vorschriften versucht. Nach historischem Vorbild wurden in der Schmiedeberger Gießerei 500 Säulen hergestellt, die laut dem Denkmalschutz in ihren Proportionen nicht verändert werden durften und somit einen Meter hoch sind.

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Doch neben dem Geh- und Radweg sind 30 Zentimeter mehr nötig. „Es sind alle Varianten diskutiert worden“, erklärte Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz. Deshalb wird hinter dem, nach altem Vorbild hergestellten, ein weiteres, 1,30 Meter hohes, Geländer gebaut. „Es ist notwendig, Kompromisse zu machen, um Altes und Neues zu verbinden“, sagte Koettnitz.

Das Internet-Voting

Die SZ hatte am Mittwoch einen ausführlichen Bericht darüber veröffentlicht. Parallel war eine nicht repräsentative Befragung im Internet gestartet worden, die am Freitag, 14 Uhr, endete. Daran beteiligten sich 3 834 Leser. Knapp 2,3 Prozent von ihnen finden das Doppelgeländer schön. 29 Prozent bewerten es als nicht störend. Für hässlich halten es über 68,7 Prozent.

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Damit passt sich die Albertbrücke jetzt zumindest der Ästhetik der Waldschlößchenbrücke an. Typisch Dresden (leider). Matthias Grimsel

Aller guten Dinge sind drei: Wo bleibt ein Fangnetz? Ein Grund dafür lässt sich doch bestimmt finden … Sollen wir Dresdner denn schon wieder Einzug in die deutschlandweiten Medien für besondere Schildbürgerpossen finden? Die Schönheit des alten Gitters geht 100-prozentig verloren, also hätte man es sich gut und gern sparen können.Karin Engelbrecht

Dresden ist doch schuldenfrei, da darf man für solchen Unfug – analog dem „Kleine Hufeisennasen-Humbug“ – ruhig mal tief ins Stadtsäckel greifen. Demnächst ist die Augustusbrücke dran – man darf gespannt sein … Fazit: Mensch ärgere dich nicht! D. Berger

Zwei Geländer auf der Albertbrücke sind der schlechteste Kompromiss. Die Harmonie zwischen Brücke und Umgebung ist dahin, das alte Geländer fraglichen Restriktionen geopfert. Dabei gibt es Kompromisse mit Vorbildwirkung: Die Kuppel der Frauenkirche zum Beispiel entspricht ihrem historischen Vorbild, nicht aber deren Proportionen. Mit freier Sicht auf das Bauwerk. Schade, dass Dresden einen weiteren Schandfleck ertragen soll. Bernd Rosenberg

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Ein Podest unter dem alten Geländer, bzw. eine proportionale Vergrößerung der alten Säulen auf heutige Bauvorschriften sollte für eine Gießerei auch kein Problem darstellen, und ist bestimmt ästhetischer als die jetzige Lösung. Im Moment sieht’s aus, „wie gewollt und nicht gekonnt“!? Mario Peters

Sieht relativ bescheiden aus, aber letztlich ist/wird diese Brücke erheblich frequentiert und da geht Sicherheit eindeutig vor Ästhetik.Enrico Stiel

Die Konstruktion ist hässlich! Es ist mir ein Rätsel, weshalb man das Geländer nicht gestreckt hat. Mit Denkmalschutz hat die Konstruktion jedenfalls nichts zu tun. Ingo Wobst

Ein klassischer Schildbürgerstreich. Carsten Junghanns

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So schlimm finde ich es gar nicht, denn es ist doch relativ unauffällig. Und sind wir mal ehrlich – lieber so, als im Gesamten ein 0815-Geländer von der Stange. Da gibt’s in der Altstadt schlimmere Bausünden, wie die Feuertreppe am Landhaus zum Beispiel. Kevin Steckel

Hätten sie es nur gelassen. Iris Schilke