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Die musikalische Pyramide von Wurgwitz

Wolfgang Fritzsche hat in seinen Garten eine aufwendige Konstruktion gebaut. Sie ist zum Treffpunkt im Ortsteil geworden.

Von Tobias Winzer
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Wolfgang Fritzsche hat sich eine Pyramide gebaut. Die Figuren sind aus alten Bahnschwellen gedrechselt.
Wolfgang Fritzsche hat sich eine Pyramide gebaut. Die Figuren sind aus alten Bahnschwellen gedrechselt. © Andreas Weihs

Wolfgang Fritzsche öffnet dem Besucher das Gartentor, aus der Ferne ist bereits deutlich das Lied „Stille Nacht“ zu hören. Es ist Punkt 9 Uhr an diesem Morgen und von der Weihnachtspyramide des Rentners erklingt besinnliche Musik – so wie immer zur vollen Stunde. „Die Uhr der Pyramide ist per Zeitschaltuhr mit einem Kassettenrekorder verbunden“, erklärt der Wurgwitzer. Zu jeder Stunde ist ein anderer Weihnachtstitel von der Kassette zu hören.

4,50 Meter hoch ist die Pyramide, die im Garten von Fritzsche an der Oberstraße 37 steht – und mit allerlei technischen Extras ausgerüstet. „Ich bin ein Basteltyp“, sagt der gelernte Maschinenbauer. Vor fast 20 Jahren begann er mit dem Pyramidenprojekt. Aus alten Eisenbahnschwellen drechselte er eine fünfköpfige Bergmannskapelle, die auf der unteren Etage der Pyramide ihre Runden dreht. Jede Figur ist etwa 50 Zentimeter groß. Oben, unter den Flügeln, grüßt ein Kurrende-Chor. Dazwischen gibt es eine professionell aussehende Turmuhr, die sogar zweimal pro Tag – immer 12 Uhr und 18 Uhr – läutet. „Weil wir in Wurgwitz keine Kirche haben“, so Fritzsche. Eine technische Vorrichtung sorgt außerdem dafür, dass die Flügel bei Sturm vom Motor getrennt werden und keinen Schaden nehmen. „Das hat sich bewährt.“

Mittlerweile ist die Pyramide zum festen Treffpunkt in der Nachbarschaft geworden. Immer am 1. Advent treffen sie sich pünktlich um zehn Uhr zum Pyramidenanschub. „Das ist mittlerweile eine Tradition geworden“, sagt Nachbar Maik Wagner. In diesem Jahr fand der Pyramidenanschub zum 14. Mal statt.

Doch auch, um den nachbarschaftlichen Frieden nicht zu gefährden, hat Wolfgang Fritzsche Vorkehrungen getroffen. Die stündliche Musikeinlage gibt es lediglich von 9 bis 18 Uhr. Auch dafür sorgt die eingebaute Zeitschaltuhr. „Nachts ist absolute Ruhe.“