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Die Neuen im Autohaus

Winter Automobilpartner betreut Jugendliche, schon ehe sie den Lehrvertrag unterschreiben. Das zahlt sich aus. Auch in Bischofswerda.

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© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Bischofswerda. Für Philipp Seidel ist es der Traumberuf – Automechatroniker möchte er werden. Diesen Wunsch teilt er mit vielen anderen jungen Männern in seinem Alter. Auf der Rangliste der beliebtesten Ausbildungsberufe rangiert der Kfz-Mechatroniker mit fast 1 000 Bewerbungen sachsenweit auf Platz drei – nach kaufmännischen Berufen.

Trotz dieser großen Nachfrage legte der junge Schönbrunner eine Punktlandung hin: Er brauchte nur eine einzige Bewerbung zu schreiben – und bekam den erhofften Lehrvertrag im Bischofswerdaer Autohaus Richter. Kein Zufall. Denn beide Seiten – Schüler und Eltern sowie der Betrieb – kennen sich bereits seit Jahren. Philipp Seidel, der in diesem Jahr an der Oberschule Elstra seinen Realschulabschluss machte, absolvierte schon Schülerpraktika in dem Bischofswerdaer Autohaus und arbeitete dort in den Ferien. Er möchte beruflich etwas Handwerkliches machen, begründet er seine Wahl. Und die Kfz-Branche habe Zukunft, ist er sich sicher. Denn in einer Welt, die immer mehr auf Mobilität setzt, wird es Autos immer geben.

Der 17-Jährige ist einer von fünf Lehrlingen, die das Unternehmen Winter-Automobilpartner in seinen Autohäusern in Bretnig, Kamenz und Bischofswerda in diesem Sommer eingestellt hat. Es sind mehr Azubis als in vergangenen Jahren. „Wir brauchen Nachwuchs“, sagt Sylvio Schubert, Betriebsleiter im Autohaus Richter, mit Blick auf die Alterspyramide im Gesamtunternehmen. Denn mehrere ältere Mitarbeiter scheiden in den nächsten Jahren aus, gehen in den Ruhestand. „Unser Credo ist es, gute Leute selbst auszubilden“, sagt er. Nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung im Betrieb und an einer Radeberger Berufsschule gibt es vielfältige Chancen sich zu spezialisieren, etwa als Diagnose- oder Servicetechniker. Davon haben auch die Kunden ihr Gutes. „In Kraftfahrzeugen spielt Elektronik eine immer größere Rolle. Eine qualifizierte Diagnose hilft, Fahrzeuge optimaler und schneller zu reparieren“, sagt Sylvio Schubert.

Ein Pate für jeden Azubi

Einen Teil der neu eingestellten Azubis kennt das Unternehmen seit mehreren Jahren, so wie Philipp Seidel. Vor allem, wer Interesse am Beruf hat, bekommt eine Chance als Praktikant oder Ferienjobber. Wer gut ist, mit dem hält das Autohaus auch während der Schulzeit Kontakt.

„Die Einstellung muss stimmen. Das Wissen kann man vermitteln“, sagt Sylvio Schubert. Jedem Auszubildenden wird ein Pate, in der Regel ist das ein Geselle, zur Seite gestellt. Darüber hinaus gibt es bei Winter-Automobilpartner zwei Ausbildungsbeauftragte, einen für die theoretische, der andere für die praktische Arbeit. Das ist Teil eines Ausbildungskonzeptes im Unternehmen, welches der Lehrausbildung Struktur geben und eine hohe Qualität sichern soll.

Winter-Automobilpartner mit den Marken Opel und Mazda beschäftigt an seinen vier Standorten in Bretnig, Bischofswerda, Burkau und Kamenz insgesamt 83 Mitarbeiter, davon elf Lehrlinge. Im Bischofswerdaer Autohaus Richter gibt es 23 Beschäftigte. An diesem und den anderen Standorten wird weiter investiert. So wurden in Bischofswerda soeben Modernisierungsarbeiten abgeschlossen. Die Fassade wurde neu gestrichen, der Verkaufsraum entsprechend den Vorgaben der Hersteller umgestaltet. Ein schwarzer, sechs Meter großer Aufsteller weist jetzt auf die Marke Mazda hin; sein Vorgänger war etwa nur halb so groß. Das Unternehmen investierte rund 12 000 Euro in den Umbau; die Aufträge gingen ausschließlich an Bauunternehmen aus Bischofswerda und der näheren Umgebung. Bereits zuvor flossen 20 000 Euro in eine neue Hebebühne. Sie ermöglicht, größere Transporter zu reparieren sowie Achsstände genau zu messen.

Feier am Sonnabend

Arbeit an und mit moderner Technik ist auch das, was Philipp Seidel begeistert. Seit dem 1. August ist er Lehrling. Vier Wochen Arbeit in der Werkstatt und zwei Wochen Unterricht in der Berufsschule wechseln sich im Turnus ab. Im Betrieb sei er gut aufgenommen worden, sagt der Schönbrunner. Kein Wunder. Einen Großteil seiner jetzigen Kollegen kennt er ja schon seit geraumer Zeit.

Feier im Autohaus Richter, Liststr. 3 nach dem Umbau an diesem Sonnabend von 10 bis 18 Uhr unter anderem mit Hüpfburg, Kinderbasteln, E-Bike-Parcours; von 13 bis 17 Uhr auch Ponyreiten und Torwandschießen mit Geschwindigkeitsmessung